Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2016

09:18 Uhr

Nach den Morden von Dallas

Neue Gewalt gegen Polizisten in US-Städten

Nach den Polizistenmorden in Dallas hat es in mehreren US-Städten erneut Angriffe auf die Polizei gegeben. Präsident Obama versucht, das Land zu beruhigen. Doch ein weiterer Alarm in Dallas zeigt, wie schwierig das ist.

Rassenspannungen in den USA

Schwarze protestieren gegen Polizeigewalt: „Stop killing us“

Rassenspannungen in den USA: Schwarze protestieren gegen Polizeigewalt: „Stop killing us“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

WashingtonNach den Polizistenmorden in Dallas hat es in mehreren US-Städten erneut gewaltsame Angriffe auf die Polizei gegeben. In der Stadt Saint Paul im Bundesstaat Minnesota kam es in der Nacht zu Sonntag zu Krawallen und Festnahmen am Rande einer Bürgerrechtler-Demonstration. Nach Angaben der örtlichen Polizei auf Twitter wurden mindestens drei Beamte verletzt. Die Polizisten seien mit Steinen, Flaschen und Böllern beworfen worden, hieß es.

Die Zeitung „Star Tribune“ zeigte auf ihrer Internetseite Fotos, auf denen ein Pulk aus Demonstranten auf einer abgesperrten Schnellstraße einer Polizeikette gegenübersteht. Über der Straße steigt eine dichte Rauchwolke auf, laut der Zeitung hatten die Sicherheitskräfte Rauchbomben eingesetzt, um die gegen Polizeigewalt demonstrierenden Anhänger der Bewegung „Black Lives Matter“ auseinanderzutreiben.

Polizistenmorde in Dallas: Das Wichtigste im Überblick

Polizistenmorde in Dallas

Das Wichtigste im Überblick

Am Donnerstagabend nach US-Zeit wurden in Dallas fünf Polizisten getötet. Eine Roboter-Bombe eliminierte den mutmaßlichen Täter. Hier finden Sie eine Übersicht über die vergangenen und die aktuellen Entwicklungen.

Derweil wurden in der Metropole San Antonio anscheinend mehrere Schüsse auf das Polizeihauptquartier im Stadtzentrum abgefeuert. Polizisten zufolge wurde das Gebäude getroffen und mindestens eine Patronenhülse gefunden, wie der örtliche Sender KSAT berichtete. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden.

Ausgelöst wurde die Serie der Proteste durch den Tod von zwei Afroamerikanern, die in den US-Staaten Minnesota und Louisiana binnen 48 Stunden durch Polizeischüsse ums Leben gekommen waren. In Dallas hatte daraufhin ein 25-jähriger Schwarzer am Donnerstagabend bei einer friedlichen Kundgebung gegen Polizeigewalt fünf Polizisten aus dem Hinterhalt erschossen.

Zwei Tage nach den Polizistenmorden wurde die texanische Großstadt durch einen neuen Sicherheitsalarm aufgeschreckt. Laut Medienberichten ging am Samstagabend eine anonyme Drohung gegen die Polizei der Stadt ein. Danach suchte die Polizei in einer Parkgarage hinter ihrem Hauptquartier nach einer möglichen verdächtigen Person, hob den Alarm aber schließlich wieder auf.

Unterdessen hat Präsident Barack Obama die Einheit der Nation beschworen und seine Landsleute aufgerufen, nach vorn zu blicken. Das Land sei nicht so gespalten, wie manche es behaupteten, sagte Obama nach Abschluss des Nato-Gipfels in Warschau. Der Präsident sprach von einer „schmerzhaften“ Woche, betonte aber zugleich, dass „die Taten von Einzelnen nicht für uns alle stehen dürfen“. Den Heckenschützen von Dallas, der nach seiner Tat von der Polizei getötet worden war, bezeichnete Obama als „verrückt“.

Anfang der Woche wird der Präsident in Dallas erwartet. Er verkürzte wegen des geplanten Besuchs eine Spanien-Visite nach dem Nato-Treffen in Warschau und wollte am Sonntagabend nach Washington zurückkehren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×