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15.01.2012

19:43 Uhr

Nach Herabstufung

Frankreich verzichtet auf neue Sparmaßnahmen

Frankreichs Finanzminister Baroin hält weitere Sparmaßnahmen nach der Herabstufung des Landes für nicht notwendig. Statt auf neue Haushaltspläne konzentriere sich Regierung auf die Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs.

Frankreichs Finanzminister Francois Baroin. dpa

Frankreichs Finanzminister Francois Baroin.

BerlinDie Regierung in Paris sieht sich nach der Herabstufung Frankreichs durch die Ratingagentur Standard & Poor's nicht zu zusätzlichen Sparmaßnahmen gezwungen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit den bereits getroffenen Maßnahmen die Ziele für 2012 zur Reduzierung des öffentlichen Defizits einhalten können“, sagte Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister François Baroin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ laut Vorabbericht.

„Es wird also keine neuen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung geben.“ Die Regierung werde ihre Anstrengungen auf die strukturellen Reformen konzentrieren, mit denen sie die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft verbessern wolle. Dabei gehe es unter anderem um eine Senkung der Arbeitskosten.

Baroin sagte weiter, nach seiner Einschätzung werde sich die Herabstufung Frankreichs nicht negativ auf das Vorziehen des dauerhaften Stabilitätsmechanismus ESM auswirken. Frankreich und Deutschland hätten sich für ein schnelleres Befüllen des Europäischen Stabilitätsmechanismus schon für 2012 ausgesprochen. „Eine solche Beschleunigung ist möglich, ohne das finanzielle Gleichgewicht Frankreichs substanziell zu verändern.“ Frankreich werde weiterhin von sehr günstigen Anleihekonditionen profitieren.

Die Herabstufung mehrerer Garantiegeber des bestehenden Hilfsfonds EFSF habe nicht zwangsläufig eine Erhöhung ihrer Finanzierungskosten zur Folge, sagte Baroin zudem. Ein gutes Beispiel dafür seien die USA. „Es besteht auch nicht automatisch ein Zusammenhang zwischen dem EFSF-Zinssatz und dem der Länder.“

Präsident Nicolas Sarkozy hatte am Sonntag weitere Reformen angekündigt, die er bis Ende des Monats vorschlagen wolle. „Wir können die Krise überwinden, solange wir den gemeinsamen Willen dazu haben und die Kraft aufbringen, unser Land zu reformieren“, erklärte der Staatschef, für den die Herabstufung ein Rückschlag im Kampf um seine Wiederwahl im Mai bedeutet. Für Mittwoch hat Sarkozy Gespräche mit Gewerkschaftsvertretern und Arbeitgebern angesetzt.

Standard & Poor's hatte am Freitag verbunden mit harscher Kritik am Krisen-Management der Europäer die Kreditwürdigkeit gleich einer ganzen Reihe von Euro-Ländern gesenkt, darunter auch Frankreich. Der Wirtschaftsriese büßte genauso wie auch Österreich das bisherige Top-Rating ein. Insgesamt 9 der 17 Euro-Länder sackten im S&P Bewertungssystem ab. Deutschland behielt seine Bestnote AAA.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Bingo

15.01.2012, 19:55 Uhr

Wir konnten doch letztens so genüßlich im Handelsblatt lesen, dass die Franzosen auch so effizient sind. Da wird's doch wohl keine Wettbewerbsprobleme geben? Und wieso hat Frankreich bei seiner industriellen Effizienz überhaupt ein Handelsbilanzdefizit?
Die Wahrheit ist, Frankreich gehört zu den PIGS, die FPIGS...

MikeM

15.01.2012, 20:01 Uhr

Frankreich will nicht mehr sparen. Wenn es nach der SPD geht (der fette Siggi lässt grüßen) dann sollen wir schon mal sparen und die ach so effizienten Franzosen noch mehr alimentieren!

Perdu

15.01.2012, 20:05 Uhr

Dann wird das französische Rating künftig wohl noch weiter absinken...

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