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23.07.2015

10:28 Uhr

Nach Pass-Rückgabe

Ai Weiwei kommt nach Deutschland

Nach vier Jahren hat Ai Weiwei seinen Pass wiederbekommen. China hatte ihn als Strafmaßnahme für seine Kritik an der Kommunistischen Partei einbehalten. Nun will der regierungskritische Künstler nach Deutschland reisen.

China hatte den Künstler 2011 für drei Monate festgesetzt, ohne Verurteilung wieder freigelassen, seinen Pass jedoch einbehalten. Reuters

Ai Weiwei mit seinem Pass

China hatte den Künstler 2011 für drei Monate festgesetzt, ohne Verurteilung wieder freigelassen, seinen Pass jedoch einbehalten.

PekingDer regierungskritische chinesische Künstler Ai Weiwei will nach der Rückgabe seines Passes nach Deutschland reisen. Wie sein Agent Darryl Leung sagte, plant er dank der neuen Freiheiten den Besuch, weil er zum einen seinen seit elf Monaten im Ausland lebenden Sohn wiedersehen und sich zum anderen ärztlich untersuchen lassen möchte.

Ai hatte am Mittwoch beim Online-Fotodienst Instagram ein Foto veröffentlicht, auf dem er einen chinesischen Pass in die Höhe hält. Unter dem Bild steht geschrieben: „Heute habe ich meinen Pass bekommen.“ Sein Agent bestätigte die Rückgabe des Passes.

Die chinesischen Behörden hatten den Künstler 2011 für etwa drei Monate festgesetzt und ohne Verurteilung wieder freigelassen. Seinen Pass behielten sie ein, was wie die gesamten Ermittlungen gegen ihn als Strafmaßnahme für Ais Kritik an der Kommunistischen Partei gesehen wurde. Später musste das Studio des Künstlers Steuern in Höhe von knapp 2,2 Millionen Euro nachzahlen.

Protestbewegungen und ihre Namen

China

Demonstranten in Hongkong schützen sich mit Schirmen vor Regen oder Tränengas: Es ist von der „Regenschirm-Revolution“ die Rede. Andere Volksbewegungen mit ungewöhnlichen Namen:

Portugal

In der „Nelken-Revolution“ stürzten 1974 portugiesische Offiziere Diktator Antonio Salazar.

Ungarn

Der Begriff „stille Revolution“ beschrieb den reibungslosen Übergang vom Einparteienstaat zur Demokratie in Ungarn 1989.

Tschechoslowakei

In der „samtenen Revolution“ brachte die tschechoslowakische Bürgerrechtsbewegung 1989 die kommunistische Herrschaft zu Fall.

Georgien

Die friedliche „Rosen-Revolution“ fegte 2003 in Georgien Präsident Eduard Schewardnadse aus dem Amt.

Ukraine

Binden und Fahnen der Oppositionsbewegung gegen Viktor Janukowitsch gaben der „orangenen Revolution“ in der Ukraine 2004 ihren Namen.

Kirgistan

In der mittelasiatischen Republik Kirgistan erzwangen 2005 Massendemonstrationen der „Tulpen-Revolution“ einen Machtwechsel.

Tunesien

Mit der „Jasmin-Revolution“ in Tunesien begann 2010 der Arabische Frühling.

Eine Beschwerde Ais vor Gericht blieb ohne Erfolg. Die chinesischen Behörden haben wiederholt Pässe von Dissidenten einbehalten, damit sie das Land nicht verlassen können. Die Kommunistische Partei hofft, damit Kritik im Ausland verhindern zu können.

Von

ap

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