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04.01.2015

12:39 Uhr

Nach Hackerangriff

Nordkorea schlägt nach US-Sanktionen scharfe Töne an

Die USA seien noch nicht von ihrem „tief verwurzelten Widerwillen und der Feindseligkeit“ weggekommen, kritisiert Nordkorea. Zuvor hatte Washington Sanktionen gegen Regierungsmitglieder verkündet.

Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un im Kreise der Militärs. dpa

Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un im Kreise der Militärs.

Seoul/WashingtonNach der Verschärfung der US-Sanktionen gegen Nordkorea als Reaktion auf den Hackerangriff auf das Filmstudio Sony Pictures hat die Staatsführung in Pjöngjang erneut scharfe Töne angeschlagen. Angesichts des feindseligen Verhaltens der USA setze Nordkorea in dem Konflikt noch stärker auf sein Militär, sagte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums am Sonntag. Zuvor hatte Washington Strafmaßnahmen gegen weitere nordkoreanische Regierungsvertreter und Unternehmen verhängt.

"Das anhaltende und einseitige Verhalten des Weißen Hauses, 'Sanktionen' zu verhängen (...), beweist deutlich, dass es immer noch nicht von dem tief verwurzelten Widerwillen und der Feinseligkeit weggekommen ist", sagte der Ministeriumssprecher in Pjöngjang laut der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. Dass Washington nicht auf Nordkoreas Vorschlag eingehe, den Hackerangriff auf Sony gemeinsam zu untersuchen, offenbare das "Schuldbewusstsein" der USA.

Militär in Nord- und Südkorea

Zwei militärische Regionalmächte

An Koreas Waffenstillstandslinie am 38. Breitengrad stehen sich zwei von Großmächten unterstützte militärische Regionalmächte gegenüber. Während im westlich orientierten Südkorea Angaben über das Militär meist öffentlich zugänglich sind, beruhen Daten zur Armee des abgeschotteten Nordens meist auf Schätzungen.

Truppenstärke

Rund 1,19 Millionen Streitkräfte stehen Nordkorea zur Verfügung. Davon entfallen 1,02 Millionen auf das Heer, 60.000 auf die Marine und 110.000 auf die Luftwaffe. Außerdem stehen 600.000 Reservisten bereit. Südkorea besitzt eine Truppenstärke von rund 655.000 Menschen, wobei 522.000 auf das Heer, 68.000 auf die Marine und 65.000 auf die Luftwaffe entfallen. Zusätzlich gibt es in Südkorea 4,5 Millionen Reservisten.

Kampfpanzer

Nordkorea verfügt über 3.500 Kampfpanzer. In Südkorea sind es 2.750 an der Zahl.

Artilleriegeschütze

10.774 Artilleriegeschütze befinden sich im Besitz von Südkorea. Mehr als das doppelte, insgesamt etwa 21.000 Stück sind es in Nordkorea.

Boden-Boden-Raketen

Zu den Boden-Boden-Raketen zählen solche, die vom Boden aus gegen Bodenziele eingesetzt werden. Darunter fallen unter anderem Raketengranaten oder Panzerfäuste. 64 solcher Waffen hat Nordkorea zur Verfügung, 30 sind es in Südkorea.

Kampfflugzeuge

Etwa 620 Kampfflugzeuge sind in Nordkorea für den Einsatz bereit, davon entfallen 458 auf Jagdflugzeuge, 80 sind reine Bomber. Südkorea verfügt über 490 einsatzbereite Kampfflugzeuge, worunter sich 467 Jagdflugzeuge befinden.

Kriegsschiffe

Über lediglich drei Kriegsschiffe verfügt Nordkorea - allesamt Fregatten. 47 Schiffe stehen Südkorea zur Verfügung, darunter ein Kreuzer, 6 Zerstörer, 12 Fregatten und 30 Korvetten.

Taktische U-Boote

Solche U-Boote sind für gewöhnlich mit Torpedos bewaffnet. 70 dieser Boote hat Nordkorea auf Lager, 23 sind es in Südkorea.

Kleinere Küstenwachtboote

Nordkorea verfügt zusätzlich über 383 Küstenwachtboote. Südkorea kommt auf eine Zahl von 111.

Deren Regierung missbrauche den Hackerangriff, um Nordkorea international weiter zu isolieren. Die neuen Sanktionen würden sein Land aber dazu bewegen, seine unter dem Namen Songgun bekannten Politik des Militärprimats weiter zu betreiben, fügte der Sprecher hinzu.

Das US-Finanzministerium hatte am Freitag mitgeteilt, dass Strafmaßnahmen gegen zehn Vertreter der Regierung in Pjöngjang sowie gegen drei Organisationen und Unternehmen verhängt worden seien. Damit werde Nordkorea für sein "destruktives und destabilisierendes Verhalten" zur Verantwortung gezogen. Die Strafmaßnahmen seien die Antwort auf die "zahlreichen Provokationen, insbesondere die jüngste Cyberattacke auf Sony Pictures und die Drohungen gegen Kinos und Zuschauer".

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