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06.01.2006

22:03 Uhr

Nach dritter Notoperation

Scharon steht noch unter Daueranästhesie

Nach der dritten Notoperation befindet sich der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon nach Angaben seiner Ärzte in einem besseren Zustand.

Ariel Scharon ist zum dritten Mal seit seinem Schlaganfall operiert worden. Foto: dpa

Ariel Scharon ist zum dritten Mal seit seinem Schlaganfall operiert worden. Foto: dpa

HB JERUSALEM. Nach der fast fünfstündigen Behandlung sei die Situation Scharons „deutlich verbessert“, sagte der Leiter des Krankenhauses, Schlomo Mor Josef, in Jerusalem auf Basis einer Computertomographie. Es gebe keinerlei Blutungen mehr, der Zustand des 77-Jährigen sei „ernst, aber stabil“. Scharons Überlebenschancen seien gestiegen, zitierte das israelische Fernsehen einen Krankenhausvertreter. Der israelische Rundfunk berichtete, das Gehirn des Ministerpräsidenten habe mit dem Schlaganfall am Mittwoch einen nicht mehr heilbaren Schaden erlitten.

Der Chirurg Felix Umansky wies indessen Spekulationen über bleibende Hirnschäden zurück. Bei Blutungen im Gehirn gebe es immer Schädigungen, sagte Scharons Arzt am Freitag. Aber es sei zu früh, um ein Ausmaß der Beeinträchtigungen abzusehen, sagte Umansky. Scharon stehe derzeit unter Daueranästhesie, die eine Einschätzung nicht möglich mache.

Scharon lag weiter im künstlichen Koma. Sein Gesundheitszustand war nach zwei Operationen mehr als 24 Stunden lang als „ernst, aber stabil“ bezeichnet worden. Vertraute rechneten aber nicht mehr mit der Rückkehr Scharons in sein Amt. Führende Vertreter von Scharons neuer Partei Kadima versammelten sich am Freitag, um über den künftigen Kurs zu beraten.

Am Mittwochabend hatte Scharon auf seiner Farm in der Negev-Wüste plötzlich über Unwohlsein und Druck in der Brust geklagt und war ins Krankenhaus gebracht worden. Scharon hatte bereits Mitte Dezember einen leichten Schlaganfall erlitten. Danach war er mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt worden.

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