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01.12.2012

13:30 Uhr

Nach Fehlstart im April

Nordkorea kündigt erneuten Start einer Rakete an

Acht Monate nach dem gescheiterten Raketentest wagt Nordkorea einen neuen Versuch. Zwar spricht das Land von einem Satellitenstart, doch Südkorea wittert hinter den Plänen des Nachbarn einen Test ballistischer Raketen.

Bereits im April schickte Nordkorea eine Rakete auf Reisen. Die war jedoch nicht lange unterwegs. dapd

Bereits im April schickte Nordkorea eine Rakete auf Reisen. Die war jedoch nicht lange unterwegs.

SeoulTrotz heftiger Kritik an seinem Raketenprogramm und internationaler Sanktionen hat Nordkorea den Start einer neuen Weltraumrakete in den nächsten drei Wochen angekündigt. Nordkorea wolle einen „weiteren einsatzfähigen Satelliten“ ins All schießen, berichteten die Staatsmedien des kommunistischen Landes am Samstag unter Berufung auf das Komitee für Raumfahrttechnologie.

Der Start soll zwischen dem 10. und 22. Dezember erfolgen. Beim letzten Start einer Rakete mit großer Reichweite in Nordkorea im April hatten die USA und Südkorea den Verdacht, es handele sich um den verdeckten Test einer Atomrakete. Die Rakete war kurz nach dem Abheben explodiert.

Südkorea sprach auch diesmal nach der Ankündigung Nordkoreas von einer „ernsten Provokation“. Das Außenministerium in Seoul warf dem Norden vor, erneut eine Langstreckenrakete unter dem Vorwand eines Satellitenstarts testen zu wollen. Das Nachbarland ignoriere damit Warnungen der internationalen Gemeinschaft und fordere eine strikte Reaktion heraus.

Satellitenbilder: Nordkorea will Langstrecken-Rakete starten

Satellitenbilder

Nordkorea vor Raketen-Test

Das zeigen nach Angaben eines US-Instituts neue Satellitenbilder.

Beobachter vermuten, dass Nordkorea mit dem geplanten Raketenstart unter anderem den ersten Todestag des früheren Machthabers Kim Jong Il am 17. Dezember würdigen will. Auch wolle sein Sohn und Nachfolger Kim Jong Un seine Stellung im einflussreichen Militär des Landes weiter festigen. Der Start würde außerdem um die Präsidentenwahl in Südkorea am 19. Dezember erfolgen. Deshalb wurde auch der Versuch einer Einflussnahme auf die Wahl im Nachbarland nicht ausgeschlossen.

Der geplante Satellitenstart geschehe auf „Geheiß des Führers Kim Jong Il“, hieß es in den nordkoreanischen Medien. Der langjährige Alleinherrscher war im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Kurz nach Kims Tod wurde sein noch nicht 30 Jahre alter Sohn zum neuen Machthaber ausgerufen.

Techniker hätten „die Fehler analysiert, die während des vorigen Raketenstarts im April gemacht wurden“, wurde das nordkoreanische Raumfahrtkomitee zitiert. Die neue Rakete soll vom Startort Sohae an der Westküste eine zweite Version des Beobachtungssatelliten Kwangmyongsong-3 auf eine Erdumlaufbahn bringen. Die Flugbahn sei so gewählt worden, dass eventuell herunterfallende Teile der „Trägerrakete“ für die Nachbarländer nicht gefährlich wären.

Auch beim Start einer Rakete vom Typ Unha-3 im April hatte Nordkorea von einem Satellitenstart gesprochen. Aus der Sicht der USA und Südkoreas will Nordkorea mit diesen Starts in Wirklichkeit die Technik für Interkontinentalraketen verbessern. Diese ballistischen Raketen sind die wichtigsten Trägermittel für atomare Sprengköpfe. Der Weltsicherheitsrat hatte den Raketenstart am 13. April in Nordkorea aufs Schärfste verurteilt. Bereits nach einem Atomtest in Nordkorea im Mai 2009 hatte der Sicherheitsrat das Land dazu aufgerufen, keine Nuklearversuche und Tests von ballistischen Raketen mehr zu unternehmen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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hanji

01.12.2012, 23:48 Uhr

Gut dass Handelsblatt hier exakt zitiert: Südkorea und die USA wittern mal wieder Böses! Noch genauer müsste man sagen: CIA, Pentagon, der Verband der US-Rüstungsindustrie und die mit diesem Trio aufs Engste verbundene Regierung Südkoreas erzählen der "Weltgemeinschaft", wie sie diesen Raketentest zu interpretieren haben. Die bösen "Commis" im Norden - alles was sie tun, agen, vorschlagen, selbst der noch so unprofessionelle Satelliten-Raketentest, ist gegen Friede & Freiheit gerichtet, die die USA doch so vorbildlich in ihrer Außenpolitik verteidigen!

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