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04.08.2012

14:39 Uhr

Nach Sanktionen

Syrien bittet Russland um Finanzhilfen

Die syrische Regierung steht wirtschaftlich offenbar mit dem Rücken zur Wand: Präsident Assad habe Russland um finanzielle Hilfe und Treibstofflieferungen gebeten, um die Folgen der westlichen Sanktionen abzufedern.

Syrische Rebellen bereiten sich auf die Schlacht um Aleppo vor. dpa

Syrische Rebellen bereiten sich auf die Schlacht um Aleppo vor.

MoskauSyrien hat seinen Verbündeten Russland um Finanz- und Wirtschaftshilfe gebeten, wie der stellvertretende syrische Ministerpräsident Kadri Dschamil am Freitagabend nach Gesprächen in Moskau sagte. Während die UN-Vollversammlung in New York mit überwältigender Mehrheit die anhaltende Gewalt in Syrien in einer Resolution verurteilte, arbeitet die Opposition nach eigenen Angaben an Plänen für die Zeit nach der Ära von Assad.

Die Wirtschaftssanktionen der EU und der USA zeigen offenbar Wirkung. "Wir erwarten Engpässe bei Diesel und anderen Öl-Produkten", sagte der syrische Ölminister Said Masa Hanidi. Die Strafmaßnahmen der EU und der USA seien illegal, wurde Dschamil zitiert. „Russland hat die Aufgabe übernommen, Syrien in der aktuellen Lage wirtschaftlich zu unterstützen“, sagte der Politiker weiter. Er erhoffe sich in den nächsten Wochen konkrete Schritte. Die Sanktionen hätten einen negativen Einfluss auf Syriens Wirtschaft.

Um die durch den Bürgerkrieg stark beanspruchten Finanzen des Landes aufzubessern, bat die Delegation um einen Kredit in Moskau. Russland wollen den Antrag prüfen, meldete die russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti. Die syrische Delegation habe „eine gewisse Summe in harter Währung beantragt, um die komplizierte Lage in Syrien zu überbrücken“, hieß es. Beobachter gehen davon aus, dass Syrien seine geschätzten Währungsreserven in Höhe von 17 Milliarden Dollar bald aufgebraucht hat.

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Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin kritisierte die jüngste Verurteilung des syrischen Regimes durch die UN-Vollversammlung. „Diese Resolution verschärft die Konfrontation nur und bewegt die Konfliktparteien nicht zum Dialog“, sagte Tschurkin in New York. Moskau lehnt Forderungen nach einem Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ab.

Die UN-Vollversammlung setzte derweil mit ihrer Resolution ein Zeichen gegen das Blutvergießen in Syrien und das "Unvermögen des UN-Sicherheitsrats". In einer nicht bindenden Erklärung warfen die Mitgliedstaaten dem höchsten UN-Gremium vor, bislang nichts gegen die Eskalation der Gewalt erreicht zu haben.

Die Regierung in Damaskus wurde in der Resolution unter anderem aufgerufen, Chemie- und Biowaffenbestände unter Verschluss. Verurteilt wurden zudem Angriffe syrischer Truppen, Milizen und Geheimdienstler auf Kinder im Alter von bis zu neun Jahren sowie der zunehmende Einsatz schwerer Waffen wie Panzer und Helikopter.

Kommentare (7)

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Pendler

04.08.2012, 14:44 Uhr

Wenn der Schuss man nicht nach hinten losgeht.
Wie Goethe schon sagte, "die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht wieder los"


Die USA streut schon wieder Krieg und Gewalt, wie damals in Afganistan gegen die Russen. Und wieder geht es mit gegen ein Land, was pro..russisch ist. Auch wenn sie das aktuelle System stürzen werden, so werden sie keine wahre Freude daran haben. Was du nicht willst, dass man dir tu, das trau auch keinem anderen zu. Mal sehen wie sich die syrischen Terroristen später dann in den USA über die Amis hermachen, oder gar in Israel ?

Spiel nie am Zünder einer Bombe

hartmut.w.gloeckner

04.08.2012, 15:56 Uhr

Noch vor wenigen Tagen waren das nach den Kommentaren der hier ansässigen Symphatisanten "alles gestellte Bilder". Demzufolge besteht fast das gesamte Volk aus Terroristen, die "ausgeschaltet" werden müssen. Man braucht nicht amerikafreundlich sein, aber in vielen Fällen würde mehr Sachlichkeit der Wahrheit dienen. Und das sollte man nicht dem Mäntelchen Naivität geben.

Account gelöscht!

05.08.2012, 01:38 Uhr

Es werden Pseudokriegsziele vorgeschoben, um das wesentliche zu verschleiern, das übliche Fehlen klarer Vorstellungen über eine neue Balance der Macht. Die Rebellen haben vermutlich Zeitverträge mit flexiblen Timelines, auf denen ihr Tod vermutlich nicht eingetragen oder nur schwach versichert ist. Die syrische Armee verteidigt Millionen Syrer. Das ist der kleine Unterschied, über den uns die Demagogen aller Seiten gerne täuschen.

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