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11.04.2014

17:17 Uhr

Nach Drohung

Putin beruhigt europäische Gaskunden

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den europäischen Gaskunden versichert, dass die Lieferverpflichtungen eingehalten werden. Unterdessen bemüht sich die Ukraine um Ersatz und die USA erhöhen den Druck auf Moskau.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Hand am Gashahn. dpa

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Hand am Gashahn.

MoskauNach der russischen Drohung mit einer Drosselung der Erdgaslieferungen an die Ukraine versucht Präsident Wladimir Putin die westeuropäischen Kunden zu beruhigen. Die Lieferverpflichtungen würden eingehalten, sagte Putin am Freitag. US-Präsident Barack Obama empfahl in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, auf eine weitere Eskalation der Ukraine-Krise mit zusätzlichen Strafmaßnahmen zu reagieren. Russlands Außenminister Sergej Lawrow versicherte, sein Land habe nicht die Absicht, nach der Krim weitere ukrainische Regionen einzugliedern.

Russland wolle auch die Belieferung der Ukraine mit Gas nicht stoppen, sagte Putin. Es sei jedoch unhaltbar, dass die Ukraine ihre Zahlungsverpflichtungen nicht erfülle. Die Umstellung auf Vorkasse bleibe eine Option. Die Ukraine schuldet Russland 2,2 Milliarden Dollar für Gaslieferungen. In einem Brief an europäische Staats- und Regierungschefs hatte Putin am Donnerstag angekündigt, dass Russland die Ukraine künftig nur noch gegen Vorauszahlung mit Erdgas beliefern wolle und notfalls die Versorgung drosseln werde. Ein solcher Schritt könnte für Westeuropa Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit haben, weil die Ukraine nicht für sie bestimmtes Gas aus der Pipeline abzapfen könnte.

Die USA kritisierten die Ankündigung Putins scharf und warnten Russland davor, Energie als politisches Druckmittel zu missbrauchen. Putin reagierte darauf mit den Worten: „Es ist nicht gut, die Briefe anderer Leute zu lesen.“ Seinem Sprecher zufolge gab es zunächst keine Antwort der Europäer auf das Schreiben.

Die Ukraine bemüht sich unterdessen um Ersatz: Energieminister Juri Prodan sagte, sein Land verhandele mit der EU über eine Umkehr des Gas-Flusses („reverse flow“). So will sie sich Erdgas über Notverträge mit dem Essener Versorger RWE und GDF aus Frankreich sichern. RWE erklärte, darüber sei bereits in dieser Woche mit dem ukrainischen Versorger Naftogas gesprochen worden.

Ein bereits 2012 geschlossener Rahmenvertrag ermögliche die Lieferung von bis zu zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich, teilte RWE der Nachrichtenagentur Reuters mit. Dies wären rund ein Zehntel des Jahresverbrauchs in Deutschland. EU-Energiekommissar Günther Oettinger stellte der Ukraine Unterstützung beim Begleichen ihrer russischen Gasrechnungen in Aussicht.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

11.04.2014, 18:53 Uhr

>> Die USA kritisierten die Ankündigung Putins scharf und warnten Russland davor, Energie als politisches Druckmittel zu missbrauchen. Putin reagierte darauf mit den Worten: „Es ist nicht gut, die Briefe anderer Leute zu lesen.“ >>

- da sollte Putin mal mit Snowden ein Bier trinken gehen. Der wird ihm dann berichten, was die Amis von anderen Leuten ( NSA ) so alles lesen....!

Und die, die ausgespäht werden, bedanken sich bei den Schurken dafür noch ( erhöht ja unsere Sicherheit ).

Account gelöscht!

11.04.2014, 20:53 Uhr

"EU-Energiekommissar Günther Oettinger stellte der Ukraine Unterstützung beim Begleichen ihrer russischen Gasrechnungen in Aussicht."

Erst wird durch die EU-Dilettanten die Ukraine destabilisiert, mit dem Gaslieferanten Russland wird sich auf Geheiss Amerikas überworfen, dann kommt der Schlaue Schwabe und beteiligt sich an den Kosten.

Die soll man dann auch noch wählen, wahrscheinlich deshalb, weil sie meinen wir wären noch dümmer als sie.

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