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28.06.2012

16:33 Uhr

Nach Flugzeug-Abschuss

Türkei sammelt Militär an syrischer Grenze

Die Spannungen zwischen der Türkei und Syrien verschärfen sich. Nach dem Abschuss eines türkischen Jets zieht die Türkei ihre Streitkräfte an der syrischen Grenze zusammen. Eine Vorsichtsmaßnahme, sagen die Behörden.

Ein Militärtruck auf dem Weg zur syrischen Grenze. Er transportiert Raketengeschosse. AFP

Ein Militärtruck auf dem Weg zur syrischen Grenze. Er transportiert Raketengeschosse.

AnkaraDie Türkei reagiert auf den Abschuss eines Kampfflugzeugs durch Syrien mit einer Demonstration militärischer Stärke. An der Grenze zum Nachbarland zogen die Streitkräfte am Donnerstag Truppen zusammen. Der syrische Präsident Baschar al-Assad gerät unterdessen auch in der Hauptstadt Damaskus immer stärker unter Druck: Im Stadtzentrum kam es zu einer schweren Explosion. Nach Darstellung des amtlichen Fernsehens griffen Rebellen das höchste Gericht an. Eine politische Lösung rückte in weite Ferne: Gegner des Staatschefs äußerten sich zum Vorschlag des internationalen Vermittlers Kofi Annan zur Bildung einer Übergangsregierung skeptisch.

Türkische Militärkolonnen näherten sich im Südosten des Landes der Grenze. In der Provinz Hatay würden Flugabwehrwaffen stationiert, teilten die Behörden in Ankara mit. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme nach dem Abschuss der F-4 „Phantom" in der vergangenen Woche. Eine Kolonne mit etwa 30 Fahrzeugen verließ die Hafenstadt Iskenderun und näherte sich langsam der Grenzregion. Auch würden gepanzerte Fahrzeuge in Kasernen in der Stadt Sanliurfa gebracht, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu.

Sanliurfa liegt etwa in der Mitte des Grenzverlaufes zwischen Syrien und der Türkei. Syrische Rebellen sagten der Nachrichtenagentur Reuters nahe der Grenze, sie gingen nicht davon aus, dass die Türkei eine Intervention vorbereite. „Die Türkei weiß, dass jede großangelegte Militäraktion internationale Unterstützung braucht", erklärte ein hochrangiger Kommandeur.

Der Nahost-Experte David Hartwell vom Beratungsunternehmen IHS sprach von einer pragmatischen Antwort. „Damaskus wurde bereits verwarnt. Ich bezweifle, dass es eine zweite Warnung geben wird." Ministerpräsident Tayyip Erdogan, einer der schärfsten Kritiker Syriens, hatte angekündigt, nach dem Abschuss des Flugzeugs die Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze zu erhöhen.

Syrien und die Türkei hatten bis zum Aufstand gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad enge Beziehungen. Die türkische Regierung erhob aber nach der Eskalation in dem Nachbarland laut eine kritische Stimme. Die Türkei bietet mehr als 33.000 syrischen Flüchtlingen sowie Rebellen der Freien Syrischen Armee Unterschlupf.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

28.06.2012, 18:44 Uhr

Wer den Krieg will bekommt ihn auch, und ich meine damit nicht die Syrer. Siehe Golf von Tonkin.

Was Kriegspropaganda ist und wie die Medien, auch das ZDF, lügen sieht man hier sehr schön:

http://www.youtube.com/watch?v=Ei_2bk0JQdo

...auch wenn ich mit der Einstellung des Uploaders (Kommunistische Innitiative) NICHT sympathisiere!

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