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01.08.2013

12:23 Uhr

Nach den neuen Enthüllungen

Was kann „XKeyscore“?

VonSebastian Schaal

Es ist die umfangreichste Datenbank im Arsenal der NSA: „XKeyscore“. Es heißt, die Spähsoftware kann alles durchsuchen, was ein jeder im Internet treibt. Erfasst werden dabei auch Metadaten wie Standort und Sprache.

Weltkarte zu „XKeyscore“: Jeder rote Punkt steht für einen Standort, an dem das System aktiv ist. Screenshot

Weltkarte zu „XKeyscore“: Jeder rote Punkt steht für einen Standort, an dem das System aktiv ist.

DüsseldorfNSA-Mitarbeiter können „jeden ausspähen, auch den US-Präsidenten“. Spätestens mit dieser Behauptung zog Edward Snowden Mitte Juni die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich. Die Dokumente, die jetzt die britische Zeitung „Guardian“ veröffentlicht hat, scheinen das zu belegen: Der US-Geheimdienst hat laut dem Bericht einen noch viel weiteren Zugriff auf die weltweite Internetkommunikation als bisher vermutet.

Das Programm „XKeyscore“ erlaube den Sicherheitsbehörden Einsicht in „praktisch alles, was ein gewöhnlicher Nutzer im Internet tut“. Laut den neuen Dokumenten können NSA-Mitarbeiter in Echtzeit die E-Mails von Nutzern lesen sowie ihre Suchen im Internet, Einträge in sozialen Netzwerken und faktisch alle sonstigen Tätigkeiten im Netz verfolgen.

Das stimmt so nicht, sagt die NSA in einer Stellungnahme, weist den Bericht aber nur in Teilen als unzutreffend zurück. Zwar bestätigte der Geheimdienst, dass ihre Analysten damit praktisch uneingeschränkten Zugang zu Informationen hätten. Sie nahm jedoch keine Stellung zum Ausmaß der mit „XKeyscore“ möglichen Überwachung.

US-Geheimdienst NSA: Keine unkontrollierte Schnüffelei mit „XKeyscore“

US-Geheimdienst NSA

Keine unkontrollierte Schnüffelei mit „XKeyscore“

Die NSA meldete sich nach den jüngsten Enthüllungen zum Ausmaß ihrer Internet-Überwachung schnell zu Wort. Der US-Abhördienst verneint allerdings nur, dass seine Analysten unkontrolliert in fremden Daten graben könnten.

Der „Guardian“ wiederum hat auf seiner Website Schulungsunterlagen für NSA-Mitarbeiter veröffentlicht. Vier der 32 als „streng geheim“ markierten Folien wurden geschwärzt, da sie Informationen zu spezifischen NSA-Einsätzen enthielten. Die Trainingsunterlagen zeigen im Detail, wie Analysten „XKeyscore“ verwenden können, um mit einem einfachen Formular riesige Datenbanken des Geheimdienstes zu durchsuchen. Zudem werde die Anfrage des Analysten nicht von einem Gericht oder weiterem NSA-Personal überprüft, so der Bericht.

In einer Präsentation, deren Folien auch teilweise auf der Website des „Guardian“ zu finden sind, wird behauptet, dass „XKeyscore“ „nahezu alles, was ein gewöhnlicher Nutzer im Internet macht“ durchsuchen könne. Darunter fällt der Inhalt von Emails, ein Verlauf der besuchten Websites und Suchanfragen. Auch die sogenannten Metadaten werden erfasst, also etwa Standort, Sprache und der verwendete Browser.

Gerade die Metadaten sind laut dem Bericht für die Analysten sehr wichtig. In einem Dokument sei vermerkt, dass eine sehr spezifische Auswahl, wie zum Beispiel die Abfrage über eine Email-Adresse, teilweise kein sehr gutes Ergebnis bringe, weil „ein großer Teil der Zeit, die im Internet verbracht wird, mit Aktionen verbracht wird, die anonym sind.“

Kommentare (7)

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sss

01.08.2013, 12:39 Uhr

Initiative SETZT DIE NSA AUF CC

Man sollte doch einfach eine Initiative ins Leben rufen indem man einfach in seinen ganzen Mails die NSA auf CC setzt.
Dann sendet man einfach gleich eine Copie der Mail an die NSA. Dann haben dies leichter und müssen sich nicht so anstrengen, wenn das einige sehntausend machen dürfen die ihr System erstmal upgraden...

Unsere Mails bekommen die ja ohnehin..

Account gelöscht!

01.08.2013, 13:08 Uhr

Stasi, NSA, und BND ist ein und dieselbe Brut. Es gibt keine Unterschiede.

Schnüffeln, ist Schnüffeln egal welcher politischen Coleur.

Account gelöscht!

01.08.2013, 13:45 Uhr

Leiden die Amis an Größenwahn?! Interessant ist vor allem die Weltkarte, scheinbar gibt es in Europa die mit Abstand meisten Terroristen... oder handelt es sich doch eher um Industriespionage.
Mein Vorschlag wäre, dass jeder ab sofort folgende Stichwörter in die Betreffzeile setzt, und zwar bei JEDER E-Mail "bomb, Al Quaida, USA, Obama, NSA" Mal schauen wie das Programm damit umgeht.

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