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26.09.2011

03:43 Uhr

Nach der Rückkehr

US-Bürger werten Haft im Iran als Geiselnahme

Mehr als zwei Jahre waren zwei US-Bürger in Teheran in Haft. Der Iran wirft ihnen Spionage vor, sie beharren darauf, auf Wandertour gewesen zu sein. Jetzt sind sie zurück in den USA - und erheben Vorwürfe.

Sarah Shroud, Shane Bauer und Josh Fattal (r.) nach ihrer Ankunft in New York. AFP

Sarah Shroud, Shane Bauer und Josh Fattal (r.) nach ihrer Ankunft in New York.

New YorkDie beiden vom Iran vor einigen Tagen freigelassenen US-Bürger sehen sich als Opfer einer «Geiselnahme» der Machthaber in Teheran aufgrund ihrer Nationalität. «Es war uns von Anfang an klar, dass wir Geiseln waren», sagte Josh Fattal am Sonntag in New York. Er und sein ebenfalls 29-jähriger Leidensgenosse Shane Bauer berichteten dort auf einer Pressekonferenz von ihrem mehr als zweijährigen «Albtraum».

Bauer sagte, bei ihrer Festnahme am 31. Juli 2009 in den Bergen an der irakisch-iranischen Grenze hätten sie sich auf einer Wanderung befunden. Mit einem illegalen Grenzübertritt, wie von Teheran behauptet, habe das nichts zu tun. «Wir wurden aufgrund unserer Nationalität festgehalten», sagte Bauer.

«Wir wissen nicht, ob wir die Grenze überquert haben. Wir werden es wahrscheinlich nie wissen. Aber selbst wenn wir den Iran betreten haben, dann war das nie der Grund für die iranischen Behörden, uns so lange festzuhalten.» Fattal sagte, die Bezeichnung «Geiselnahme» treffe zu, «denn obwohl eindeutig klar war, dass wir unschuldig waren, hat der Iran unseren Fall stets mit seinen politischen Auseinandersetzungen mit den USA verknüpft.»

Über zwei Jahre lang hätten sie in «vollständiger Isolation» in einer neun Quadratmeter großen Zelle zugebracht. Sie hätten insgesamt nur 15 Minuten mit ihren Familien sprechen und einen kurzen Besuch ihrer Mutter bekommen können. «Die Einzelhaft war die schlimmste Erfahrung unseres Lebens», sagte Fattal. Schlimm seien auch die Schreie anderer mit Schlägen traktierter Gefangener im Teheraner Evin-Gefängnis gewesen.

«Wir mussten mehrfach in den Hungerstreik treten, nur um in der Lage sein, Briefe von unseren Lieben zu erhalten», sagte Fattal, der vor seiner Festnahme im US-Bundesstaat Oregon im Bereich nachhaltige Entwicklung arbeitete. «Wir sind völlig unschuldig», bekräftigte Bauer, der vor seiner Verhaftung als unabhängiger Journalist tätig war.

Als «Ironie» bezeichnete Bauer es, dass er, Fattal und dessen mit ihnen zusammen festgenommene Verlobte Gegner der «feindseligen» US-Politik gegenüber dem Iran seien. Bauer kritisierte zugleich die «Missachtung der Menschenrechte» durch die iranische Regierung und rief zur «Freilassung aller politischen Gefangenen im Iran» auf.

Fattal und Bauer verbrachten 781 Tage in iranischer Haft. Im August verurteilte sie das Teheraner Revolutionsgericht wegen Spionage und illegalen Grenzübertritts zu acht Jahren Gefängnis. Am vergangenen Mittwoch hatten die iranischen Behörden sie dann freigelassen.

Bauers mit ihnen zusammen festgenommene Verlobte Sarah Shourd war aus gesundheitlichen Gründen im September 2010 freigekommen. Die Lehrerin, Autorin und Frauenrechtlerin Shourd hatte den fließend Arabisch sprechenden Bauer während einer Demonstration in den USA gegen den Irakkrieg kennen gelernt. Gemeinsam waren sie 2008 nach Damaskus gezogen. Dort hatten sie 2009 den Lehrer und Umweltaktivisten Fattal kennen gelernt.

Nach ihrer Freilassung hatten sich die beiden Männer zunächst im Sultanat Oman aufgehalten, von wo aus sie am Sonntag nach New York flogen. Oman war in dem Fall als Vermittler tätig und zahlte die von der iranischen Justiz verlangte Kaution von insgesamt 800.000 Dollar für die Freilassung.

Von

afp

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