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05.02.2015

14:42 Uhr

Nach Hinrichtung von Pilot

Jordanien fliegt Angriffe auf IS

Jordanien hat als Reaktion auf die Hinrichtung des entführten Kampfpiloten mit Angriffen auf IS-Stellungen begonnen. Unterdessen hat der König den Angehörigen des Opfers persönlich sein Beileid ausgesprochen.

Jordaniens König Abdullah II. kündigte nach der Hinrichtung des Kampfpiloten Maas al-Kassasbeh durch den IS eine harte Reaktion an. dpa

Harte Reaktion angekündigt

Jordaniens König Abdullah II. kündigte nach der Hinrichtung des Kampfpiloten Maas al-Kassasbeh durch den IS eine harte Reaktion an.

AmmanJordanien hat auf die grausame Hinrichtung des entführten Kampfpiloten Maas al-Kassasbeh durch den Islamischen Staat (IS) mit Luftangriffen auf die Dschihadistenorganisation reagiert. Die jordanische Luftwaffe habe mit Angriffen auf IS-Stellungen begonnen, sagte ein Regierungsvertreter am Donnerstag in Amman.

Zu den Angriffsorten wollte er sich nicht äußern, die Armee werde später eine Erklärung dazu abgeben. Jordanien hat sich in der Vergangenheit regelmäßig an Luftangriffen auf IS-Stellungen in Syrien beteiligt, die Teil der US-geführten Offensive gegen die Dschihadisten im Iran und in Syrien sind.

Der jordanische König Abdullah II. reiste derweil in al-Kassasbehs Heimatort Karak rund 120 Kilometer südlich von Amman, um der Familie des 26-jährigen Kampfpiloten persönlich sein Beileid auszusprechen. Das Staatsfernsehen zeigte ihn beim Vater des Piloten, Safi al-Kassasbeh, sitzen. Hunderte weitere Menschen scharten sich um ein traditionelles Zelt, das dort für die Trauergesellschaft aufgestellt worden war. Als Ehrerweisung für den getöteten Piloten flogen mehrere Kampfflugzeuge über die Trauergesellschaft hinweg.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

In dem Bericht des Staatsfernsehens äußerte sich Abdullah nicht. Zuvor hatte der Monarch aber angekündigt, die „Antwort Jordaniens und seiner Armee, nachdem was unserem lieben Sohn passiert ist, wird hart sein“.

Am Dienstag war im Internet ein Video aufgetaucht, das die Hinrichtung des im Dezember in Syrien von der IS-Miliz verschleppten Soldaten Maas al-Kassasbeh zeigte. Der 26-Jährige wurde in einem Käfig bei lebendigem Leib verbrannt. Als Reaktion darauf wurden am Mittwoch in Jordanien die irakische Dschihadistin Sadschida al-Rischawi und das Al-Kaida-Mitglied Siad Karbuli hingerichtet.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Horst Meiller

05.02.2015, 18:26 Uhr

Sprache kann verräterisch sein. Das Wort "Hinrichtung" ist absolut -->unangemessen! Es war bestialischer Mord aus niederen Beweggründen, "Menschen" möchte ich sowas nicht nennen, sondern...........!!

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