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26.01.2015

21:49 Uhr

Nach Griechenland-Wahl

Euro-Partner lehnen Schuldenschnitt ab

Griechenland will auch mit der neuen Regierung Tsipras in der Eurozone bleiben. Doch was wird aus dem Rettungsprogramm und den Schulden? Europa wartet auf Ansagen – und gibt ein klares Nein für den Schuldenschnitt.

Forderungen aus Griechenland

Euro-Finanzminister lehnen Schuldenschnitt ab

Forderungen aus Griechenland: Euro-Finanzminister lehnen Schuldenschnitt ab

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BrüsselDie Euro-Partner lehnen einen neuen Schuldenschnitt für Griechenland ab. Für einen Forderungsverzicht gegenüber Athen gebe es nicht viel Unterstützung, sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Montag in Brüssel. Das Linksbündnis Syriza als großer Wahlsieger in Griechenland hatte einen Schuldenschnitt gefordert. Dabei würde ein Teil der Schulden erlassen.

Dijsselbloem begrüßte nach mehrstündigen Beratungen, dass die neue Links-Rechts-Regierung von Syriza-Chef Alexis Tsipras in der Eurozone bleiben wolle. Er rief Athen auf, sich an entsprechende Regeln und Verpflichtungen zu halten. „Die Probleme sind immer noch da“, sagte der Niederländer, „es gibt noch viel Arbeit zu tun.“

Die Eurogruppe habe schon viel unternommen, um die Schuldenlast zu mindern, beispielsweise über niedrige Zinsen und gestreckte Kreditlaufzeiten. „Es ist die Frage, ob wir noch mehr dazu tun müssen“, meinte Dijsselbloem.

Die Hilfsprogramme für Griechenland

Zwei Hilfspakete

Um eine Staatspleite abzuwenden, unterstützen die internationalen Geldgeber Griechenland seit Mai 2010. Dabei helfen die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) mit zwei Hilfspaketen von zusammen rund 240 Milliarden Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) überwacht gemeinsam mit IWF und EU die Hilfen.

Das erste Hilfsprogramm

Beim ersten Hilfsprogramm erhielt Athen Kredite direkt von den Euro-Partnern. 73 Milliarden Euro sind ausgezahlt worden, der deutsche Anteil liegt bei 15,17 Milliarden Euro.

Schuldenschnitt

Außerdem gab es einen Schuldenschnitt: Dabei mussten Griechenlands private Gläubiger mehr als die Hälfte ihrer Forderungen abschreiben. Dieser Schritt vom März 2012 verringerte den Schuldenberg Griechenlands auf einen Schlag um 100 Milliarden Euro.

Das zweite Hilfsprogramm

Aus dem zweiten Hilfsprogramm sind bislang rund 153 Milliarden Euro nach Griechenland geflossen. Sie kommen aus dem gemeinsamen Euro-Rettungsschirm EFSF und vom IWF.

Die Staatsschulden in Griechenland werden im laufenden Jahr knapp 169 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen, erlaubt sind höchstens 60 Prozent, so die EU-Kommission. Vor drei Jahren hatten Privatgläubiger wie Banken einen Schuldenschnitt von 50 Prozent hinnehmen müssen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble pochte auf Vertragstreue. „Niemand drängt Griechenland irgendetwas auf, aber die Verpflichtungen gelten“, sagte der CDU-Politiker. Es habe derzeit keinen Sinn, über einen Schuldenschnitt zu reden.

Kommentare (10)

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Herr Michael Müller

27.01.2015, 07:35 Uhr

NOCH!

Jede Wette, dass unsere Politiker wieder einmal auf Kosten des Deutschen Zahlmichl einbrechen, schließlich ist der Euro alternativlos und Griechenland ist auf dem besten Weg.

Beispiele für Vertragsbrüche gibt es in der Geschichte der EU ja mehr als genug!!!

Die "Leistung" unserer Politiker ist auch daran erkennbar, dass das Durchschnittsvermögen der Norweger, Schweden, Dänen, Engländer, Franzosen und Belgier deutlich höher ist als das der Deutschen! Trotzdem zahlen wir mehr als alle anderen?!

Herr Sascha Fischer

27.01.2015, 08:03 Uhr

Hahahaha..Vertragsbrüche, an Verpflichtungen halten..das diese Leute nicht schmunzeln müssen bei diesen Aussagen. Ständig bricht die EU ihre Verträge..Rettungsschirm, %-Angaben der maximalen Neuverschuldung gemessen am BIP, keine Schuldenunion, EZB darf keine Anleiehn der EU-Länder kaufen usw.

Die EU bricht fast jeden Tag selbstauferlegtes Recht und dann labern die rum als hätten sie auch nur den Hauch eines Rechtes solche Sprüche Griechenland ggü zu klopfen.

Das Geld ist eh weg. Ich kann den Griechen nur empfehlen, die Schulden einfach zu streichen(ganz ehrlich, ist eh von Draghi erzeugtes Geld..es hat niemanden etwas gekostet) und aus der EU auszutreten..dann können sie mit der Drachme wieder die Währungspolitik machen die ihnen am besten hilft.

Ein verelendetes griechisches Volk nutzt doch auch keinem etwas. Oder?

Herr Klaus Hofer

27.01.2015, 08:59 Uhr

Die Linken in ganz Europa jubeln über den Wahlsieg der Syriza. Für die Linken sind natürlich nicht die Griechen selbst ( trotz verbreiteter Steuerhinterziehung in allen Kreisen, überbordender
Korruption und einer nicht vertretbaren Staatsquote bei einer gleichzeitig völlig ineffizienten Administration ) an ihrem Dilemma schuld, sondern die EU sowie der IWF aufgrund der verordneten Sparpolitik. Nun sind diejenigen am Ruder, die nach Franz Josef Strauß " alles bestreiten, außer ihrem Lebensunterhalt " .

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