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25.08.2014

13:32 Uhr

Nach IS-Übergriff auf Flughafen

Syriens Assad bietet Westmächten seine Hilfe an

Im Kampf gegen die Terroristen der Organisation Islamischer Staat entstehen die ungewöhnlichsten Koalitionen: Nun zeigt sich auch der syrische Machthaber Baschar al Assad für Kooperationen offen.

Er bietet sich als Partner an: Der im Westen hochumstrittene syrische Präsident Baschar al-Assad. Reuters

Er bietet sich als Partner an: Der im Westen hochumstrittene syrische Präsident Baschar al-Assad.

DamaskusIm Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) ist Syrien zur Zusammenarbeit auch mit dem Westen bereit. Bedingung dafür sei, dass die internationale Gemeinschaft die Führung und Unabhängigkeit Syriens respektiere, sagte Außenminister Walid al-Muallem am Montag auf einer Pressekonferenz in Damaskus. Er bejahte ausdrücklich die Frage eines Journalisten, ob das Angebot auch für die USA und Großbritannien gelte.

Der Westen ist bisher ein scharfer Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. In der vergangenen Woche hatten die USA jedoch Luftschläge gegen die Extremisten auch in Syrien nicht ausgeschlossen.

Al-Muallem äußerte sich, nur einen Tag nachdem die IS-Milizen im Nordosten des Landes den strategisch wichtigen Militärflughafen Al-Tabka eingenommen hatten.

Syrien sei bereit zur Zusammenarbeit mit den Staaten der Region und der internationalen Gemeinschaft, um den Terrorismus zu bekämpfen, sagte Al-Muallem. Jedes Vorgehen in Syrien müsse aber mit der Regierung in Damaskus koordiniert werden. Al-Muallem warf Katar und der Türkei vor, extremistische Kräfte in Syrien zu unterstützen.

Al-Tabka: Terrorgruppe IS erobert syrischen Flughafen

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Terrorgruppe IS erobert syrischen Flughafen

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat offenbar einen wichtigen Militärflughafen in Syrien erobert. Sollte sie ihn unter ihrer Kontrolle behalten, könnte sie die Region unbehelligt beherrschen.

Die Bundesregierung lehnte eine Zusammenarbeit mit der syrischen Führung unter Staatschef Baschar al-Assad am Montag ab. Diese habe „unglaubliches Unrecht auf sich geladen“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. „Unterschiedliche Formen von Unrecht“ dürften nicht gegeneinander aufgewogen werden.

Indes hat die UN die Gewalt der IS massiv angeprangert. Neben Massenmorden würden die sunnitischen Extremisten im Irak systematisch Vergewaltigungen begehen und Menschen in die Sklaverei zwingen, erklärte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay am Montag. Mindestens 670 Häftlinge seien am 10. Juni von der IS-Miliz im Gefängnis in der Stadt Mossul ermordet worden, weil sie keine Sunniten waren. „Solche kaltblütigen, systematischen und gezielten Tötungen von Zivilisten wegen ihrer Religionszugehörigkeit dürften Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen“, sagte sie.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Kar Michel

25.08.2014, 20:35 Uhr

Nun,wenn Syrien in der Nord-Ost-Region nichts mehr zu melden hat, verlieren sie auch nicht viel, wenn westliche Bomber mal ein bisschen beim Gegner wüten.
Aber schon die Einschränkung - die westlichen Staaten mögen doch die syrischen Hoheitsrechte respektieren - zeigt m.E. dass man der "westlichen Hilfe" nicht traut. Was ist, wenn diese überlegene Luftwaffe "versehentlich" die syrische Armee bekämpft und die IS-Leute verfehlt ?
Ich möchte nur noch mal an die Einschätzung des kürzlich verstorbenen Peter Scholl-Latour erinnern : "Kaum ein Konflikt wird bei uns so falsch dargestellt wie der in Syrien" . Scholl-Latour beklagte sich in letzter Zeit oft über die Desinformation und organisierte Presse-Kampagnen, die einen Gegner dämonisieren .
Nur warum macht man bei uns so etwas, wenn man nichts Übles im Schilde führt ? Scholl-Latour hat die Situation in Syrien beschrieben als die Regentschaft einer alawitischen Minderheit über die sunnitische Mehrheit, mit einem Präsidenten, der Augenarzt von Beruf ist, aber nun einen "undankbaren/unangenehmen Job" übernehmen musste, in einem Konflikt, der von aussen ins Land hineingetragen wurde. Ja, von wem denn und mit welcher Absicht ? Genau diesen Leuten soll man jetzt vertrauen ?
Wie gut, dass "wir" nun in Form der vielen Flüchtlinge die Quittung für "unsere" anti-syrische Politik im eigenen Land zu spüren bekommen. Hoffentlich kommen die Regierungen nicht noch einmal auf die Idee, "helfen" zu wollen mit Waffenlieferungen in Kriesen- und Kriegsgebieten. Am Ende könnte es so ausgehen wie bei der IRAN-CONTRA-Affaire : reichlich Waffen auf beiden Seiten und von westlicher Seite Krokodils-Tränen, wegen der vielen Toten ... .

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