Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2014

18:42 Uhr

Nach Hollandes Bekenntnis

Première Dame im Krankenhaus

VonThomas Hanke

Die Affäre des französischen Premiers Hollande mit der Schauspielerin Gayet ist nicht länger Privatsache. Seit Sonntag liegt die „Erste Dame“ Valérie Trierweiler deprimiert im Krankenhaus. Hollande muss sich nun äußern.

Ob Valérie Trierweiler schon im Mai etwas von der Affäre ihres Partners Hollande geahnt hat, als dieses Foto aufgenommen wurde? „Tief niedergeschlagen“ musste sie am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert werden. ap

Ob Valérie Trierweiler schon im Mai etwas von der Affäre ihres Partners Hollande geahnt hat, als dieses Foto aufgenommen wurde? „Tief niedergeschlagen“ musste sie am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert werden.

ParisBislang haben die Franzosen auf die Enthüllungen über die Affäre ihres Präsidenten mit der Schauspielerin Julie Gayet eher mit einem Schulterzucken reagiert. Doch nun wird es offenbar ernst: Am Sonntagnachmittag bestätigte der Elysée, dass Francois Hollandes offizielle Partnerin Valérie Trierweiler wegen der Berichte über die Liebesaffäre „tief niedergeschlagen“ sei.

„Sie war schockiert und brauchte dringend Ruhe“, sagte ihr Kabinettschef Patrice Biancone dem Handelsblatt. Deshalb sei sie ins Krankenhaus eingeliefert worden. Am Montag würden die Ärzte entscheiden, ob sie entlassen werden könne.

Für Hollande kompliziert sich die Affäre, die er bislang als seine reine Privatangelegenheit bezeichnet hatte. Freitag veröffentlichte das People-Magazin „Closer“ eine Reportage mit Fotos, die eine seit Monaten andauernde Liebesbeziehung des 59-jährigen Hollande mit der 41-jährigen Schauspielerin Gayet belegen sollen. Die beiden sind vor der Tür eines Apartments im schicken achten Arrondissement von Paris zu sehen, das nicht weit vom Elysée entfernt sein soll.

Frankreichs Präsident - das mächtigste Staatsoberhaupt

Starker Präsident

Von allen Staatsoberhäuptern der Europäischen Union hat der französische Präsident die größten Vollmachten. Seine starke Stellung verdankt er der Verfassung der 1958 gegründeten Fünften Republik, ihr erster Präsident war General Charles de Gaulle.

Wahl

Der Staatschef wird seit 1965 direkt vom Volk gewählt und kann beliebig oft wiedergewählt werden. Seit 2002 beträgt seine Amtszeit noch fünf statt sieben Jahre.

Gesetzgebung

Der Präsident verkündet die Gesetze, kann den Premierminister entlassen und die Nationalversammlung auflösen. In Krisenzeiten kann er den Notstandsartikel 16 anwenden, der ihm nahezu uneingeschränkte Vollmachten gibt.

Verhältnis zum Parlament

Der Staatschef ist gegenüber dem Parlament nicht verantwortlich. Durch eine 2007 beschlossene Verfassungsänderung sind Staatschefs im Amt vor Strafverfolgung ausdrücklich geschützt. Das Parlament kann den Präsidenten nur bei schweren Verfehlungen mit Zweidrittelmehrheit absetzen.

Macht über das Militär

Frankreichs Staatschef ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und hat in der Verteidigungs- und Außenpolitik das Sagen. Seine stärksten Druckmittel sind der rote Knopf zum Einsatz von Atomwaffen und das Vetorecht im UN-Sicherheitsrat.

Verhältnis zur Regierung

Der Präsident ernennt den Premierminister und auf dessen Vorschlag die übrigen Minister, leitet die wöchentlichen Kabinettssitzungen und nimmt Ernennungen für die wichtigsten Staatsämter vor.

Regierungschef als Gegengewicht

Seine Macht wird jedoch eingeschränkt, wenn der Regierungschef aus einem anderen politischen Lager kommt und der Präsident keine eigene Mehrheit in der Nationalversammlung hat. Dieser Fall der „Kohabitation“ war bei der Verabschiedung der Verfassung nicht vorgesehen. Er trat aber bereits drei Mal ein, zuletzt 1997 bis 2002, als der konservative Staatschef Jacques Chirac mit dem sozialistischen Premierminister Lionel Jospin auskommen musste.

Für Dienstag hatte Hollande eine wichtige Pressekonferenz anberaumt. Auf der wollte er eine Wende in seiner Wirtschafts- und Sozialpolitik erläutern, die zu weniger Abgaben, Einsparungen im Sozialsystem und einem Pakt mit den Unternehmern für mehr Beschäftigung führen soll. Eine Sprecherin des Elysée sagte, die Pressekonferenz werde „selbstverständlich stattfinden“ und sich nicht um das Privatleben des Präsidenten drehen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kapturak

13.01.2014, 08:12 Uhr

Dem französichen Staatspräsidenten stehen stets mehrere Mätressen zu, das müßte die Madame doch wissen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×