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23.11.2014

20:33 Uhr

Nach der Arabellion

Favorit Essebsi liegt bei tunesischer Präsidentenwahl wohl vorn

Vor vier Jahren begann in Tunesien mit der „Jasminrevolution“ die Veränderung einer ganzen Region, der arabischen Welt. Nun wählen die Tunesier ihren Präsidenten. Ein gemäßigter Kandidat könnte das Rennen machen.

Er könnte von der Ablehnung der Tunesier gegenüber den Islamisten profitieren: Der Chef der Partei Nidaa Tounes Beji Caid Essebsi ist Favorit im Kampf um das Präsidentenamt. ap

Er könnte von der Ablehnung der Tunesier gegenüber den Islamisten profitieren: Der Chef der Partei Nidaa Tounes Beji Caid Essebsi ist Favorit im Kampf um das Präsidentenamt.

TunisBei der ersten freien Präsidentenwahl in Tunesien hat der säkulare Kandidat Béji Caïd Essebsi nach Angaben seiner Partei Nidaa Tounes die meisten Stimmen bekommen. Sein Wahlkampfleiter sprach am Sonntag in Tunis von einem deutlichen Vorsprung. Erste Schätzungen sehen Übergangsstaatschef Moncef Marzouki an zweiter Stelle.

Der offizielle Fernsehsender Tunisia 1 blendete während seiner Wahlsendung Prognosen ein, wonach Essebsi auf fast 48 Prozent kommt und Marzouki auf knapp 27 Prozent. Andere Umfragen sehen einen geringeren Abstand zwischen beiden Kandidaten. Die islamistische Ennahda hatte keinen Kandidaten ins Rennen geschickt, um das Land nicht weiter zu spalten, wie die Partei erklärte.

Wer auch immer der Sieger sein wird – fest steht: Die erste demokratische Direktwahl eines Präsidenten in Tunesien hat die Massen nicht mobilisieren können. Am Sonntagnachmittag hatten lediglich rund 32 Prozent der knapp fünf Millionen registrierten Wähler ihre Stimme abgegeben.

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Landesweit sicherten 100.000 Polizisten und Soldaten die Abstimmung in dem nordafrikanischen Land gegen Terroranschläge ab. Tunesische Wahlbeobachter berichteten vereinzelt von Stimmenkäufen und anderen Versuchen, Wähler zu beeinflussen. Nach Aussagen aus Marzoukis Lager selbst hatten Gegner des Amtsinhabers versucht, den Staatschef bei der Stimmabgabe anzugreifen. Das Wahllokal in El Kantaoui rund 140 Kilometer südlich von Tunis sei von Anhängern der säkularen Partei Nidaa Tounès angegriffen worden, erklärte am Sonntagabend das Wahlkampfteam des Präsidenten. Ein AFP-Korrespondent berichtete, es habe vor dem Wahllokal eine Demonstration gegen Marzouki gegeben. Es sei aber zu keinen gewaltsamen Zwischenfällen gekommen. Aus europäischen Wahlbeobachterkreisen hieß es, dass die Abläufe ein wenig besser als bei der Parlamentswahl vor einem Monat seien.

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