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12.02.2016

20:39 Uhr

Nach Raketenstart

US-Kongress beschließt neue Sanktionen gegen Nordkorea

Barack Obama hält schärfere Sanktionen gegen Nordkorea für notwendig. Nun hat der Kongress ein Gesetz über weitere Strafmaßnahmen beschlossen. Ob der US-Präsident das unterschreibt, ist aber noch offen.

Satellit ins All geschossen

Seltene Aufnahmen von Nordkoreas umstrittenem Raketenstart

Satellit ins All geschossen: Seltene Aufnahmen von Nordkoreas umstrittenem Raketenstart

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WashingtonDer US-Kongress hat ein Gesetz über weitere Strafmaßnahmen gegen Nordkorea beschlossen. Das Repräsentantenhaus votierte am Freitag mit 408 zu 2 Stimmen dafür, dass die USA Nordkorea von Geldströmen abschneiden, die das kommunistisch regierte Land zum Bau von Atomsprengköpfen für Langstreckenraketen nutzen könnte.

Außerdem gaben die Abgeordneten 50 Millionen Dollar (44,5 Millionen Euro) für Radiosendungen frei, die nach Nordkorea ausgestrahlt werden sollen. Mit dem Geld sollen auch Kommunikationsmittel angeschafft und humanitäre Hilfsorganisationen unterstützt werden. Der Senat hat dem Gesetz bereits zugestimmt. Präsident Barack Obama hält schärfere Sanktionen gegen Nordkorea für notwendig. Das Weiße Haus ließ aber offen, ob er das Gesetz unterschreiben wird.

Pjöngjangs Weg zur Wasserstoffbombe

2002

Oktober: Washington wirf Pjöngjang vor, insgeheim waffenfähiges Uran zu produzieren und damit gegen das atomare Abrüstungsabkommen von 1994 zu verstoßen.
Dezember: Nordkorea enthüllt seinen Reaktor Yongbyon, in dem Plutonium hergestellt wird, und wirft die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA aus dem Land.

2003

Januar: Der kommunistische Staat kündigt den Atomwaffensperrvertrag auf.
August: Die sogenannte Sechsergruppe aus Nord- und Südkorea, den USA, China, Russland und Japan trifft sich zu ersten Verhandlungen über den Atomkonflikt.
Oktober: Die UNO verhängt Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen Nordkorea.

2005

Februar: Pjöngjang verkündet, Atomwaffen zu Verteidigungszwecken gebaut zu haben.
September: Pjöngjang akzeptiert den Stopp seines Atomprogramms und die Rückkehr zum Atomwaffensperrvertrag, bekommt im Gegenzug Sicherheitsgarantien und die Zusage von Energielieferungen.
November: Eine weitere Verhandlungsrunde scheitert am Widerstand der USA, eingefrorene Konten Nordkoreas in Macau freizugeben.

2006

Oktober: Erster nordkoreanischer Atomwaffentest

2007

Februar: Pjöngjang verspricht ein Mal mehr die Aufgabe seines Atomwaffenprogramms und will wieder IAEA-Inspekteure ins Land lassen - im Gegenzug für eine Million Tonnen Treibstoff und die Streichung von der US-Liste der Terror-Staaten.
Juni und Juli: Die Treibstofflieferungen werden aufgenommen, die IAEA-Kontrolleure bescheinigen Pjöngjang, den Reaktorkomplex in Yongbyon dichtgemacht zu haben.
Oktober: Der kommunistische Staat verspricht, sein komplettes Atomprogramm bis Ende des Jahres zurückzufahren.

2009

April: Nordkorea testet eine Langstreckenrakete. Der UN-Sicherheitsrat verschärft daraufhin die Sanktionen. Pjöngjang verlässt die Sechsergruppe, verkündete die Wiederaufnahme seines Atomprogramms und beendet die Zusammenarbeit mit der IAEA.
Mai: Nordkorea verkündet einen zweiten „erfolgreichen“ unterirdischen Atomwaffentest.

2013

Januar: Nach einem weiteren Raketentest verschärft die UNO ein weiteres Mal die Sanktionen.

Februar: Dritter Atomwaffentest, diesmal mit einem Mini-Sprengsatz.

August: Einem Satellitenfoto zufolge hat Nordkorea nach sechs Jahren seine Atomanlage Yongbyon wieder hochgefahren, die wichtigste Quelle für waffenfähiges Plutonium.

2015

Mai: Pjöngjang verkündet die Fähigkeit, Mini-Atomwaffen zu produzieren, eine entscheidende Etappe auf dem Weg zu Atomsprengköpfen für Raketen.
Dezember: Machthaber Kim Jong Un lässt durchblicken, sein Land habe eine Wasserstoffbombe entwickelt.

2016

Januar: Pjöngjang verkündet einen ersten Test mit einer Wasserstoffbombe.

Vor knapp einer Woche hatte Nordkorea den Start einer Rakete in den Weltraum bekannt gegeben. Die USA hegen den Verdacht, dass es sich um den Test einer Langstreckenrakete handelte, den die Vereinten Nationen Nordkorea verboten haben, weil er dem Atom- und Raketenprogramm des Landes dient. Südkorea und Japan haben deswegen bereits neue Sanktionen verhängt.

Von

ap

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