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01.02.2013

09:48 Uhr

Nach israelischem Angriff

Iran verstärkt Hilfen für syrische Regierung

Laut der scheidenden US-Außenministerin Hillary Clinton stockt der Iran seine Hilfen für Syrien auf – in Form von Militärberatern und Waffenlieferungen. Die USA fürchten eine Destabilisierung der ganzen Region.

Laut US-Außenministerin Clinton hat der Iran seine Waffenlieferungen an Syrien erhöht. AFP

Laut US-Außenministerin Clinton hat der Iran seine Waffenlieferungen an Syrien erhöht.

Washington/Beirut/MünchenDer Iran verstärkt nach Angaben der scheidenden US-Außenministerin Hillary Clinton seine Unterstützung der syrischen Regierung unter Präsident Baschar al-Assad. Es sei eine der wichtigsten Prioritäten des Iran, Assad an der Macht zu halten, sagte Clinton am Donnerstag in Washington bei ihrem letzten Interview vor dem Ausscheiden aus dem Amt. Die USA gingen davon aus, dass Teheran derzeit mehr Personal zur Unterstützung Assads und zur Beratung des Militärs nach Syrien schicke. "Große Besorgnis" gebe es auch angesichts iranischer Waffenlieferungen in das Land.

Clinton beklagte die anhaltende Unterstützung Russlands für die Assad-Regierung. Die USA hätten "Grund anzunehmen, dass die Russen Assad weiterhin finanzielle Unterstützung und militärische Hilfe in der Form von Ausrüstung leisten". Dennoch habe sie die Hoffnung, dass Moskau seine Haltung zur syrischen Regierung ändern werde: "Sie können nicht zusehen was passiert, und nicht glauben, dass das für jedermanns Interessen einschließlich ihrer eigenen unglaublich gefährlich ist."

Drohender Flächenbrand: USA warnen Syrien vor Waffenlieferungen an Hisbollah

Drohender Flächenbrand

USA warnen Syrien vor Waffenlieferungen

Nach dem israelischen Angriff auf Damaskus steigt die Sorge vor einem Flächenbrand.

Nach dem israelische Luftangriff warnten die USA Syrien ausdrücklich vor Waffenlieferungen an die israelfeindlichen Hisbollah-Milizen im Libanon. "Syrien sollte die Region nicht weiter destabilisieren, etwa mit der Lieferung von Waffen an die Hisbollah", sagte Ben Rhodes, der stellvertretende nationale Sicherheitsberater, am Donnerstag in Washington. Zudem würden die USA sehr genau die syrischen Chemiewaffen überwachen, fügte er vor Journalisten hinzu. Rhodes antwortete auf Fragen im Zusammenhang mit den jüngsten Spannungen zwischen Syrien und Israel.

Die Regierungen in Damaskus und Teheran drohten dem jüdischen Staat am Donnerstag mit Vergeltungsschlägen. In einem Brief an die Vereinten Nationen betonte die syrische Staatsführung das Recht des Landes, "sich, sein Territorium und seine Souveränität zu verteidigen". Israel und dessen Verbündete im UN-Sicherheitsrat seien "voll verantwortlich für die Folgen dieser Aggression", hieß es in dem Schreiben des Außenministeriums.

Israels Offensiven im Gazastreifen

23. Juli 2002

Bei einem israelischen Raketenangriff werden in Gaza der militante Palästinenserführer Scheich Salah Schehada und 14 weitere Menschen getötet, darunter neun Kinder. Nach israelischen Angaben war er Drahtzieher mehrerer Terroranschläge.

6. März 2003

Mit einem Panzervorstoß gegen das Flüchtlingslager Dschabalia im Gazastreifen reagiert Israel auf einen Terroranschlag in Haifa.

28. August 2003

Israelische Kampfhubschrauber feuern in Chan Junis im südlichen Gazastreifen Raketen ab. Dabei wird Hamdi Kadach getötet, der für den Mörserbeschuss israelischer Siedlungen verantwortlich gewesen sein soll.

20. Oktober 2003

Bei israelischen Luftangriffen werden mindestens 13 Palästinenser getötet. Einer der Getöteten, Chaled Masri, wird als ein führender Waffenbeschaffer der Hamas bezeichnet.

22. März 2004

Scheich Ahmed Jassin, Gründer und geistlicher Führer der Hamas, wird in Gaza von einer israelischen Rakete getötet.

17. April 2004

Jassins Nachfolger Abdel Asis Rantisi stirbt in Gaza bei einem israelische Luftangriff.

21. Oktober 2004

Adnan el Rul, ranghoher Führer des bewaffneten Arms der Hamas, wird bei einem israelischen Raketenangriff auf sein Auto in Gaza getötet.

28. Juni 2006

Die israelische Armee rückt zur Befreiung des am 25. Juni verschleppten Soldaten Gilad Schalit mit Bodentruppen in den Gazastreifen ein.

1. November 2006

Die Armee tötet bei Kämpfen von Bodentruppen in Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen mindestens 34 Palästinenser.

5. Juli 2007

Israels Armee stößt mit Panzern auf Flüchtlingslager im zentralen Gazastreifen vor, mindestens elf Palästinenser sterben.

1. März 2008

Israel startet die Operation „Heißer Winter“. Bei den Kämpfen mit Bodentruppen sterben über 100 Menschen.

27. Dezember 2008

Israel beginnt mit Luftangriffen auf Hamas- Einrichtungen im Gazastreifen, wenige Tage später beginnt die Bodenoffensive „Gegossenes Blei“. Bis am 18. Januar eine Waffenruhe in Kraft tritt sterben nach palästinensischen Quellen mindestens 1310 Palästinenser, die Israelis melden 13 Tote.

9. April 2011

Drei Hamas-Kommandeure werden in Rafah bei einem israelischen Angriff von Raketen eines Kampfflugzeugs getötet.

9. März 2012

Das israelische Militär tötet bei zwei Luftangriffen im Gazastreifen insgesamt fünf Palästinenser, darunter den Kommandeur der militanten Palästinenserorganisation Volkswiderstandskomitee, Zuher al Kesi.

Teheran und Moskau solidarisierten sich demonstrativ mit dem Regime von Staatspräsident Baschar al Assad und schürten damit die Sorge, dass das Blutvergießen im Bürgerkriegsland die ganze Region ins Verderben stürzen könnte. "Das Zionisten-Regime wird seine Aggression gegen Syrien bereuen", wurde der iranische Atomunterhändler Said Dschalili im Staatsfernsehen zitiert. Außenminister Ali Akbar Salehi sprach von einer klaren Verletzung der syrischen Staatssouveränität.

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