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20.12.2014

11:56 Uhr

Nach EU

USA und Kanada erweitern Sanktionen gegen Russland

Nach der EU haben am Freitag auch die USA und Kanada ihre Sanktionen gegen Russland und die annektierte Krim-Halbinsel verschärft. Das russische Außenministerium droht angesichts der Strafmaßnahmen mit Konsequenzen.

Kurz bevor sich US-Präsident Barack Obama in den weihnachtlichen Urlaub verabschiedet, setzt er noch einmal die Schrauben an und weitet die Sanktionen gegen Russland aus. ap

Kurz bevor sich US-Präsident Barack Obama in den weihnachtlichen Urlaub verabschiedet, setzt er noch einmal die Schrauben an und weitet die Sanktionen gegen Russland aus.

Washington/Ottawa/MoskauDie neuen Sanktionen der USA und Kanada befeuern die Krise nach Ansicht der russischen Regierung weiter. „Die Maßnahmen zielen darauf, den politischen Prozess zu stören“, erklärte das Außenministerium in Moskau am Samstag. „Wir raten Washington und Ottawa, über die Konsequenzen eines solchen Vorgehens nachzudenken“, hieß es weiter.

Nach der EU haben auch die USA und Kanada ihre Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise ausgeweitet. US-Präsident Barack Obama untersagte am Freitag unter anderem Investitionen in und Ausfuhren an die Krim-Halbinsel. Die neuen Sanktionen gälten für Güter, Technologie und Dienstleistungen, sagte Obama in Washington. Zudem ermächtigte er das Finanzministerium zu weiteren Strafmaßnahmen gegen Personen und Unternehmen in der Region.

Die Krim wurde nach einer international nicht anerkennten Volksabstimmung von Russland übernommen. Obama sprach von einer „russischen Besatzung und versuchten Annexion“ der Krim, die beendet werden müsse. Die Regierung in Moskau hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Lage in der Ukraine anzuheizen.

Der Rubel-Verfall - Ursachen und Folgen

Historisches Tief

Die Währung verlor seit Wochenbeginn mehr als 15 Prozent, die jüngste Erholung vom Mittwochvormittag auf einen Kurs von einem Dollar je 64 Rubel eingerechnet. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertverfall auf mehr als 50 Prozent. Allein am Dienstag war der Rubel zeitweise um 24 Prozent eingebrochen und hatte ein Rekordtief von einem Dollar je 80 Rubel markiert. Die Zentralbank hatte die Talfahrt noch in der Nacht zuvor mit einer drastischen Erhöhung des Leitzinses um 6,5 Prozent zu stoppen versucht. Doch vergebens.

Einkaufen bis zum Abwinken

Der Währungsverfall treibt die Russen in die Geschäfte. Begehrt sind bei den Kunden vor allem importierte Autos, Kühlschränke, Fernseher und Waschmaschinen. Ihre Devise: Noch schnell Rubel loswerden, bevor bald Schilder mit höheren Preisen in den Schaufenstern hängen.

„Nun ist genau die Zeit, um sämtliche Einkäufe zu erledigen, die man aufgeschoben hat, weil es morgen andere Preise gibt“ sagt Alexej Malachow, ein 27-jähriger IT-Angestellter, der ein Google-Telefon für 18 000 Rubel (rund 200 Euro) erstanden hat. Vor zwei Wochen habe er eine Waschmaschine gekauft. Seitdem habe sich deren Preis um 25 Prozent erhöht. „Wir haben nicht alles gekauft, was wir bräuchten, aber es ist kein Geld mehr übrig“, klagt er.

Dmitri Rajenko hat einen Ofen und einen Kaffeemacher ergattert. „Man muss das philosophisch angehen: Kauf, was du jetzt brauchst“, sagt der 45-jährige Angestellte im Sport-Marketing. „Wir sind in einem Wirtschaftskrieg, und es ist unwahrscheinlich, dass es bald besser wird.“

Der Öl-Faktor

Im Tandem mit den Sanktionen des Westens wurde der Absturz des Rubels von einem Preisverfall beim Öl angetrieben. Das Barrel sackte von einem Sommerhoch von 107 Dollar auf nunmehr 56 Dollar ab. Dabei kommt der Bärenanteil der Einnahmen der Regierung aus dem Ölgeschäft.

Der Angst-Faktor

Und doch erklärt sich die Währungskrise längst nicht allein aus dem Absturz der Ölpreise. Vielmehr herrsche eine Vertrauenskrise bei jedem, der im Markt involviert sei, konstatiert Philip Hanson, Experte für russische Wirtschaft am Königlichen Institut für Internationale Angelegenheiten in London. „Es ist einfach, das Wort 'Panik' zu benutzen, aber ich denke, das ist genau das, was passiert ist.“

Dazu gehöre, dass Unternehmen versuchten, ihre Rücklagen in Dollar umzuwandeln und auch gewöhnliche Bürger ihr Erspartes retteten, in dem sie Rubel umtauschten.

Zwar versuchen Staatsmedien das Ausmaß der Krise herunterzuspielen, doch selbst einige russische Beamte wirken ratlos. „Die Situation ist kritisch“, räumt der Vize-Chef der Zentralbank, Sergej Schwetsow

Schmerzhafte Sanktionen

Dem Rubel setzen die Sanktionen zu, die die USA und Europa wegen der Rolle Moskaus in der Ukraine-Krise verhängt haben. Hintergrund sind die Schwierigkeiten russischer Firmen, ihre Dollar- und Euroschulden auf den westlichen Kapitalmärkten zu refinanzieren. „Daher streben sie danach, Euros oder Dollars zu erwerben, um externe Schulden zu bezahlen und gehen dabei in einer Art und Weise vor, mit der sie das sonst nicht tun würden, wenn die Sanktionen nicht wären“, sagt Experte Hanson. Mit anderen Worten: Die Unternehmen erbetteln sich Dollars und verkaufen Rubel, um sie zu bekommen - und schicken den Rubel damit nur auf eine noch steilere Talfahrt.

Just auf dem Höhepunkt der Krise kündigte das Weiße Haus am Dienstag an, Präsident Barack Obama werde ein Gesetz mit neuen Strafmaßnahmen gegen Moskau unterzeichnen.

Hinter den Kulissen

Marktanalysten zufolge trug ein Geheimdeal des angeschlagenen staatlichen Ölgesellschaft Rosneft zur Aushöhlung des Rubel bei. Der von Putins Langzeit-Intimus Igor Seschin geführte Konzern ruft bereits seit Monaten nach einem Rettungsring der Regierung, weil die Sanktionen seine Möglichkeiten einschränkten, sich im Ausland Geld zu leihen.

Durch den Verkauf von Anleihen mit niedrigen Zinssätzen - laut Analysten an staatliche Banken - borgte sich Rosneft am Freitag 625 Millionen Rubel. Zu dem Zeitpunkt waren dies 10,9 Milliarden Dollar (rund 8,7 Milliarden Euro). Zwar stritt Rosneft ab, jegliche Erlöse aus den Anleihen in Dollar umgetauscht zu haben. Doch aus Sicht von Experten dürften Gerüchte über den Deal für die Währungskrise mitverantwortlich sein.

Rosneft sei so wichtig, dass es nur schwer vorstellbar ist, dass Russland den Konzern in die Zahlungsunfähigkeit gehen lasse, sagt Ewgeny Solowjow, Analyst bei der Société Générale in London. „Und wir haben eben gesehen, dass sie das nicht zulassen werden.“

Was tun?

Die jüngste Zinserhöhung durch die Zentralbank soll die Händler dazu ermuntern, an ihren Rubel festzuhalten. Doch Analysten zufolge war die Maßnahme schon deshalb unzureichend, weil Banken und Unternehmen viel größere Gewinne durch den Kauf harter Währung erzielen könnten. Im Übrigen könnten sich die höheren Zinssätze als Bumerang erweisen und der Wirtschaft schaden.

Sollten die panischen Rubel-Verkäufe weiter anhalten, könnten die russischen Behörden sich gezwungen sehen, Kapitalkontrollen einzuführen, mutmaßen Experten. Das wären jedoch schlechte Nachrichten für all jene ausländischen Investoren, die ihr Geld noch nicht aus Russland abgezogen haben.

Der kanadische Außenminister John Baird gab am Freitag ebenfalls Sanktionen bekannt, die insbesondere die Ausfuhr von Technologie für die Öl- und Erdgas-Industrie treffen. „Nichts zu tun, ist keine Option“, sagte Baird.

Die EU hatte bereits am Donnerstag die Sanktionsschraube weiter angezogen. Sie untersagte jegliche Investitionen auf der Krim sowie den Export von Gütern aus dem Öl- und Gassektor. Zudem dürfen die europäischen Kreuzfahrtschiffe die Halbinsel nicht länger ansteuern.

Der Westen hat gegen Russland wegen der Ukraine-Krise schon Sanktionen insbesondere im Finanz-, Rüstungs- und Energiebereich verhängt - offenbar mit gravierenden Folgen für die russische Wirtschaft. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte am Donnerstag bei seiner großen Pressekonferenz zum Jahresende in Moskau, die Sanktionen seien zu „25 bis 30 Prozent“ für die Wirtschaftskrise in seinem Land verantwortlich. Russland kämpft derzeit mit der schwersten Wirtschaftskrise seit 16 Jahren, seit Beginn des Jahres verlor der Rubel rund 40 Prozent seines Wertes.

Kommentare (3)

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Herr Holger Klekar

22.12.2014, 11:54 Uhr

Der USA-GB-Kanada- ....-Terror geht weiter.

Fordere - ein wenig Utopie:
Besatzungen von BRD, Kuba, Saudi Arabien,... beenden.

Rückgabe von Kalifornien und Texas an Mexiko.

Bezahlung der Kriegs-Verbrechen in Vietnam, Afghanistan, Kambodscha, Panama, Irak, Iran, Syrien, Palästina, Kuba, Ex-Jugoslawien, Bosnien, Kroatien, ...
und Wirtschafts-Verbrechen auf der ganzen Welt.

Die Verbrechen der Briten - GB - in Indien, Australien, usw., usw. sind auch nicht gerade
ein Vorbild.
Die Rolle der Briten bei den Massaker in Ruanda war auch besonders abartig.
Hatten das Ab-Schlachten der Opfer verharmlost.

Falkland Inseln und Argentinien. Da stehlen die Kolonialherren Land, Inseln,...
Falkland Inseln liegen ja direkt vor GB.

Aber die britischen Kolonial-Herren und Schlächter hatten ja nie Probleme - selbst in der direkten Nachbarschaft über die Länder herzufallen.

Offensichtlich soll um jeden Preis der 3. Weltkrieg provoziert und produziert werden.

Wirtschafts-Terror der Verbrecher- und Unrechts- Staaten Amerika und ihrer Vasallen reicht nicht aus.

Den Befehlsgebern des auserwählten Volkes reicht es nicht - maßlose Raff- und Machtgier weniger, die auch den Rest des auserwählten Volkes treffen wird.

1-2% absolut bösartiger "Menschen", die die Mehrheit der Menschen, Tiere und Umwelt
in Elend, immer mehr neue Kriege,.... treiben.

So viele Aufgaben und Arbeit sind da:
Müll aller Art auf der Erde, in den Meeren, in der Luft, ... überall.
Menschen, Tiere und Umwelt leiden.

Beendigung der Gewalt-Spiralen, Aufbau statt Zerstörung, Weltraum und Meere erforschen statt Kriege zu führen.

Gemeinsame -
* Forschungen, Ausbildungen, lebenslange Weiterbildungen, geistige und körperliche Weiterentwicklung, .... zum Nutzen aller Menschen, Tiere und Umwelt.
* Weltweite Versorgung aller Menschen
* Computer- und Roboter-Technik zum Wohle aller Menschen nutzen

Für Kriege und weiter so haben die Menschheit, die Tiere und die Erde keine Zeit mehr.
Die Folgen - weiter so - für alle L

Herr Holger Klekar

22.12.2014, 11:55 Uhr

Die Folgen - weiter so - für alle Lebewesen, Umwelt und die Erde sind kaum vorstellbar.

In BRD sorgen Angela D. Kasner Merkel dafür und in Ukraine ist Arseni „Jaz“ Jazenjuk
der Ausführende der VUSA -Israels.

Wie kann man die Gewalt beenden?

Herr Holger Klekar

22.12.2014, 11:57 Uhr

Die Folgen - weiter so - für alle Lebewesen, Umwelt und die Erde sind kaum vorstellbar.

In BRD sorgen Angela D. Kasner Merkel dafür und in Ukraine ist Arseni „Jaz“ Jazenjuk
der Ausführende der VUSA -Israels.

Wie kann man die Gewalt beenden?

Auch Interessant.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/12/22/ukraine-usa-wollen-allianz-deutschlands-mit-russland-verhindern/comment-page-5/#comments

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