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26.12.2016

10:03 Uhr

Nach der US-Wahl

Rassismus ist jetzt steuerfrei

Weiße Nationalisten sammeln in den USA Millionen Dollar für die „weiße Rasse“. Als Wohlfahrtsorganisationen sind ihre Einnahmen von der Bundessteuer befreit. Doch gemeinnützig sind ihre Ziele wohl kaum.

Weiße Nationalisten glauben fest an die Rassentheorien des vorherigen Jahrhunderts. Dank Trumps Wahlsieg bekommen sie vermehrt Spenden – steuerfrei. dpa

Rassismus in den USA

Weiße Nationalisten glauben fest an die Rassentheorien des vorherigen Jahrhunderts. Dank Trumps Wahlsieg bekommen sie vermehrt Spenden – steuerfrei.

Baton RougeDie Washingtoner Regierung hat es vier Gruppen an der Spitze der Bewegung weißer Nationalisten erlaubt, als Wohltätigkeitsorganisationen Millionen Dollar an Spenden praktisch steuerfrei zu sammeln. In den vergangenen zehn Jahren sind insgesamt mehr als 7,8 Millionen Dollar (7,5 Millionen Euro) zusammengekommen, wie die Nachrichtenagentur AP errechnet hat.

Ermutigt durch die Popularität des designierten US-Präsidenten Donald Trump hoffen die Gruppen, dass der Sieg des Republikaners ihnen hilft, künftig noch mehr Geld und eine größere Plattform für die Verbreitung ihrer Ideologie zu erhalten.

Mit gutartig klingenden Namen wie National Policy Institute (Nationales Politik-Institut) und New Century Foundation (Stiftung für das neue Jahrhundert) präsentieren sich die Gruppen als Bildungsorganisationen und benutzten die Spenden für Webseiten, Bücher und Konferenzen, um ihre Botschafter an den Mann und die Frau zu bringen. Aus den Mitteln wurde auch Salär für die Chefs der vier Organisationen bestritten.

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Jared Taylor, der die New Century Foundation leitet, sagt, dass seine Gruppe Geld für die „weiße Rasse“ sammele – eine Mission, die angesichts der Befreiung von der Bundessteuer indirekt von den Steuerzahlern unterstützt wird. Der Fiskus in Gestalt der Behörde IRS hat die Foundation, die Charles Martel Society (Charles-Martel-Gesellschaft), das Policy Institute und die VDare Foundation vor mehr als zehn Jahren als Wohltätigkeitseinrichtungen anerkannt.

Der Status der Gemeinnützigkeit gibt ihnen eine Fassade der Legitimität und Seriosität, wie Steuerrechtsprofessor Samuel Brunson von der Loyola University in Chicago sagt. „Es sollte Leuten unbehaglich sein, dass die Regierung Gruppen bezuschusst, die Werte vertreten, die unvereinbar mit denen der meisten Amerikaner sind.“

Die Steuerbehörde hat versucht, Antragsteller für den gemeinnützigen Status herauszusieben, die lediglich Propaganda verbreiten. So wurde 1978 die Neonazi-Gruppe National Alliance zurückgewiesen, die ein antisemitisches Rundschreiben veröffentlicht hatte.

Kommentare (7)

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Herr Holger Narrog

26.12.2016, 10:22 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Heinz Keizer

26.12.2016, 12:05 Uhr

bei uns ist auch nicht alles gemeinnützig, was als solches bezeichnet wird.

Herr Caro Schmidt

26.12.2016, 12:40 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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