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29.03.2016

16:26 Uhr

Nach den Brüsseler Anschlägen

Islamisten werben in Molenbeek um Terror-Nachwuchs

Während sich der Brüsseler Flughafen nach den Terroranschlägen auf eine Wiederaufnahme des Passagierverkehrs vorbereitet, gibt es im Stadtteil Molenbeek neue Sorgen: Dschihadisten werben dort aktiv um Terror-Nachwuchs.

Neuer Mut

Eine Woche nach den Anschlägen: „Brüssel lebt!“

Neuer Mut: Eine Woche nach den Anschlägen: „Brüssel lebt!“

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BrüsselEine Woche nach den islamistischen Selbstmordattentaten bereiten in Brüssel Rekrutierungsbemühungen von Dschihadisten Sorgen. Den Angaben eines belgischen Kommunalpolitikers zufolge wurden am Osterwochenende Propaganda-Nachrichten mit eindeutigem Inhalt an junge Menschen in der als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Gemeinde Molenbeek verschickt. Ein Beispiel ist demnach eine SMS mit den zwei Sätzen „Mein Bruder, warum folgst Du uns nicht in den Kampf gegen die Westler? Triff' die richtige Wahl in Deinem Leben.“

Der Kommunalpolitiker Jamal Ikazban forderte die Polizei auf, gegen solche Rekrutierungsversuche vorzugehen. „Unsere Jugendlichen sind angesichts solcher Raubtiere in Gefahr“, schrieb er am Dienstag über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Ob der Absender der Nachrichten zurückverfolgt werden kann, blieb zunächst unklar. Handys mit sogenannten Prepaid-Karten lassen sich zum Teil auch mit falschen Daten freischalten.

Der französische Radiosender Europa 1 berichtete über einen 15-Jährigen, der in einer Brüsseler Moschee wochenlang von einem Anwerber der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) umworben wurde. Nach einem Monat sei er soweit gewesen, nach Syrien zu gehen, sagte der junge Mann in einem Interview. Nach Angaben des Senders ist es nur der Wachsamkeit der Mutter zu verdanken, dass der Jugendliche doch nicht zum Dschihadisten wurde.

Brüssel nach den Anschlägen: „Mann mit Hut“ immer noch gesucht

Brüssel nach den Anschlägen

„Mann mit Hut“ immer noch gesucht

Auch eine Woche nach den Anschlägen bleibt der Alltag in Brüssel ausgesetzt. Nur langsam kehrt Normalität ein: Der Flughafen öffnet testweise, die Warnstufe sinkt. Doch die Freilassung eines Verdächtigen bereitet Sorge.

Am Brüsseler Flughafen liefen am Dienstag weitere Vorbereitungen für eine eingeschränkte Wiederaufnahme des Passagierflug-Betriebs. Nach Angaben der Betreiber wurden in einem nicht zerstörten Teil des Airports provisorische Check-in-Schalter aufgebaut, die eventuell schon von diesem Mittwoch an wieder Starts und Landungen ermöglichen sollen.

Bei den Selbstmordattentaten am Brüsseler Hauptflughafen und in einer Metro waren am Dienstag vergangener Woche mindestens 35 Menschen getötet worden. Zwei schwere Explosionen verwüsteten große Teile der Abflughalle. Eine weitere zerstörte einen U-Bahn-Wagen.

Um den Check-in-Bereich wieder vollständig aufzubauen, werde es Monate brauchen, sagte Flughafenchef Arnaud Feist der belgischen Wirtschaftszeitung „L'Echo“. Auch wenn die Gebäudestruktur in Ordnung sei, müsse von der Lüftung bis hin zu den Schaltern alles rekonstruiert werden.

Von

dpa

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