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11.03.2011

16:21 Uhr

Nach Freitagsgebeten

Wieder fordern die Menschen Reformen

Nach den Freitagsgebeten zur Demonstration: In den arabischen Golf-Staaten haben Zehntausende Reformen gefordert. In Saudi-Arabien soll die Polizei Proteste verhindern. In Kuwait wurde Tränengas eingesetzt.

Polizeikontrolle in Riyadh: In Saudi-Arabiens Hauptstadt soll die Polizei Proteste verhindern. Quelle: dapd

Polizeikontrolle in Riyadh: In Saudi-Arabiens Hauptstadt soll die Polizei Proteste verhindern.

RiadIn den arabischen Golf-Staaten sind nach den Freitagsgebeten wieder Zehntausende Menschen für demokratische Reformen auf die Straße gegangen. Im ölreichen Saudi-Arabien, wo Demonstrationen strengstens verboten sind, zeigte die Polizei massive Präsenz, um Protestaktionen nach dem Vorbild von Tunesien und Ägypten im Keime ersticken zu können.

Im kleinen Königreich Bahrain herrschte am Freitag wegen eines geplanten Marsches radikaler Oppositionsgruppen zum Königshof eine gespannte Atmosphäre. In Kuwait feuerten die Sicherheitskräfte Tränengasgranaten ab, um eine Demonstration mehrerer Hundert staatenloser Araber aufzulösen. Im Jemen gingen wieder Anhänger und Gegner des langjährigen Präsidenten Ali Abdullah Saleh auf die Straße.

In der saudiarabischen Hauptstadt Riad waren Dutzende uniformierte Polizisten am Hauptplatz. Über einer Moschee kreiste ein Hubschrauber, in der Nähe standen voll besetzte Polizeibusse. Auch aus der zweitgrößten Stadt Dschidda wurde eine große Polizeipräsenz gemeldet. In der Stadt Hofuf im Osten des Landes zogen Einwohnern zufolge etwa 200 Menschen durch die Stadt. Bereits am Donnerstag waren die Sicherheitskräfte gegen Demonstranten vorgegangen.

In Bahrain warnte das Innenministerium vor dem Marsch auf den königlichen Hof. Eine derartige Aktion würde die innere Sicherheit des Inselstaates bedrohen. Gemäßigte Gruppen forderten die Absage der Demonstration. Die meisten Bewohner Bahrains sind Schiiten, während die Königsfamilie der sunnitischen Glaubensrichtung des Islam anhängt.

Die Gegner des jemenitischen Präsidenten Saleh forderten erneut den Rücktritt des langjährigen Staatschefs. Ausgangspunkt der Protestmärsche in der Hauptstadt Sanaa war das Gelände der Universität. Angebote des Präsidenten für eine neue Verfassung lehnt die Opposition als unzureichend ab. Die Anhänger Salehs riefen auf ihrer Gegendemonstration zum Dialog auf und warnten vor Chaos im Land.

Von

rtr

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