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26.02.2013

17:02 Uhr

Nach Rücktritt

Papst Benedikt bleibt „seine Heiligkeit“

Seit vielen hundert Jahren ist kein Papst mehr zurückgetreten. Das wirft wichtige Fragen auf: Wie soll ein Kirchenoberhaupt nach seiner Amtszeit angesprochen werden? Und wie darf er sich noch kleiden?

Papst Benedikt XVI bei einer Audienz am Petersplatz im Vatikan. dapd

Papst Benedikt XVI bei einer Audienz am Petersplatz im Vatikan.

RomPapst Benedikt XVI. wird auch nach seinem Rücktritt am Donnerstag den Titel "seine Heiligkeit" behalten. Ein Sprecher des Vatikans gab am Dienstag die Vereinbarungen für Benedikts künftige Anrede und Kleidung bekannt. Da seit etwa 600 Jahren kein Papst mehr zurückgetreten ist, war das genaue Vorgehen unklar.

Dem Sprecher zufolge wird der scheidende Papst entweder "emeritierter Papst Benedikt XVI." oder "emeritierter Römischer Pontifex Benedikt XVI." genannt werden. Sein Siegelring wird entsprechend der Tradition zerstört.

Als Kleidung seien ein "einfacher weißer Talar" sowie braune Schuhe vorgesehen, die ihm im vergangenen Jahr ein Schuhmacher in Mexiko geschenkt habe. Benedikt habe die Entscheidungen nach Rücksprache mit Mitarbeitern des Vatikans getroffen.

Der deutsche Papst hatte vor zwei Wochen überraschend seinen Rücktritt zum 28. Februar angekündigt und dies mit seiner Gesundheit begründet. Üblicherweise wird das Amt bis zum Tode ausgeübt. Am Mittwoch sollte Benedikt seine letzte Generalaudienz auf dem Petersplatz abhalten und am Donnerstag mit Kardinälen zusammentreffen, bevor er dann zur päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom aufbrechen wird.

Der Papst ist in Bayern verwurzelt

Marktl am Inn

In der Stadt am Inn ist Joseph Ratzinger am 16. April 1927 als Sohn des Gendarmeriemeisters Joseph und seiner Frau Maria geboren worden. Nach seiner Wahl zum Papst kommt großer Rummel in Marktl auf, von der Papst-Torte bis zum Papst-Bier sind dort viele Souvenirs zu kaufen. Bei seinem Bayern-Besuch 2006 stattet Benedikt XVI. seiner Taufkirche St. Oswald einen Besuch ab.

Traunstein

Hier besucht er das Studienseminar St. Michael. Die Familie hat im nahen Hufnagel ein Haus bezogen. Später wird Ratzinger Traunstein als seine Heimatstadt bezeichnen, da die Eltern zuvor oft umgezogen sind. Im Zweiten Weltkrieg wird Ratzinger als Flakhelfer eingezogen und gerät kurzzeitig in US-Gefangenschaft, bleibt aber unverletzt. Nach dem Krieg legt er in Traunstein sein Abitur ab.

Freising

In der geschichtsträchtigen Domstadt beginnt Ratzinger 1946 ein Theologiestudium. Sein Ziel ist es, Priester zu werden. Schon als Student gilt er als außergewöhnlich begabt. 1951 wird er zusammen mit seinem Bruder Georg zum Priester geweiht. In seiner Promotion geht es um den Kirchenlehrer Augustinus. An der philosophisch-theologischen Hochschule Freising lehrt er von 1957 an Dogmatik, ehe er an die Uni Bonn wechselt.

Regensburg

1969 erhält Ratzinger einen Ruf nach Regensburg. An der jungen Universität lehrt er Dogmatik und Dogmengeschichte. Im Vorort Pentling hat lässt er sich ein Haus bauen. Seine Eltern und seine Schwester Maria sind auf dem Pentlinger Friedhof begraben. Sein Bruder Georg, einst Leiter der Regensburger Domspatzen, lebt in Regensburg.

München

Joseph Ratzinger verbringt einen Teil seines Theologiestudiums in München, später arbeitet er als Kaplan in zwei Pfarreien der Landeshauptstadt. 1977 muss der mittlerweile renommierte Professor den Hörsaal verlassen und auf einem Bischofsstuhl Platz nehmen: Er wird zum Erzbischof von München-Freising ernannt. Fünf Jahre später folgt der Ruf nach Rom, Kardinal Ratzinger wird Präfekt der Glaubenskongregation.

Das Konklave zur Wahl des neuen Papstes soll in den darauffolgenden Tagen zusammenkommen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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general

26.02.2013, 17:38 Uhr

Braune Schuhe sind gut, aber nicht nach 18:00h.

Account gelöscht!

27.02.2013, 07:01 Uhr

Auch Herr Ratzinger ist meiner Ansicht nach Opfer der röm.-kath. Kirche

Die abrahamitischen Religionen indoktrinieren die Menschen von klein auf. Herr Ratzinger hat nicht als Erwachsener zu seinem Glauben gefunden, sondern ist von klein auf katholisch geprägt worden.

Ich kann Eltern nur davor warnen, Kleinkinder taufen zu lassen und Kinder den anachronistischen Geschichten der christlichen Kirchen auszusetzen. Insbesondere sollte man den Unsinn von Teufel und Hölle Kindern ersparen.

Ich bin gerne bereit, gegenüber Print- und Internetmedien, zum Unterschied zwischen religiöser Weltsicht und rationaler Welterklärung Stellung zu nehmen.

Joachim Datko - Physiker, Philosoph
Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
http://www.monopole.de

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