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12.09.2013

13:12 Uhr

Nach Putin-Attacke

USA skeptisch bei Syrien-Diplomatie

Die US-Regierung rechnet nicht mit einer schnellen diplomatischen Lösung für Syrien. Der russische Präsident Putin warnt die Amerikaner vor einem Militärschlag. Und die syrischen Rebellen lehnen den Vorschlag Moskaus ab.

Eine widerwillige Einigung im Syrien-Konflikt: Syrien soll seine Chemiewaffen ausliefern. ap

Eine widerwillige Einigung im Syrien-Konflikt: Syrien soll seine Chemiewaffen ausliefern.

WashingtonUnmittelbar vor einem Treffen der Außenminister der USA und Russlands gestalten sich die Bemühungen um konkrete Schritte zur Kontrolle der syrischen Chemiewaffen schwierig. Der russische Präsident Wladimir Putin sprach in einem Beitrag für die „New York Times“ zwar von wachsendem Vertrauen zwischen ihm und US-Präsident Barack Obama. Zugleich griff er die USA jedoch scharf an und warnte erneut vor einem Militärschlag gegen das Regime von Baschar al-Assad. Der US-Geheimdienst CIA begann einem Bericht der „Washington Post“ zufolge damit, leichte Waffen an die syrischen Rebellen zu liefern.

Die Außenminister John Kerry und Sergej Lawrow wollten noch am Donnerstag in Genf zusammenkommen und mindestens bis Freitag über das weitere Vorgehen verhandeln. Russland wolle bei dem Treffen einen Vier-Stufen-Plan zur Vernichtung der Chemiewaffenarsenale im Bürgerkriegsland Syrien vorschlagen, berichtete die Moskauer Zeitung „Kommersant“. Sie berief sich auf diplomatische Kreise in Russland.

Assads Streitkräfte gehörten zu den stärksten der arabischen Welt

Truppenstärke

In der Theorie verfügen die Streitkräfte über 178.000 Soldaten, davon 110.000 beim Heer, 36.000 bei der Luftabwehr, 27.000 bei der Luftwaffe und 5000 bei der Marine. 2009 wurde die Truppenstärke noch auf 325.000 Mann geschätzt, davon 220.000 beim Heer. Überläufe, Desertionen und Verluste hätten die Zahl reduziert, schreiben die IISS-Experten. Einige Brigaden seien auch "verschwunden", weil sie als politisch wenig verlässlich betrachtet worden seien.

Paramilitär und Miliz

Neben den regulären Truppen verfügte Machthaber Baschar al-Assad 2009 über geschätzte 108.000 paramilitärische Kräfte, die meisten von ihnen in der Miliz der Baath-Partei. Die Einheiten spielen im Kampf gegen die Aufständischen eine große Rolle. Wie hoch deren Zahl gegenwärtig ist, kann das IISS nicht einschätzen.

Struktur

Das Heer verfügt regulär über sieben Panzerdivisionen, drei Divisionen Panzergrenadiere, zwei Divisionen Spezialeinheiten und eine Division der Republikanischen Garde, die für Damaskus zuständig ist. Als besonders effizient gelten die Spezialkräfte und die Republikanische Garde, ihre Mitglieder gehören wie Assad den Alawiten an. Zusammengenommen wird die Zahl der Elitesoldaten auf 50.000 geschätzt.


Ausrüstung

Das Material der Streitkräfte stammt überwiegend aus Russland oder noch aus der Sowjetunion. Vor den Kämpfen verfügte das Heer über 4950 Panzer. Die Zahl sei inzwischen deutlich reduziert, schätzt das IISS. Das Kommando für das beachtliche Raketenarsenal befindet sich in Aleppo im Norden des Landes. Die Marine hat zwei Fregatten zur Verfügung. Bei der Luftwaffe gibt es zwar noch 365 Kampfjets. Ein großer Teil der Luftflotte sei aber vermutlich nicht richtig einsatzbereit, heißt es in der Bestandsaufnahme des Instituts. Von den Kämpfen am wenigsten geschwächt sei vermutlich die Luftabwehr. Die Kapazität wird auf tausende Boden-Luft-Raketen aus russischer Produktion geschätzt, darunter auch einige modernere Waffen.

Demnach soll sich Syrien in einem ersten Schritt der internationalen Chemiewaffenkonvention anschließen, was das Assad-Regime jüngst angekündigt hatte. Die zweite Stufe sei die Offenlegung der Lager- und Produktionsstätten. In einem dritten Schritt sollen Inspekteure die Arsenale begutachten. Die vierte Etappe schließlich befasse sich mit der Vernichtung der Waffen, wobei Russland und die USA kooperieren könnten.

„Ich bin überzeugt, dass es eine Chance für Frieden in Syrien gibt“, sagte Lawrow, der zunächst in Kasachstan weilte, vor seinem Abflug nach Genf. Kerry kam dort gegen Mittag an. Die syrischen Regimegegner lehnen Russlands Vorschlag rundweg ab.

Auch der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezweifelt, dass Syrien sich an die Absprachen hält. „Das Assad-Regime hat sich noch an keine seiner Zusagen gehalten", sagte Erdogan am Donnerstag in einer Rede in Istanbul. Vielmehr habe die Führung in Damaskus Zeit für neue Massaker gewonnen. „Wir haben Zweifel, dass die Zusagen bezüglich der Chemiewaffen auch erfüllt werden.“

Kommentare (16)

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pro-D

12.09.2013, 13:02 Uhr

soso, die leichten Waffen der syrischen Terroristen kommen vom CIA undd as Giftgas kommt direkt von Israel?

Kann der Ami sich vielleicht man darum kümmern, dass er seine verkommene Infra Struktur endlich aus Stand bringt ? Geht es vielleicht mal auch ohne Krieg? Wenn der Ami nicht endlich mal anfängt selbst zu arbeiten, wird er ganu so kümmerlich enden, wie Spanien, England und Frankreich.

Die Zeit der Falken ist beendet.

never_ever

12.09.2013, 13:12 Uhr

>>Die „Washington Post“ berichtete am Donnerstag online unter Berufung auf US-Beamte, in den vergangenen zwei Wochen seien erste Waffenlieferungen der CIA in das arabische Land gelangt. Das bedeute zusammen mit der separaten Lieferung von Fahrzeugen und anderen Ausrüstungsgegenständen eine wesentliche Ausweitung der US-Rolle im syrischen Bürgerkrieg, meinte das Blatt. Es würden leichte Waffen und Munition sowie Kommunikations- und medizinische Ausrüstung geliefert. Die USA hofften, so die Aufständischen in dem zweieinhalbjährigen Konflikt zu stärken, hieß es.<<

Die USA beklagte schon vor Tagen, daß die "Unterstützung der Aufständischen" nur sehr verzögert dort ankomme.

Man sollte endlich mal klarstellen, WER denn alles "die Aufständischen", "die Rebellen" usw sind.

Daß sich darunter zunehmens Al-Kaida Kämpfer befinden und die Oberhand gewinnen, sagte bereits :


Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, berichtete den Ausschuss-Mitgliedern demnach von einer dramatischen Machtverschiebung innerhalb der Rebellen, die zunehmend vom Terrornetzwerk Al-Kaida dominiert würden.

undertaker

12.09.2013, 13:34 Uhr

Obama hat jetzt seine rote Linie vor sich und Rothschild im Rücken: d.h. er muß liefern ! Obama befindet sich etwa in der gleichen Situation, wie jemand, der von der Mafia Geld bekommen hat, aber nicht die Gegenleistung schuldig ist.
Es ist zu befürchtem, daß wir neue Inzenierungen aufgetischt bekommen und letztlich den Krieg.

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