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27.08.2011

13:05 Uhr

Nach Rebellensieg

Nahrungsmittel in Tripolis werden knapp

Libyens Hauptstadt befindet sich offenbar endgültig in Rebellenhand. Während die Versorgungslage dort immer bedrohlicher wird, geht die Jagd auf Gaddafi weiter. SPD-Chef Gabriel kritisiert derweil den Außenminister.

huGO-BildID: 23073234 REPEAT IN BETTER QUALITY - A rebel with a machine gun drives in a car on Thursday, August 25, 2011 in the streets of Tripoli, Libya. Rebels still clashed Thursday with fighters loyal to Gaddafi near the Libyan leader's overrun compound in the capital Tripoli, a witness told the German Press Agency dpa. Foto: Hannibal +++(c) dpa - Bildfunk+++ dpa

huGO-BildID: 23073234 REPEAT IN BETTER QUALITY - A rebel with a machine gun drives in a car on Thursday, August 25, 2011 in the streets of Tripoli, Libya. Rebels still clashed Thursday with fighters loyal to Gaddafi near the Libyan leader's overrun compound in the capital Tripoli, a witness told the German Press Agency dpa. Foto: Hannibal +++(c) dpa - Bildfunk+++

Tripolis/BerlinNach dem Abflauen der Kämpfe in Tripolis spitzt sich die Versorgungslage für die Bevölkerung in der libyschen Hauptstadt zu. Lebensmittel werden knapper, das Wasser blieb abgestellt und am Freitagabend gab es stundenlang keinen Strom, berichtete eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur dpa aus der Millionenmetropole. Ein neuer Bericht heizte die Spekulationen über den Verbleib von Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi an. Danach vermuten die Aufständische ihn nun auf dem Weg in Richtung tunesische Grenze.

Die Anti-Gaddafi-Kämpfer haben nach gleichlautenden Berichten in den meisten Stadtteilen von Tripolis die Oberhand. Der Rebellenkommandeur für Tripolis, Abdelhakim Belhadsch, erklärte, 95 Prozent der Stadt seien unter ihrer Kontrolle. In der Nacht waren erneut Kämpfe in mehreren Stadtteilen zu hören. Am Unruhigsten war es in den Vierteln Bu Slim und Al-Hadhaba Al-Chadhra sowie am Flughafen.

Die Gaddafi-Treuen am Airport erhielten offenbar Nachschub aus dem mehrere hundert Kilometer südlich gelegenen Sebha, berichtete der Nachrichtensender Al-Dschasira. Die Wüstenstadt gilt als eine noch nicht gefallene Hochburg von Gaddafi-Getreuen. Am Freitag hatte es aus Rebellenkreisen geheißen, es solle sichergestellt werden, dass der bisherige Machthaber sich nicht dorthin absetzte.

Unterdessen zitierten arabische Medien einen Rebellenkommandeur in der Stadt Ghadames (rund 550 Kilometer südwestlich von Tripolis), Gaddafi versuche möglicherweise zusammen mit weiteren hochrangigen Repräsentanten über Tunesien zu fliehen. Ein Konvoi von sechs gepanzerten Luxuslimousinen bewege sich in Richtung Grenze. Eine Bestätigung für den Bericht gab es nicht.

Mit der Kappung der Wasserversorgung wollen die neuen Machthaber in Tripolis nach eigenen Angaben sicherstellen, dass das Wasser nicht vergiftet werde. Zudem werden Lebensmittel knapp. Vor den wenigen Geschäften, die noch frische Waren verkauften, bildeten sich am Freitagabend lange Schlangen. In anderen Läden sind die Vorräte bereits völlig aufgebraucht. Großbritannien kündigte an, humanitäre Hilfe im großen Stil in das Bürgerkriegsland zu schicken. Es gehe um Nahrungsmittel und Medikamente.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte die Bereitschaft der Bundesregierung, beim Wiederaufbau des Landes zu helfen. „Wenn nun ein neues Libyen aufgebaut wird, wird Deutschland selbstverständlich unterstützend daran teilhaben“, sagte die Kanzlerin der Zeitung „Bild am Sonntag“.

Kommentare (4)

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spd

27.08.2011, 10:23 Uhr

gaddafi ist vertrieben. wer vertreibt gabriel? würdelos.

fDp

27.08.2011, 12:01 Uhr

Der Vergleich zwischen beiden ist würdelos.

Wenn Sie mit einem Beitrag etwas bewirken wollen, dann sollte der schon etwas substantieller sein.

Gehen Sie zur nächsten Wahl und nehmen Sie Ihre demokratischen Rechte wahr. Den Menschen in Libyen war dies bisher nicht möglich.

Und eins ist ja wohl klar. Ein Verdienst der Bundesregierung Deutschland war die Vetreibung von Gaddafi nicht und dies sollte man mit Rücksicht auf alle westlichen Verbündeten auch genauso darstellen! Ansonsten führt man sich nämlich wie ein billiger Ideenklauer aber auf einem anderen Sachgebiet auf.

Und noch eins. Was jetzt insbesondere wichtig ist. Uns allen sollte ehr daran gelegen sein, dass wir so unmittelbar vor den Toren Europas möglichst friedliche Nachbarn haben. Zu schnell schwappt da mal etwas rüber, was unberechenbar ist. Und wenn es nur durch scheinbar harmlose Verstimmungen zwischen Regierungschefs beginnt.

Deutschland ist dabei sich in vielen Sektoren zu isolieren. Übrigens auch in ihren eigenen Reihen. Dies ist mit ein Verdienst von Westerwelle, Merkel und nicht zu vergessen Rösler!

Wie dumm muss man sein, dass nicht zu verstehen?

Michael42

27.08.2011, 12:41 Uhr

Die SPD und Gabriel sollten besser hier sehr vorsichtig mit Ihren Worten und Kritik beim Thema Libyen sein.

Die ganz grosse Mehrheit der Deutschen ist dagegen, das deutsche Soldaten überall in die Welt verschickt werden und wir Deutschen überall mit Soldaten mitmachen. Die FDP und Westerwelle haben dies begriffen und ebenso interessanterweise die Linkspartei. Es ist ein Armutszeugnis der SPD, das sie nicht an die historische Verantwortung Deutschlands bezüglich der ZWEI WELTKRIEGE zurückdenkt und ohne Zögern wieder militärisch auf der Welt auf FREMDEN Kontinenten mitmischen will. Wir Deutschen sollten uns aber unbedingt mit Militäreinsätzen auf Fremden Kontinenten zurückhalten, das gebietet unsere Geschichte. Es reicht bereits vollkommen aus, wenn wir uns mit Militäreinsätzen auf Europa beschränken.

Hinzukommt das diese Militäreinsätze viele Steuermilliarden verschlingen und dieses Geld dann verpulvert wird, das wir besser hier in Deutschland verwenden sollten.

Daher ein Dankeschön an Westerwelle und FDP, dass sie uns aus Deutschland herausgehalten haben. Und schön das selbst die Linkspartei dies begriffen hat. Sehr traurig aber, das die Grünen dies anscheinend nicht begreifen und hier Friedensethik zugunsten von Militarismus opfern.

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