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20.05.2014

16:43 Uhr

Nach Morddrohungen

„Spiegel“ bringt Türkei-Korrespondenten in Sicherheit

Hetzkampagne und Morddrohungen: „Spiegel“-Reporter Hasnain Kazim wird nach Berichten zum Grubenunglück in der Türkei massiv angefeindet. Jetzt zieht der Verlag Konsequenzen und holt den Journalisten zurück nach Hamburg.

Hasnain Kazim vom Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“: Nach seiner regierungskritischen Berichterstattung über das Grubenunglück in Soma wird der Journalist mit dem Tod bedroht. dpa

Hasnain Kazim vom Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“: Nach seiner regierungskritischen Berichterstattung über das Grubenunglück in Soma wird der Journalist mit dem Tod bedroht.

IstanbulDas Nachrichtenmagazin „Spiegel Online“ holt seinen Türkei-Korrespondenten Hasnain Kazim vorübergehend zurück nach Deutschland. Das sagte Florian Harms, stellvertretende Chefredakteur, gegenüber „Zeit online“.

„Wir holen ihn nur für einige Tage zurück“, sagte Harms. Kazim werde in den kommenden Tagen auch von Hamburg aus weiter über die Türkei berichten. „Es geht um die Sicherheit unseres Korrespondenten. Die geht immer vor.“

Nach seiner regierungskritischen Berichterstattung über das Grubenunglück in Soma wurde Hasnain Kazim mit dem Tod bedroht. „Die Hetzkampagne nimmt absolut an Aggressivität zu“, sagte Kazim der Nachrichtenagentur dpa in Istanbul. Kazim hatte einen Bergmann in Soma in einer Überschrift bei „Spiegel Online“ am vergangenen Mittwoch mit den Worten zitiert: „Scher Dich zum Teufel, Erdogan!“ Regierungsanhänger und regierungsnahe Medien erweckten danach den Eindruck, „Der Spiegel“ selber wünsche Erdogan zum Teufel.

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Angeblich soll der türkische Ministerpräsident Erdogan handgreiflich geworden sein. Möglicherweise hat er ein Mädchen geschlagen, das ihn nach dem Grubenunglück als „Mörder“ ihres Vaters beschimpft hatte.

Auf Twitter begann unter dem Hashtag #ScherDichZumTeufelDerSpiegel eine Kampagne gegen das Magazin und Kazim. Er habe inzwischen rund 10.000 E-Mails, Tweets und Facebook-Nachrichten erhalten, sagte der Korrespondent. Darunter seien Drohungen wie „Wenn wir Dich auf der Straße sehen, schneiden wir Dir die Kehle durch“. In anderen Nachrichten werde er als „jüdischer Feind“ Erdogans beschimpft. Über soziale Medien werde dazu sein Foto verbreitet.

Kazim sagte, die Kampagne scheine organisiert zu sein. „Das sieht man auch daran, dass einige Twitter-Accounts nur mir folgen und sonst keine Kontakte haben.“ Kazim hatte zunächst mit einem auch ins Türkische übersetzten Bericht auf „Spiegel Online“ auf die Kritik reagiert. Danach nahmen die Anfeindungen zu. Die regierungsnahe Zeitung „Yeni Safak“ warf Kazim vor, Erdogan zu beleidigen.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

20.05.2014, 11:45 Uhr

"Der „Spiegel“-Reporter Hasnain Kazim berichtet täglich über das Grubenunglück in Soma. Das scheint nicht gut anzukommen: Denn der Korrespondent wird mit dem Tode bedroht – wegen eines regierungskritischen Berichts. "
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Das also ist die "kulturelle Bereicherung", die viele Politiker nur zu gerne in die EU einbinden resp. hier importieren wollen: Wer unbeliebsames berichtet, dem soll die Kehle durchgeschnitten werden.

Account gelöscht!

20.05.2014, 12:43 Uhr

Sind eben alles Musterdemokraten, unsere muslimischen Kulturbereicherer.

Account gelöscht!

20.05.2014, 13:32 Uhr

Da tobt sich moslemitisches Demokratieverständnis aus ! Aller Anfang ist eben schwer.....

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