Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.05.2011

12:49 Uhr

Nach gescheiterter Wahlrechtsreform

Britische Koalition will trotz Krach zusammenhalten

Nach dem „Nein“ der Bürger zu einem neuen Wahlrecht demonstriert die britische Regierung Geschlossenheit. In Schottland könnte eine Volksabstimmung erst noch bevorstehen – über die Loslösung von Großbritannien.

„United we stand“: Regierungspolitiker Cameron (l.) und Clegg. Quelle: dpa

„United we stand“: Regierungspolitiker Cameron (l.) und Clegg.

LondonNach der überwältigenden Ablehnung eines neuen Wahlrechts bei der Volksabstimmung in Großbritannien hat die Koalitionsregierung aus Konservativen und Liberaldemokraten Geschlossenheit demonstriert. Sowohl Premierminister David Cameron von den konservativen Tories als auch sein Vize Nick Clegg von den bei den gleichzeitigen Kommunalwahlen abgestraften Liberaldemokraten betonten, die Koalition werde weiter arbeiten.

„Ich glaube, das britische Volk will nun, dass wir in einer guten, starken, entschiedenen Regierung für die langfristigen Interessen des Landes zusammenarbeiten - Konservative und Liberaldemokraten gemeinsam“, sagte Cameron. Clegg räumte ein, dass seine Partei viele Enttäuschungen verarbeiten müsse. „Aber die Entscheidung ist eindeutig.“ Die Volksabstimmung über das Wahlrecht hatte sich am Freitagabend zum Desaster für die „LibDems“, den kleineren Koalitionspartner, entwickelt.

Fast 70 Prozent der Briten entschieden sich gegen die von den Liberalen angestrebte Abschaffung des Mehrheitswahlrechts. Das Ende des britischen Mehrheitswahlsystems war ein zentrales Anliegen der Liberaldemokraten gewesen, die seit einem Jahr in der Koalition mit den Konservativen arbeiten. Die Tories wollten das alte Wahlrecht beibehalten.

Die Liberaldemokraten erlitten bei den gleichzeitig stattfindenden Regional- und Kommunalwahlen im Vereinigten Königreich unterdessen dramatische Verluste. In Schottland, wo die Schottische Nationale Partei (SNP) einen historischen Sieg feierte und die absolute Mehrheit im Regionalparlament erreichte, schrumpften sie auf ein knappes Drittel ihrer bisherigen Fraktionsstärke. Bei den Kommunalwahlen in England verloren sie die Kontrolle über die Gemeinderäte in Hull, Liverpool und Sheffield, der politischen Heimat ihres Parteichefs Nick Clegg.

Schottland steuert nach dem Gewinn der absoluten Mehrheit durch die SNP auf eine Volksabstimmung über die Loslösung von Großbritannien zu. Parteichef Alex Salmond kündigte an, er werde sich für eine Abstimmung einsetzen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×