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31.01.2011

02:12 Uhr

Nach den blutigen Unruhen

El Baradei führt die Opposition in Ägypten an

Der Friedensnobelpreisträger und Diplomat Mohamed El Baradei hat sich zum Wortführer der Opposition in Ägypten erklärt. Er habe das Mandat, mit dem Militär zu verhandeln und eine Übergabe der Macht an eine Koalition der nationalen Einheit zu organisieren, erklärte er. Der Wandel soll schon in den nächsten Tagen kommen.

Militär in der Menge: Viele Soldaten solidarisieren sich mit den Protesten. dpa

Militär in der Menge: Viele Soldaten solidarisieren sich mit den Protesten.

HB KAIRO. Der ägyptische Oppositionspolitiker und Friedensnobelpreisträger Mohammed el Baradei ist am Sonntag mit einem Führungsanspruch vor die Demonstranten in Kairo getreten. „Ich habe den Auftrag von den politischen Kräften erhalten, eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden“, sagte el Baradei nach Berichten von Journalisten. Die Forderung nach einem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak habe er bekräftigt. El Baradei war zusammen mit Führern der Muslimbruderschaft vor zehntausende Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo getreten. Darunter waren zahlreiche Vertreter kleinerer Oppositionsparteien.

US-Präsident Barack Obama hat am Sonntag zu einem friedlichen „Übergang“ in Ägypten aufgerufen. Wie sein Sprecher Robert Gibbs mitteilte, erörterte er die Lage am Wochenende per Telefon mit den Führungen der Türkei, Israels, Saudi-Arabiens und Großbritanniens. Dabei habe er zum Ausdruck gebracht, dass die USA „einen geordneten Übergang zu einer Regierung“ unterstützten, „die auf die Bestrebungen des ägyptischen Volkes eingeht“. Ähnlich hatte sich zuvor bereits seine Außenministerin Hillary Clinton geäußert. Mubarak gehört zu den wichtigsten Partnern der USA im Nahen Osten und gilt als stabile Stütze der Bemühungen um Frieden mit Israel.

Deutsche Politiker haben angesichts der dramatischen Zustände in Ägypten vor einem Machtzuwachs für islamische Fundamentalisten gewarnt. „Es ist fraglich, ob nicht die Moslem-Bruderschaft oder andere Islamisten von den Protesten profitieren - und das Land in eine andere Richtung steuern als wir es wünschen“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Philipp Mißfelder, der „Bild“-Zeitung vom Montag. Wofür die Opposition in Ägypten stehe, sei derzeit völlig unklar.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte: „Je schneller Ägypten zu Demokratie, wirtschaftlicher Entwicklung und sauberer Regierung zurückfindet, umso schlechter sind die Chancen für Islamisten. Deshalb ist eine zügige Machtübergabe Mubaraks an eine neue, demokratisch gewählte Regierung dringend notwendig.“

Ägyptens Präsident Husni Mubarak suchte unter dem Druck der anhaltenden Straßenproteste den Schulterschluss mit dem Militär. Das staatliche Fernsehen zeigte den 82-Jährigen am Sonntag bei einer Beratung mit führenden Militärs, denen eine Schlüsselrolle bei der weiteren Entwicklung in dem nordafrikanischen Land zukommt. Das Auswärtige Amt in Berlin passte derweil seine Reise- und Sicherheitshinweise für das Land an. Mehrere Staaten, darunter auch Deutschland, bereiten zusätzliche Ausreisemöglichkeiten vor. Das Land wird seit Tagen von Protesten gegen Mubarak erschüttert. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kamen mehr als 100 Menschen ums Leben. Die Regierung schaltete den arabischen Fernsehsender Al-Dschasira ab, der stundenlang live von den Unruhen berichtete hatte.

Kommentare (1)

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aruba

30.01.2011, 19:15 Uhr

Guten Tag, ..... Fox-News;... genau so gut haetten Sie die CiA zitieren koennen. Die Lage hat sich so oder so seit dem bau des Assuan zugunsten israels gewandt. Eine gut plazierte bombe auf eine der Staumauern;..... und Aegypten ist abgesoffen. Ausser entlang des Nils gibt es kaum groessere Siedlungen. bibi ( seit jahrzehnten fuer die CiA taetig ) weiss genau dass;... egal was beim boesen Nachbarn passiert...... israel sicher ist. Dies alles bringt aber die hunderte von Toten nicht wieder ins Leben. besten Dank

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