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20.09.2016

02:17 Uhr

Nach erbittertem Streit

IWF und Argentinien setzen zum Neustart an

Erstmals nach zehn Jahren ist eine Delegation des Internationalen Währungsfonds nach Argentinien gereist. Im Fokus: die Staatsfinanzen und der Neuaufbau der Beziehungen mit dem südamerikanischen Land.

Der neue liberale Präsident Mauricio Macri will mehr ausländisches Kapital und Investoren anlocken. AFP; Files; Francois Guillot

Mauricio Macri

Der neue liberale Präsident Mauricio Macri will mehr ausländisches Kapital und Investoren anlocken.

Buenos AiresNach zehn Jahren Eiszeit ist erstmals wieder eine Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Argentinien, um die Staatsfinanzen unter die Lupe zu nehmen. „Wir bauen die Beziehungen zu Argentinien wieder neu auf“, betonte am Montag der Chef der Mission, der Italiener Roberto Cardarelli in Buenos Aires.

Auf dem Programm stehen unter anderem Treffen mit Regierungs- und Wirtschaftsvertretern. Die Ergebnisse der Analysen können als Basis für neue Kredite dienen.

Unter der Regierung des linken Peronisten Néstor Kirchner waren 2006 die Beziehungen mit dem IWF abgebrochen worden. Argentinien bediente bestimmte Auslandschulden nicht mehr. Dadurch wurde das Land als technisch zahlungsunfähig eingestuft.

Der IWF wurde zum Feindbild, man warf der Institution vor, das südamerikanische Land zu unliebsamen Einschnitten zu zwingen. Unter dem neuen liberalen Präsidenten Mauricio Macri hat sich das Klima deutlich gewandelt, er will mehr ausländisches Kapital und Investoren anzulocken.

Im April beglich Argentinien die ausstehenden Schulden bei US-Hedgefonds und beendete damit einen langen Rechtsstreit. Insgesamt wurden 9,3 Milliarden Dollar (8,3 Milliarden Euro) überwiesen.

Der Vergleich sah vor, dass den Gläubigern rund 75 Prozent ihrer Forderungen zurückgezahlt wurden. Der Artikel IV der Zusammenarbeit zwischen dem IWF und seinen 188 Mitgliedsländern besagt, dass solche Inspektionsbesuche regelmäßig stattfinden sollen. „Mit Ausnahme von Venezuela und Somalia gibt es kein Land, dass diese Regelung so lange nicht erfüllt hat“, teilte das Finanzministerium in Buenos Aires mit.

Von

dpa

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