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27.10.2014

02:57 Uhr

Nach Razzia

Libanesische Armee bekämpft Extremisten in Tripoli

Nach einer Razzia brechen in der nordlibanesischen Stadt Tripoli heftige Kämpfe aus. Die Unruhen schwappen immer mehr aus Syrien über. Radikale Islamisten versuchen scheinbar ihr Territorium auszuweiten.

Das Libanesische Militär bekämpft in Tripoli radikale Islamisten. Die Stadt soll immer mehr einem Kriegsschauplatz gleichen. dpa

Das Libanesische Militär bekämpft in Tripoli radikale Islamisten. Die Stadt soll immer mehr einem Kriegsschauplatz gleichen.

TripoliDie Stadt Tripoli wird nach Tagen heftiger Kämpfe zwischen Militär und Extremisten immer mehr zum Kriegsschauplatz. Am Sonntag beschossen Armeepanzer in den engen Straßen der nordlibanesischen Stadt Stellungen der radikalen Islamisten.

Zum Sonnenuntergang rief Justizminister Aschraf Rifi eine Feuerpause aus, um Krankenwagen hinein- und Zivilisten aus den Kampfgebieten herauszulassen. Seit Beginn der Gefechte am Freitagabend kamen mindestens zehn Soldaten und vier Zivilisten ums Leben. Wie viele Opfer es unter den Extremisten gab, war nicht bekannt.

Die Kämpfe waren nach einer Razzia der Armee in der Regin der Region Dinnijeion Dinnije ausgebrochen. Soldaten hatten dort drei Extremisten getötet und einen örtlichen Anführer festgenommen.

Im Libanon waren schon in den vergangenen Monaten mehrere Soldaten Attacken von sunnitischen Extremisten im Umfeld von Al-Kaida und der Terrormiliz Islamischer Staat zum Opfer gefallen. Im August hatten Dschihadisten aus Syrien die Grenzstadt Arsal überrannt und etwa 20 Polizisten und Soldaten gefangen genommen. Mehrere weitere Menschen wurden getötet.

Viele Beobachter hatten daraufhin auch eine Eskalation in der Unruheregion um Tripoli befürchtet, in die der Bürgerkrieg aus Syrien bereits mehrfach übergeschwappt war. Das libanesische Militär fürchtet, dass der Islamische Staat sein Territorium bis an die dortige Küste ausweiten will.

Gefechte in Tripoli

Heftige Schusswechsel zwischen Soldaten und Islamisten

Gefechte in Tripoli: Heftige Schusswechsel zwischen Soldaten und Islamisten

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Am Sonntag zog die Armee mehrere Panzer, Geländewagen und Panzerfahrzeuge am Rand des Viertels Bab Tabbane zusammen, wo es zu den heftigsten Gefechten gekommen war. Auch den ganzen Sonntag über waren dort Gefechtsfeuer und Explosionen zu hören.

In dem nahe gelegenen Ort Bhannine stürmten Soldaten nach Angaben des Militärs eine Schule, die von den Bewaffneten als Stützpunkt verwendet wurde. Einige der Männer seien verwundet worden, andere seien geflohen. Zwei mit Sprengstoff beladene Autos wurden demnach sichergestellt.

Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur NNA wurden bei den Gefechten vier Soldaten getötet. In Bab Tabbane wurde demnach ein Kind und ein Mann getötet. Den nördlichen Vorort Minje brachte die Armee mittlerweile wieder unter ihre Kontrolle.

Die radikalislamische Nusra-Front drohte als Reaktion auf die Offensive des Militärs in Tripoli mit der Exekution eines von ihr gefangenen gehaltenen libanesischen Soldaten. Später erklärte sie aber, sie habe die Hinrichtung nach Bitten sunnitischer Geistlicher aus dem Libanon verschoben. Der IS hatte in den vergangenen Wochen zwei aus Arsal verschleppte Soldaten geköpft, die Nusra-Front hat einen dritten erschossen.

Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Eric Boule

29.10.2014, 07:37 Uhr

Alle verlieren weil man gemacht hat was die US-NatoExperte empfohlen haben
Wenn Amerika+EU in den letzten 12 Jahren nicht an Plaene fuer Irak+NahOst gearbeitet haetten,waeren 20 mio Fluechtlinge+3mio Tote,Verwundete,Ivaliden weniger gewesen
Deutsche Politik mit kriegsfoerdernder NatoRolle ist mitschuldig
Deutsche Politiker verstehen anscheinend nicht das die deutsche kriegsfoerdernde Rolle i/d Nato fuer diese Situation mitverantwortlich ist.
Eine schwierige Situation fuer die Natolaender USA,UK,FR,DE,NL und Israel die in Syrien gerade diese Rebellen unterstuetzt haben in der Hoffnung Assad zu stuerzen.(ein gemeinsames Ziel von Nato+Israel).Jetzt stellt sich heraus dass man,unter Fuehrung vom FriedensPreisTraeger Obama,ISIS geschafft hat die die ganze Region bedroht inkl. Israel+EU,man ist in sein eigenes Schwert gelaufen.Wieder einmal ist bewiesen das die Plaene von den US-NatoExperten zum EU-Untergang fuehren und das die Nato schnellstens in eine EU-Organisation veraendert werden muss um nur europaeischen Belangen zu dienen und Kriegshetzer wie USA auszuschliessen

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