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01.07.2012

22:58 Uhr

Nach EU-Gipfel

Topbanker befürchten „Rettungsschirm light“

ExklusivExperten befürchten nach den Ergebnissen des EU-Gipfels ein Fass ohne Boden. Europa dürfe den Rettungsfonds nicht nach politischer Wetterlage ändern. Denn so könnte der Fonds seine Glaubwürdigkeit verlieren.

Ein Regenschirm mit dem Logo der EU vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. dpa

Ein Regenschirm mit dem Logo der EU vor dem Reichstagsgebäude in Berlin.

FrankfurtTopbanker und Bankenverbandschefs reagieren kritisch auf die Ergebnisse des jüngsten Europa-Gipfels. Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) sagte dem Handelsblatt (Montagsausgabe), zum erstmals möglichen Weg, angeschlagene Banken in Europa über den Rettungsfonds ESM direkt mit Kapital zu versorgen: „Wir müssen aufpassen, dass das nicht ein Fass ohne Boden wird.“ Die Rekapitalisierung von Krisenbanken über den ESM sei auch rechtlich noch einmal zu überprüfen. „Sie darf vor allem nicht zu immer größeren Risiken für die deutschen Steuerzahler führen. Das gleiche gilt für den Kauf von Staatsanleihen durch den Rettungsfonds.“

Er bekommt Unterstützung von Stefan Winter, dem Chef des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland, der davor warnt, dass die „Anstrengungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten nicht abnehmen dürfen, die notwendigen Strukturmaßnahmen vorzunehmen“. Gleichzeitig dürfe nicht der Eindruck aufkommen, Europa ändere den Rettungsfonds je nach politischer Großwetterlage. Sonst verliere der Fonds seine Glaubwürdigkeit. Und auf diese sei er angewiesen, da auch der Rettungsfonds sich refinanzieren müsse.

Für Andreas Schmitz, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, droht „ein Rettungsschirm light“, da Hilfsgelder ohne umfassende Kontrollmöglichkeiten gewährt werden könnten. „Direkte Hilfen des europäischen Rettungsschirms ESM an Banken in einzelnen Staaten sind nur zu verantworten, wenn eine funktionierende, schlagkräftige einheitliche europäische Aufsicht arbeitet und das Ganze mit Argusaugen überwacht.“

Kommentare (16)

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tylerdurden

01.07.2012, 23:06 Uhr

"Glaubwuerdigkeit verlieren..."??? Als waere noch irgendetwas aus der Hexenkueche der EU und ihrer Euro-Politiker auch nur ein wenig glaubwuerdig. Das ist doch nur noch eine dauerluegende Kasperletruppe

helioauswandern

01.07.2012, 23:18 Uhr

MOtte sagte es heute über "tonline": in zwei Jahren wird der Euro UNTERGEHEN wenn nicht die Strategie des Aufschiebens, des sich-posierens im Scheinwerferlicht nicht bezahlter Stromrechnungen, dieses Lügengetue das Lammert nun auf keinen Fall mit einer Volksabstimmung bewerten lassen will, denn das dumme Volk ist zu dumm für alles das...wenn das nicht aufhört und radikale Änderungen wie etwa die Befreiung von Deutschland ohne zweckdienliche Dramatisierung folgt, dann kommt der totale EUR-Absturz und der Niedergang Deutschlands. In zwei Jahren. Genug Zeit: auszuwandern.

WutUndFrustriertBuerger

01.07.2012, 23:34 Uhr

"Glaubwuerdigkeit verlieren..."??? - das war auch mein erster Gedanke. Aber dieser Gedanke gilt auch unseren Medien. Denn auch die sogenannten seriösen Medien bei uns sind vielfach zu Worthülsenblasenschleudern geworden sind. Es wird irgendwas eingängiges runtergeschrieben - oder im Tv runtergelallt.
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