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05.08.2014

12:37 Uhr

Nach EU-Sanktionen

Schweiz verbietet Bankgeschäfte mit Russen

Nachdem die USA und die EU als Reaktion auf die Ukraine-Krise die Sanktionen gegen Russland verschärft haben, ergreift nun auch die Schweiz weitere Maßnahmen: Die Banken dürfen keine neuen Geschäfte mit Russen machen.

Die Schweiz verbietet den Banken weitere Geschäfte mit Russen, dennoch betreffen die Sperren nicht alle. dpa

Die Schweiz verbietet den Banken weitere Geschäfte mit Russen, dennoch betreffen die Sperren nicht alle.

ZürichDie von der EU wegen des Ukraine-Konflikt mit Sanktionen belegten Russen und Ukrainer können nicht in die Schweiz ausweichen und dorthin Geld verschieben. Eigene Strafmaßnahmen nach dem Vorbild der EU und der USA lehnt das neutrale Land zwar weiter ab. Allerdings kündigte das Wirtschaftsministerium an, dass Schweizer Finanzgesellschaften ab Dienstag Abend mit weiteren 26 Russen und Ukrainern sowie 18 Organisationen keine neuen Geschäftsbeziehungen eingehen dürfen.

Auf der erweiterten Liste der Schweiz stehen nun alle 87 Personen und 20 Organisationen, gegen die sich die Strafmaßnahmen der EU-Staaten richten. Zu den Betroffenen zählen etwa die Chefs des russischen Inlands- sowie des Auslandsgeheimdienstes oder der ukrainische Separatisten-Anführer Alexander Boroday. Die EU wirft der Regierung in Moskau vor, zu wenig zur Aufklärung des mutmaßlichen Abschusses der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine beizutragen und die prorussischen Separatisten zu unterstützen.

Neben der EU haben auch die USA Sanktionen etwa gegen den russischen Finanzsektor sowie Lieferbeschränkungen für Rüstungsgüter und im Ölsektor beschlossen. Experten zufolge entfalten die Maßnahmen aber nur eine schnelle Wirkung, wenn Drittstaaten Russland nicht mit der unter Embargo stehenden Technologie beliefern oder sich andere Finanzplätze als Ausweichort für Geschäfte russischer Banken anbieten. Daher gilt die Unterstützung der Schweiz als wichtiger Finanzstandort als wichtig.

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Die Sperren der Schweiz sind allerdings begrenzt. Bestehende Geschäftsbeziehungen fallen nicht unter das Verbot. Die Finanzhäuser müssen die begünstigten Personen und den Wert der Vermögen einzig an die Behörden melden. Deutsche Politiker hatten in den vergangenen Tagen wiederholt kritisiert, dass sich die Schweiz nicht vollständig den EU-Sanktionen anschließen will. Die Regierung in Bern begründete die Zurückhaltung damit, dass die Schweiz ihre Rolle als Vermittlerin bewahren wolle. Bundespräsident Didier Burkhalter ist Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die in dem Konflikt zu vermitteln versucht.

Die Schweiz dürfte aber auch bemüht sein, die Wirtschaftsbeziehungen mit Russland nicht zu beschädigen. Als wichtiger Standort für Vermögensverwalter und Rohstoff-Händler zieht das Land viele reiche Russen an.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Mario Frey-Ritter

05.08.2014, 14:14 Uhr

Das die Schweiz nun ebenfalls die Notbremse bei Geschäften mit der Russischen Finanzwelt vornimmt finde ich richtig. Die Annektierung der Krim war ein Völker-widriges Verhalten und alle Ergebnisse der nun anfallenden Sanktionen sind eine Angemessene Antwort. Im übrigen sprechen in den Sozialen Netzwerken immer alle über die Westliche Welt die Sanktionen verhängten, es wird aber gerne Vergessen dass sich JAPAN,SÜDKOREA,MALAYSIA und Singapur also nicht wesentlich im Westen liegende Länder sich den Sanktionen angeschlossen haben. Die malaysische REGIERUNG wartet im übrigen noch immer auf Hinweise aus Moskau die diesem Abschuss helfen sollten aufzuklären, bisher kam kein Sterbens Wörtchen aus Moskau, obwohl Kuala Lumpur Moskau deutlich zur Mithilfe aufgefordert hat.

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