Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.08.2016

11:42 Uhr

Nach Erdbeben

Italien fordert Ausnahme von EU-Stabilitätskriterien

Der Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben in Italien könnte Monate dauern. Die Regierung fordert nun von der EU eine Lockerung der Stabilitätskriterien, um in die Erdbebensicherung investieren zu können.

Der Wiederaufbau in den Erdbebengebieten könnte Milliarden Euro kosten und über Jahre andauern. AP

Zerstörtes Dorf Santi Lorenzo e Flaviano

Der Wiederaufbau in den Erdbebengebieten könnte Milliarden Euro kosten und über Jahre andauern.

RomNach dem schweren Erdbeben mit mindestens 291 Toten in Italien hat die Regierung von der EU eine Lockerung der Stabilitätskriterien verlangt. So könnten zusätzliche Gelder in die Erdbebensicherung von Gebäuden fließen, hieß es am Sonntag aus Regierungskreisen. „Es geht nicht darum, willkürlich Geld auszugeben“, sagte der stellvertretende Wirtschaftsminister Enrico Zanetti der Tageszeitung „La Stampa“. Vielmehr wolle man mit notwendigen Investitionen auf die Erdbebengefahr reagieren.

Der Wiederaufbau in den Erdbebengebieten könnte nach Einschätzung von Fachleuten Milliarden Euro kosten und über Jahre andauern. Zudem entsprechen nach Berechnungen des Nationalen Ingenieurrats mehr als 50 Prozent der Privatwohnungen nicht den vorgegebenen Sicherheitsbestimmungen. Die Erdbebensicherung von Wohngebäuden in den am meisten gefährdeten Gegenden allein könnte demnach bis zu 36 Milliarden Euro kosten.

Italiens Premier als Krisenmanager: Die bemerkenswerte Wandlung des Matteo Renzi

Italiens Premier als Krisenmanager

Premium Die bemerkenswerte Wandlung des Matteo Renzi

Vom Staatsmann zum Landesvater in Rekordtempo: Nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien bewährt sich Premier Renzi als Krisenmanager. Instinktiv findet er die richtigen Worte – nicht ohne Seitenhieb auf Berlusconi.

In den EU-Defizitregeln gibt es bereits Ausnahmen bei Naturkatastrophen und Wiederaufbau. Rom will nun um eine Ausweitung der Regeln auf die präventive Erdbebensicherung bitten, sagte Claudio De Vincenti, Staatssekretär im Amt von Regierungschef Matteo Renzi, in einem Interview der Tageszeitung „Il Messagero“. Es handle sich um einen Schritt, den Europa tun müsse.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×