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05.02.2014

15:42 Uhr

Nach Kommissionsvorschlag

EU-Parlament will weiterhin verbindliche Klimaziele

Bislang galten verbindliche Klimaziele in der EU, künftig will die EU-Kommission zum Teil nur noch unverbindliche Rahmen festlegen. Das Parlament widerspricht und verweist auf die positive Entwicklung der letzten Jahre.

Ein Steinkohlekraftwerk: Im EU-Parlament stimmten 341 Abgeordnete für die drei verbindlichen Klimaziele, 263 dagegen. ap

Ein Steinkohlekraftwerk: Im EU-Parlament stimmten 341 Abgeordnete für die drei verbindlichen Klimaziele, 263 dagegen.

BrüsselIm Streit mit der EU-Kommission über die Klimapolitik bis 2030 beharrt das Europäische Parlament auf drei verbindlichen Zielen. Die Abgeordneten sprachen sich am Mittwoch dafür aus, im Vergleich zu den Werten von 1990 den Ausstoß von Kohlendioxid um 40 Prozent zu reduzieren und den Anteil an Erneuerbaren Energien auf 30 Prozent zu erhöhen. Zudem soll 40 Prozent an Energie bis 2030 eingespart werden. Auch die Bundesregierung macht sich für drei verbindliche Klimaziele auf EU-Ebene stark.

Die Kommission hatte dagegen Mitte Januar vorgeschlagen, den Anteil der Erneuerbaren nur auf 27 Prozent zu erhöhen und dieses Ziel nicht verbindlich für alle EU-Staaten festzulegen. Den CO2-Ausstoß will die Brüsseler Behörde aber ebenfalls um 40 Prozent senken. „Wir brauchen drei verbindliche Klimaziele“, sagte die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im EU-Parlament, Rebecca Harms, und verwies darauf, dass das bisherige Ziel bis 2020 gerade bei den Erneuerbare Energien für eine positive Entwicklung gesorgt habe.

Dagegen kritisierte der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament, Herbert Reul, es sei einfallslos, die bestehenden Ziele nur mit höheren Prozentangaben festschreiben zu wollen. Im Parlament stimmten 341 Abgeordnete für die drei verbindlichen Klimaziele, 263 dagegen.

Die wichtigsten Schlagworte zum Klimawandel

Globale Erwärmung

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur auf der Erde um gut 0,8 Grad Celsius angestiegen. Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (von 2001 bis 2010) war nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie das heißeste seit 1881 - im Durchschnitt betrug die Temperatur 14,47 Grad an der Land- und Meeresoberfläche und damit 0,47 Grad mehr als im Durchschnitt zwischen 1961 und 1990.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich in den vergangenen 20 Jahren beschleunigt. Laut dem IPCC-Bericht von 2007 dürfte der Meeresspiegel bis zum Endes dieses Jahrhunderts um zwischen 18 und 59 Zentimeter ansteigen. Im neuen Bericht dürfte diese Zahl angehoben werden. Studien zufolge geht der Anstieg zu rund einem Drittel darauf zurück, dass sich das Wasser bei zunehmender Wärme ausdehnt, zu einem weiteren Drittel auf das Schmelzen von Gletschern und zu etwas weniger als einem Drittel auf das Abschmelzen der Eiskappen in Grönland und der Antarktis.

Eisschmelze

Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze. Laut der US-Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) verkleinerte sich die Eisfläche in der Arktis 2012 auf 3,41 Millionen Quadratkilometer. Das ist die kleinste Fläche seit Beginn der Satelliten-Beobachtung der Region vor 34 Jahren und 18 Prozent weniger als der bisherige Niedrigrekord aus dem Jahr 2007. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gewässer rund um den Nordpol bis 2050 im Sommer eisfrei sein könnten.

Gletscherschwund

Bei Gebirgsgletschern wird weltweit eine starke Eisschmelze beobachtet, etwa im Himalaya-Gebirge oder in den südamerikanischen Anden. Die Gletscher der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien könnten bis 2050 ganz verschwunden sein.

Extreme Wetterphänomene

In einem Sonderbericht hatte der Weltklimarat IPCC im November 2011 festgehalten, dass es im Zuge der Erderwärmung zu einer Zunahme extremer Wetterphänomene wie heftiger Regenfälle, Hitzewellen und Dürreperioden gekommen ist und diese Entwicklung anhalten wird. 2012 wurden laut eine Untersuchung etwa die Hälfte aller Extremwetterphänomene durch den Klimawandel verstärkt.

Artensterben

Unter einem weiteren Temperaturanstieg wird auch die Tier- und Pflanzenwelt leiden. Ein Anstieg zwischen 1,5 und 2,4 Grad im Vergleich zu den 20 letzten Jahren des 20. Jahrhunderts würde dafür sorgen, dass 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht würden.

Zwei-Grad-Ziel

Internationales Ziel ist es, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf zwei Grad zu beschränken. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen wird der Anstieg aber zwischen drei und fünf Grad betragen, wenn es bei den bisherigen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasen bleibt.

Climategate

Im November 2009 drangen Hacker in die Computer des Klimaforschungszentrums der University of East Anglia ein, stahlen mehrere tausend Dokumente und veröffentlichten sie im Internet als angebliche Belege für wissenschaftliches Fehlverhalten der Klimaforscher. Mehrere Untersuchungen unabhängiger Institutionen konnten allerdings keine Hinweise auf ein solches Fehlverhalten nachweisen.

Am Vortag hatte das Parlament noch eine Resolution verabschiedet, die eine Stärkung der europäischen Stahlindustrie unterstützt. Darin werden die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten aufgefordert, „wirtschaftlich machbare“ Klimaziele vorzulegen. Die Kommission hatte im Juni einen Aktionsplan vorgelegt, mit dem der energie-intensive Stahlsektor wieder aufgepäppelt werden soll, der unter sinkenden Weltmarktpreisen leidet.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Klima-Luege

05.02.2014, 19:02 Uhr

Wiki schreibt dazu:
++++++++++++++++++++++++
→ Hauptartikel: Eiszeitalter

Ein Eiszeitalter ist eine Zeitepoche, in der es auf der Erde vereiste Pole gab beziehungsweise gibt. Heute können wir uns eine Erde ohne Eis nicht vorstellen, jedoch sind Eiszeiten eher Ausnahme als die Regel. Die Vereisung beider Polkappen bedeutet, dass sich unsere Erde klimatisch derzeit in einem Eiszeitalter befindet. Dieses ist eine „Ausnahmesituation“, da eisfreie Pole – auch „akryogenes (nicht eisbildendes) Warmklima“ genannt – der eigentliche „Normalzustand“ der Erde sind. Während des größten Teils der Klimageschichte war die Erde, ausgenommen von manchen Hochgebirgen, nahezu eisfrei.

Diese wärmeren Zeiträume machen etwa 80 bis 90 Prozent der Erdgeschichte aus.

kontraproduktiv

05.02.2014, 19:42 Uhr

Tatsache ist, daß Merkels unsinnige E-Wende (ausser ihr selbst, will die niemand) kontraproduktiv zur CO2- Reduzierung ist. Ausserdem sind die Risiken dieser verfehlten Energiewende für unser Industrieland unabsehbar.

Wir sollten dieser naiven Frau ein Windrad mit Dynamo von ihrem letzten DDR-Fahrrad aufs Dach ihrer Wohnung montieren und ihr die sonstigen Stromzuflüsse zum Haus kappen.

Meineid-Erika

05.02.2014, 19:49 Uhr

menno, lass die Erika doch in Ruhe.

Die hat schon genug mit ihrem Meineid / NSA genug zu käpfen.

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