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17.07.2011

19:49 Uhr

Nach Protesten

Syrische Armee dringt in Rebellenstädte vor

Syriens Präsident Baschar el Assad geht weiter mit aller Härte gegen die Proteste im eigenen Land vor. Seine Armee soll nun einige Hochburgen der Rebellen gestürmt haben.

Mit organisierten Veranstaltungen für ihre Unterstützer will das syrische Regime die Geschlossenheit des Landes demonstrieren. Quelle: dpa

Mit organisierten Veranstaltungen für ihre Unterstützer will das syrische Regime die Geschlossenheit des Landes demonstrieren.

DamaskusIm Zuge ihrer Niederschlagung der Protestbewegung gegen Präsident Baschar el Assad ist die syrische Armee am Sonntag nach Angaben von Menschenrechtlern in mehrere Städte eingedrungen. Staatlichen Medienberichten zufolge bereitete sich die Armee zudem auf einen Einsatz in der ostsyrischen Stadt Bukamal vor. Unterdessen versammelten sich in Istanbul mehr als 300 Oppositionelle, um über ihr weiteres Vorgehen zu beraten.

Die Sicherheitslage in der an der Grenze zum Irak gelegenen Stadt Bukamal sei „explosiv“ und es sei eine „Bewegung des bewaffneten Ungehorsams“ zu fürchten, berichtete die regierungstreue Zeitung „El Watan“. Da es für Aufständische dort leicht sei, „logistische und politische Hilfe“ zu erhalten, bereite die Armee eine „Intervention“ vor. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, „bewaffnete Terrorbanden“ hätten ein öffentliches Gebäude gestürmt, dort aufbewahrte Waffen gestohlen und drei Sicherheitskräfte getötet.

Der Vorsitzende der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sagte dagegen, ein Zivilist sei am Samstag in Bukamal getötet worden, als Soldaten das Feuer auf eine Demonstration eröffneten. 

Der Vorsitzende der syrischen Menschenrechtsliga, Abdel Karim Rihaui, sagte, Sicherheitskräfte seien nach Massendemonstrationen in die Stadt Sabadani fünfzig Kilometer nordwestlich von Damaskus eingerückt. Sie hätten Häuser durchsucht und mehr als 50 Menschen festgenommen. 

Nach Angaben Rihauis rückte die Armee auch in die zentralsyrische Stadt Homs ein. Vier Panzer und ein Truppentransporter hätten im Viertel Dawar el Chalidja Stellung bezogen. Die Bewohner hätten daraufhin eine Großdemonstration organisiert. Am Samstag hatte es in Homs schwere Zusammenstöße zwischen Gegnern und Anhängern der syrischen Regierung gegeben, nachdem drei Regierungsanhänger getötet worden waren. 

Landesweit waren am Freitag nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als eine Million Menschen gegen Assad auf die Straße gegangen. Beim Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten waren Aktivisten zufolge am Freitag landesweit mindestens 28 Menschen getötet worden. Sie wurden am Samstag unter großer Anteilnahme in mehreren Städten beigesetzt. 

In Istanbul berieten unterdessen mehr als 300 syrische Oppositionelle über das weitere Vorgehen gegen die Regierung. Nach teils heftigen Diskussionen einigten sich die Teilnehmer auf eine Abschlusserklärung, in der die Einheit der Opposition betont wird. Die zur gleichen Zeit geplante Konferenz von Oppositionellen in Damaskus musste abgesagt werden, nachdem am Freitagabend der Konferenzort von Polizisten in Zivil angegriffen worden war, wie der Chef der Volksbewegung für den Wandel in Syrien, Waelel Hafes, sagte. Dabei seien neun Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden.

 

Von

afp

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