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21.09.2016

15:34 Uhr

Nach Ende der Waffenruhe

Heftige Luftangriffe auf Aleppo

Dutzende Angriffe auf Aleppo und Umgebung: In der Nacht soll es mehr als hundert Explosionen gegeben haben. Zwei Tage nach Ende der Waffenruhe gehen die Kämpfe mit voller Wucht weiter.

Die Kämpfe im Bürgerkriegsland Syrien gehen weiter. AFP; Files; Francois Guillot

Soldaten der syrischen Armee

Die Kämpfe im Bürgerkriegsland Syrien gehen weiter.

Aleppo/BeirutNach dem Ende der Waffenruhe in Syrien sind die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland wieder voll entbrannt. Besonders umkämpft waren die Zufahrten in die Stadt Aleppo, deren von Rebellen gehaltener Osten seit Wochen von regierungstreuen Truppen belagert wird. Bei Luftangriffen kamen nach Informationen oppositionsnaher Beobachter mindestens 13 Menschen ums Leben, darunter vier Mitarbeiter einer Hilfsorganisation. In der westlichen Provinz Hama starteten Regierungstruppen eine Offensive. Die USA warfen Russland erneut vor, für den Angriff auf einen Hilfskonvoi in Syrien am Montag verantwortlich zu sein.

Rebellen zufolge flog die syrische Luftwaffe in Aleppo die gesamte Nacht zum Mittwoch Angriffe. Die Armee sprach von sieben Einsätzen. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, wurden vor allem in der Nacht zum Mittwoch dutzende Angriffe auf die Stadt und ihre Umgebung geflogen. Von Mitternacht und bis in die frühen Morgenstunden sei die Stadt von mehr als hundert Explosionen erschüttert worden.

Wer kämpft gegen wen in Syrien?

Regime

Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen am Mittelmeer. Syriens Armee hat allerdings viele Soldaten verloren und wird vor allem durch russische Kampfjets, iranische Kämpfer und die Schiitenmiliz Hisbollah unterstützt. Auch Verbände aus Afghanistan und dem Irak sollen aufseiten des Regimes kämpfen.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz hat in den vergangenen Monaten große Teile ihres Gebietes verloren, herrscht aber immer noch in vielen Städten entlang des Euphrats und in Zentralsyrien.

Rebellen

Unzählige Rebellengruppen kämpfen in Syrien - von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten, wie der früheren Nusra-Front. Immer wieder gehen die verschiedenen Truppen zeitweise Zweckbündnisse ein.

Kurden

Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime in Damaskus.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge.

Russland

Seit einem Jahr fliegt Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien und steht an der Seite von Machthaber Assad. Russland bekämpft offiziell den IS, greift aber den Angaben zufolge immer wieder auch moderate Rebellengruppen an, die Seite an Seite mit Dschihadisten kämpfen.

Iran

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Nach Angaben Teherans sind Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden als militärische Berater der syrischen Armee im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern den Sturz Assads. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Die Türkei will eine größere Selbstbestimmung der Kurden in Nordsyrien verhindern.

Neben den vier Mitarbeitern der Union of Medical Care and Relief Organizations wurden der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge in der südlich gelegenen Ortschaft Chan Tuman mindestens neun Kämpfer des Rebellenbündnisses Dschaisch al-Fatah getötet. Regierungstreue Medien berichteten, die Armee habe eine Düngemittelfabrik in Ramusa südwestlich von Aleppo zurückerobert. Die Beobachtungsstelle bestätigte den Vorstoß. Die Truppen rückten außerdem auf ein Wohngebiet vor.

Ziel der Regierungsangriffe in Aleppo, die vor dem Krieg die bevölkerungsreichste Stadt Syriens war, ist, die Rebellen aus Gebieten im Süden und Westen zu vertreiben und die Autobahnverbindung nach Damaskus zurückzuerobern. Unterstützt werden die Regierungstruppen von schiitischen Kämpfern aus dem Irak, dem Libanon und dem Iran.

Zu Kämpfen kam es auch in Hama. Die Rebellen hätten heftige Regierungsangriffe zurückgeschlagen, sagte einer ihrer Befehlshaber. Den Regierungstruppen seien schwere Verluste zugefügt sowie vier Panzer zerstört worden. Nahe der Hauptstadt Damaskus stürzte ein Kampfflugzeug der syrischen Luftwaffe ab. Die Exremisten-Miliz IS erklärte, sie habe die Maschine abgeschossen.

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