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01.05.2012

19:56 Uhr

Nach Gewaltvorwürfen

USA fordern Freilassung von Timoschenko

Nachdem Fotos bekannt geworden sind, die Gewalt gegen die Oppositionsführerin Julia Timoschenko belegen sollen, erhöhen die USA den Druck auf die Ukraine. Auch weitere Ex-Kabinettsmitglieder sollten freigelassen werden.

Das am 27. April veröffentlichte Foto zeigt die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko. Es soll Verletzungen durch Schläge ihrer Wärter belegen. dpa

Das am 27. April veröffentlichte Foto zeigt die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko. Es soll Verletzungen durch Schläge ihrer Wärter belegen.

WashingtonUS-Außenministerin Hillary Clinton hat die Haftbedingungen der ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko kritisiert und eine sofortige Freilassung der im Gefängnis erkrankten Politikerin gefordert. Clinton verwies am Dienstag in einer Erklärung auf kürzlich veröffentlichte Fotos, die belegen sollen, dass Timoschenko von Wärtern geschlagen wurde. Die Aufnahmen ließen noch mehr Zweifel an den Haftbedingungen der Oppositionsführerin aufkommen, erklärte Clinton. Die USA forderten daher nicht nur die sofortige Freilassung von Timoschenko sondern auch die weiterer Kabinettsmitglieder der früheren Regierung.

Timoschenko ist in ihrem Heimatland zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden und klagt über Misshandlungen im Gefängnis. Sie leidet nach eigenen Angaben an schweren Rückenschmerzen und ist in der vergangenen Woche nach den angeblichen Gewaltübergriffen von Wärtern in den Hungerstreik getreten. Die Verfahren gegen sie und andere Mitglieder der früheren Regierung sind in ihren Augen Schauprozesse, um die Opposition mundtot zu machen. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass Timoschenko zur medizinischen Behandlung ausreisen darf. Die Berliner Universitätsklinik Charité hat angeboten, sie zu behandeln.

Die Tochter von Timoschenko hatte zuvor geklagt, dass sich der Gesundheitszustand ihrer hungerstreikenden Mutter dramatisch verschlechtert habe. „Uns läuft die Zeit davon. Ich weiß nicht, wie lange meine Mutter den Hungerstreik noch aushält, ob fünf oder zehn Tage“, sagte Jewgenija Timoschenko in Prag. Die Inhaftierung der früheren Ministerpräsidentin hat wenige Wochen vor Beginn der Fußball-EM zu einem schweren Konflikt zwischen der Europäischen Union und der Ukraine geführt. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso ließ mitteilen, er werde das Land nicht zur Fußball-Europameisterschaft besuchen, die die Ukraine ab Juni gemeinsam mit Polen ausrichtet. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht einen Besuch zur Fußball-EM ebenfalls von der politischen Entwicklung in dem Land abhängig. Die deutsche Fußballnationalmannschaft trägt alle drei Vorrundenspiele in der Ukraine aus. Das Endspiel findet am 1. Juli in Kiew statt.

Von

rtr

Kommentare (5)

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undertaker

01.05.2012, 20:26 Uhr

Das haut doch dem Faß den Boden aus: die USA unterhalten in Guantanamo völkerrechtswidrig ein Konzentrationslager in das jeder verschleppt werden kann, den die USA als verdächtigen Terroristen ansehen. Inhaftiert wird ohne Rechtsbeistand, gefoltert und sogar hingerichtet. Unsere Politiker sollten sich besser um dieses Thema der Menschenrechtsverletzung kümmern, als dieser inzenierten US-Kampagne nachzulaufen, die nur dazu angelegt ist, die Staaten der früheren UDSSR innenpolitisch zu destabilisieren.

Account gelöscht!

01.05.2012, 21:41 Uhr

Sport, eine "politische Muppetveranstaltung". Mal sehen, was sich so noch in Berlin, in enger braver Absprache mit USA, entwickelt. Genügend Demagogen streifen ja durch die Bezahlblattwelt.
Lasst die Dame frei, deren Gruppierung hat den Machtkampf im "Aspiranten-EU-Kandidatenland" verloren. basta.

Oelblase

01.05.2012, 22:11 Uhr

(...)

Der Unterschied zu den Häftlingen in Guantanamo ist der, dass sie das eigene Volk terrorisiert hat und es kein Waterboarding bedurfte, um ihre Schuld festzustellen.

Man schaue sich doch nur mal wo die Urakine nach der "Orangen Revolution" heute steht: am Abgrund. Das ist Timoschenko Werk. Ich finde, dass 7 Jahre viel zu milde sind. Bei guter Führung sollte die erst nach 15 Jahren freigelassen werden.

+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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