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26.02.2012

18:01 Uhr

Nach Koranverbrennung

Deutschland will Berater aus Kabul abziehen

Seit Tagen kommt es in Afghanistan zu gewaltsamen Protesten wegen der Koranverbrennung in einem US-Militärlager. Mehr als 30 Menschen sind bereits getötet worden. Die Regierungen in Berlin und Paris ziehen Konsequenzen.

Nach Koranverbrennungen hält die Wut an

Video: Nach Koranverbrennungen hält die Wut an

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Kabul/BerlinNach der Eskalation der Gewalt bei den Protesten gegen die Koranverbrennung in einem US-Militärlager in Afghanistan zieht die Bundesregierung ihre Berater aus den Behörden in Kabul vorerst ab. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, teilte, Entwicklungsminister Dirk Niebel am Sonntag in Berlin mit. Am Vortag waren im Kabuler Innenministerium zwei US-Militärberater erschossen worden. Ob die Tat im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Koranverbrennung stand, war zunächst noch unklar. Außenminister Guido Westerwelle warnte vor einer weiteren Eskalation der Gewalt.

Vor der Bundesregierung hatte bereits die Internationale Schutztruppe Isaf ihre Mitarbeiter aus den Ministerien in und um Kabul abgezogen. Auch Frankreich kündigte entsprechende Schritte an. Sämtliche Mitarbeiter würden aus den afghanischen Behörden abgezogen, teilte das Außenministerium in Paris mit.

US-Präsident Barack Obama drückte in einem Telefonat mit Isaf-Kommandeur John Allen sein Bedauern über den Tod der beiden US-Berater aus, wie das Weiße Haus am Samstag mitteilte. Auch am Sonntag kamen wieder zwei Menschen ums Leben, als eine aufgebrachte Menge in der nördlichen Provinz Kundus ein Isaf-Lager stürmen wollte.

Wie der stellvertretende Polizeichef der Provinz, Sayed Sarwar Hussaini, mitteilte, gingen im Bezirk Imam Saheb rund 20.000 Menschen gegen die Koranverbrennung auf die Straße. Dabei hätten Demonstranten auch Handgranaten in das Lager geworfen. 6 US-Soldaten und 15 afghanische Polizisten seien verletzt worden.

Schon am Samstag hatten Demonstranten versucht, in Kundus das Büro der Vereinten Nationen und das Polizeihauptquartier zu stürmen. Dabei waren fünf Menschen getötet worden. Seit Beginn der Proteste am vergangenen Dienstag kamen damit bereits mehr als 30 Menschen ums Leben, darunter fünf US-Soldaten inklusive der beiden Militärberater in Kabul.

Kommentare (7)

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weltbuerger

26.02.2012, 18:47 Uhr

Wenn der Westen all die Völker und die Menschen EINFACH auf der WELT mal in RUHE lassen würde...

ja234no

26.02.2012, 19:32 Uhr

richtig - ohne Not,selbst ohne Anfrage der USA hat rot/grün unter Schröder Deutschland ins Abenteuer geschickt - doppelter Schwachsinn nachdem nicht zuletzt aufgrund der vernünftigen,sehr guten Irak-abstinenz die Wahl gewonnen wurde - erst guter Pazifimus , dann überflüssiger Militarismus --- stopp that nonsens now !!! sofort !!!

Charly

26.02.2012, 19:55 Uhr

"Deutschland will Berater aus Kabul abziehen"

Wen oder was oder über welches Thema haben die denn Taliban und Co. dort beraten?

Sicherheitskräfte in Syrien wurden ja auch jahrelang durch die deutsche Bundespolizei beraten und geschult, von den Österreichern und Anderen übrigens auch. Ist wohl etwas in Vergessenheit geraten, - nur mal ganz nebenbei bemerkt.

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