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04.08.2016

02:47 Uhr

Nach Dringlichkeitssitzung

Uno-Sicherheitsrat uneins über Nordkoreas Raketenstart

Die USA fordern eine umgehende Reaktion, Veto-Macht China hingegen will nicht vorschnell urteilen: Der Uno-Sicherheitsrat ist sich uneins über die Reaktion zum jüngsten Raketenstart Nordkoreas.

Das undatierte Bild zeigt einen Raketen-Teststart Nordkoreas: Bei einer Dringlichkeitssitzung zu Nordkoreas jüngstem Raketentest kann sich der UN-Sicherheitsrat über eine Reaktion nicht einigen. dpa

Raketen-Teststart Nordkoreas

Das undatierte Bild zeigt einen Raketen-Teststart Nordkoreas: Bei einer Dringlichkeitssitzung zu Nordkoreas jüngstem Raketentest kann sich der UN-Sicherheitsrat über eine Reaktion nicht einigen.

New YorkIn einer Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats zum jüngsten nordkoreanischen Raketenstart ist Uneinigkeit über das weitere Vorgehen deutlich geworden. Die Uno-Botschafterin der USA, Samantha Power, forderte nach der Sitzung am Mittwoch in New York „eine umgehende und harte Reaktion“ des Sicherheitsrats. Die Veto-Macht China stellte sich aber gegen eine schnelle Verurteilung Nordkoreas durch den Rat.

Momentan dürfe „nichts unternommen werden, was die Situation auf der koreanischen Halbinsel verschärfen könnte“, sagte der chinesische Uno-Botschafter Liu Jieyi. „Es besteht ein reales Risiko. Wir müssen verantwortlich vorgehen.“ China ist der einzige Verbündete der isolierten nordkoreanischen Führung.

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Die USA und Südkorea haben sich darauf geeinigt, wegen der Bedrohung durch nordkoreanische Atomraketen US-Abfangraketen in Südkorea zu stationieren. Die Antwort des nordkoreanischen Militärs ist eindeutig.

Mit einem neuen Raketenstart hatte Nordkorea zuvor erneut den Zorn des Westens erregt. Die Mittelstreckenrakete schlug 250 Kilometer nördlich der japanischen Küste im Meer ein. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einer „ernsthaften Bedrohung der Sicherheit unseres Landes“. Auch die Bundesregierung reagierte empört.

Die USA, Japan und Südkorea hatten die Sondersitzung des Uno-Sicherheitsrats gefordert, der solche Tests verboten hat. US-Botschafterin Power sprach in New York von einer „weiteren schweren Bedrohung für Frieden und Sicherheit“. Die Rakete sei „unglaublich nahe“ an Japan niedergegangen.

Besondere Besorgnis bei den USA und ihren Verbündeten löste der Umstand aus, dass die nordkoreanische Rakete in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Japans landete - ein Seegebiet, in dem Japan gemäß internationalem Recht Hoheitsbefugnisse ausübt. „Dies ist etwas, dass der Sicherheitsrat extrem ernst nehmen sollte“, sagte der britische Uno-Botschafter Peter Wilson.

Immer wieder provoziert Nordkorea die internationale Gemeinschaft mit seinen Raketenstarts und Bombentests. Im Januar hatte Nordkorea eine Atombombe zu Testzwecken gezündet, es war Pjöngjangs vierter Atomwaffentest. Dem schlossen sich eine Reihe von Raketentests an.

Der Uno-Sicherheitsrat beschloss deshalb Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das isolierte Land. Er verbot Nordkorea auch, Raketen zu zünden. Dessen ungeachtet zündete Nordkorea Mitte Juli drei Raketen, um damit nach eigenen Angaben einen atomaren Angriff auf Südkorea zu simulieren.

Von

afp

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