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26.12.2011

15:06 Uhr

Nach Machtwechsel in Nordkorea

Japan will enger mit China zusammenarbeiten

Japan will nach dem Tod des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il enger mit China zusammenarbeiten. Japan blickt mit Sorge auf Nordkorea, wo Kim Jong Un weiter seine Macht festigt.

Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda (links) wünscht sich eine engere Zusammenarbeit mit China. Reuters

Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda (links) wünscht sich eine engere Zusammenarbeit mit China.

Peking/Seoul/PjöngjangNach dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il hat Japan eine engere Zusammenarbeit mit China gefordert. Die beiden Länder müssten nun intensiv Informationen austauschen, sagte Ministerpräsident Yoshihiko Noda am Montag bei einem Besuch in Peking nach Angaben aus japanischen Regierungskreisen.

Nach seinem Willen soll China auch auf Nordkorea einwirken, um nach dem Tod des Machthabers eine Verschärfung des Konfliktes auf der koreanischen Halbinsel zu verhindern.

Japan blickt mit Sorge auf Nordkorea, weil es von den Raketen des kommunistischen Staates erreicht werden kann. Nach dem Tod Kims ist sein jüngster Sohn Kim Jong Un von den Staatsmedien als Nachfolger ausgerufen geworden. Es bleibt aber unklar, wer den Machtapparat und das Atomprogramm kontrolliert.

Derweil baut das Regime im kommunistischen Nordkorea die Stellung des Sohns und auserwählten Nachfolgers des gestorbenen Machthabers Kim Jong Il weiter aus. Die Staatspresse bezeichnete Kim Jong Un am Montag auch als Leiter eines der obersten Entscheidungsgremien der herrschenden Arbeiterpartei. „Lasst uns unser Leben einsetzen, um das Zentralkomitee der Partei unter der Führung des angesehenen Genossen Kim Jong Un zu schützen“, hieß es in einem Leitartikel des Parteiorgans „Rodong Sinmun“. Die Zeitung hatte Kim bereits zuvor als „Oberbefehlshaber“ der Streitkräfte gepriesen.

Nordkoreas graue Eminenzen

Jang Song Thaek, 65 Jahre

Der Ehemann von Kim Jong Ils einziger Schwester Kim Kyong Hui war 2004 vorübergehend in Ungnade gefallen und musste im Zuge seiner „Umerziehung“ in der Stahlindustrie arbeiten, bevor er rehabilitiert wurde. Vergangenes Jahr wurde er zum Vize-Vorsitzenden des mächtigen Nationalen Verteidigungsausschusses berufen. Er leitet zudem die Verwaltung der Arbeiterpartei und könnte der starke Mann hinter Kim Jong Un werden.

Kim Kyong Hui, 65 Jahre

Kim Jong Ils Schwester befindet sich seit rund 40 Jahren im Zentrum der Macht und leitet derzeit die Abteilung der Arbeiterparty für Leichtindustrie. Im September 2010 wurde sie zum Vier-Sterne-General befördert und in das Politbüro der Arbeiterpartei berufen, offenbar um den Einfluss der Familie in Armee und Politik zu stärken.

Ri Yong Ho, 69 Jahre

Der Vize-Marschall genoss das Vertrauen Kim Jong Ils und begleitete ihn häufig auf dessen Reisen. Seit vergangenem Jahr ist er Chef des Generalstabs der nordkoreanischen Streitkräfte. Er ist zudem, wie auch Kim Jong Un, Vize-Vorsitzender der einflussreichen zentralen Militärkommission der Arbeiterpartei.

Kim Yong Chun, 75 Jahre

Der Minister der Streitkräfte dient dem Militär seit 1956. Unter Kim Jong Il hatte er sehr großen Einfluss; Beobachtern zufolge könnte dieser unter Kim Jong Un aber abnehmen, da dieser mehr Vertrauen in Ri Yong Ho haben soll.

O Kuk Ryol, 80 Jahre

Sitzt im Zentralkomitee der nordkoreanischen Arbeiterpartei und ist einer der Vize-Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsausschusses. Er soll großen Einfluss auf die Geheimdienste des Landes haben.

Kim Yong Nam, 83 Jahre

Als Vorsitzender der Obersten Volksvertretung, des nordkoreanischen Parlaments ist er nominell Staatsoberhaupt Nordkoreas. Von besonderer Bedeutung für Kim Jong Un könnte seine große außenpolitische Erfahrung werden.

Choe Yong Rim, 85 Jahre

Der einstige Chef der Arbeiterpartei in Pjöngjang ist seit Juni 2010 Ministerpräsident und soll Kim Jong Un, wie auch bereits seinem Vater, sehr nahe stehen.

Kim Yong Il, Alter unbekannt

In der nordkoreanischen Arbeiterpartei für internationale Angelegenheiten zuständig. Ihm kommt damit eine erhebliche Bedeutung zu, wenn es um die Beziehungen zur kommunistischen Partei Chinas geht. China ist der einzige Verbündete Nordkoreas.

Ri Myong Su, Alter unbekannt

Der General ist Sicherheitsminister seines Landes und hat Militäreinsätze des Heeres, der Luft- und der Seestreitkräfte befehligt. Er ist zuständig für den Umgang mit möglichen Bedrohungen von außen wie von innen. 

Mit dem jüngsten Aufruf deutet Nordkorea nach Meinung von Beobachtern darauf hin, dass der militärisch und politisch als unerfahren geltende Sohn irgendwann auch den Posten des Parteichefs von seinem Vater übernehmen soll. Der Vorsitzende des Zentralkomitees ist in der Regel auch Generalsekretär der Partei.

Kim Jong Un traf am Montag in Pjöngjang überraschend mit einer privaten Delegation aus Südkorea zusammen, die ihm zum Tod seines Vaters kondolierte. Das Vereinigungsministerium in Seoul teilte mit, die Südkoreaner hätten dem Verstorbenen im Kumsusan-Palast die letzte Ehre erwiesen. Dort ist der Leichnam von Kim Jong Il aufgebahrt. In dem Palast habe die Delegation Kim Jong Un getroffen. Zu der Gruppe zählte die Witwe des früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung und die Hyundai-Chefin Hyun Jeong Eun, deren verstorbener Ehemann Verbindungen zu Nordkorea hatte.

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