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28.07.2013

16:25 Uhr

Nach Gewaltexzessen

Ägypten droht der Bürgerkrieg

In Ägypten geht der Sicherheitsapparat mit brutaler Härte gegen protestierende Islamisten vor. Nach den Gewaltexzessen vom Wochenende mit vielen Toten steht das Land am Abgrund. Das setzt auch die USA unter Druck.

Mursi-Anhänger: Steinmauern gegen die Polizeigewalt dpa

Mursi-Anhänger: Steinmauern gegen die Polizeigewalt

Kairo/WashingtonNach den Gewaltexzessen gegen Anhänger des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi in der ägyptischen Hauptstadt Kairo droht das bevölkerungsreichste arabische Land in den Bürgerkrieg abzugleiten. Die USA verstärkten ihren Druck auf die Militärmachthaber, demokratische Grundrechte zu wahren und warnten, das Land stehe vor dem Abgrund. Eine direkte Schuldzuweisung vermied die Regierung des wichtigsten Verbündeten aber erneut.

Beim äußerst gewaltsamen Vorgehen von Polizei und Armee gegen Muslimbrüder starben am Samstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 65 Menschen. Mursis Muslimbrüder sprachen über 100 Opfern der Polizeigewalt. Nach Angaben der Rettungsdienste starben 72 Menschen.

Im Feldspital der Muslimbruderschaft vor der Raba-al-Adawija-Moschee wurden Tote und Schwerverletzte, in blutverschmierte Decken und Laken gehüllt, angeliefert wie am Laufband. Die Ärzte operierten sprichwörtlich im Blut watend.

Ägypten: Dramatische Szenen in Kairo

Ägypten

Dramatische Szenen in Kairo

In Ägypten spitzt sich die Lage dramatisch zu. Offenbar schießt nicht nur das Militär auf Muslimbrüder, auch Gegner der Mursi-Anhänger greifen zur Waffe. Das Land steht kurz vor einem Bürgerkrieg.

In den Stunden zuvor waren die Mursi-Anhänger am Samstag von ihrem Protestcamp bei der Moschee im Kairoer Stadtteil Nasr City losgezogen, um die Stadtautobahn zu blockieren. An der nahe gelegenen Auffahrt prallten sie mit der Bereitschaftspolizei zusammen. In der stundenlangen Straßenschlacht schossen die Polizisten mit scharfer Munition.

Augenzeugen zufolge hatten Polizisten mit Helmen und schwarzen Uniformen zunächst Tränengas auf die Demonstranten abgefeuert. Dann sei scharf geschossen worden. „Auf den Dächern waren Scharfschützen. Ich konnte die Kugeln hinter mir zischen hören“, sagte ein Anwesender: „Die Leute fielen einfach um.“ Es ist bereits das zweite Mal in diesem Monat, dass es zu Massentötungen von Muslimbrüdern kommt. Am 8. Juli hatten Sicherheitskräfte 53 Mursi-Anhänger erschossen, die nach offizieller Darstellung das Gebäude stürmen wollten, in dem Mursi festgehalten werden soll.

Die islamistischen Unterstützer des inhaftierten Ex-Präsidenten Mursi und auch Sanitäter gaben an, dass vielen Opfern in den Kopf geschossen worden sei. Innenminister Mohamed Ibrahim bestritt, dass die Polizei scharf auf die Menge geschossen habe. Zugleich drohte er mit der Räumung des Protestlagers - was eine weitere Eskalation bedeuten würde.

Kommentare (19)

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btw

28.07.2013, 16:34 Uhr

Da droht kein Bürgerkrieg: da ist er voll im Gange.

Danke liebe Islamisten: nun wissen wir alle was
ihr wollt: Blut.

TagDerAbrechnung

28.07.2013, 17:18 Uhr

Der Kampf gegen den Islamismus ist nur mit dem Kampf gegen den Nationalsozialismus vergleichbar. Die ganze Welt sollte das ägyptische Militär unterstützen um Frieden und Freiheit auf unserem Planeten zu bewahren. Politiker, die Mursi unterstützen, entlarven sich selbst als Feinde der Demokratie und sollten bei nächster Gelegenheit abgewählt werden.

Account gelöscht!

28.07.2013, 17:45 Uhr

solange der unaufgeklärte und sexuell unterdrückte Islamist glaubt, er könne nach seinem Märtyrer-Tod ein gutes Dutzend Jungfrauen schwängern, macht er diesen Spuk seiner Hassprediger willig mit.

Dumm nur, dass der Märthyrer nachdem er sich selbst zerfetzt hat keine einzige Jungfrau mehr befriedigen kann ... dumm gelaufen, nur das wissen die Islamisten nicht.

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