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09.01.2012

20:19 Uhr

Nach Sex-Skandal

Eliot Spitzer will zurück in die Politik

VonAstrid Dörner

Von seinem Posten als Gouverneur von New York zurückgetreten, arbeitet Eliot Spitzer nun fleißig daran, in die Politik zurückzukehren. Erzwingen kann er sein Comeback allerdings nicht - und das weiß er.

Eliot Spitzer, der „Sheriff der Wall Street“. AFP

Eliot Spitzer, der „Sheriff der Wall Street“.

New YorkLangsam und beharrlich versucht Eliot Spitzer, sich seinen Weg zurück in ein öffentliches Amt zu erkämpfen. Der 51-Jährige musste im März 2008 von seinem Posten als Gouverneur des Bundesstaats New York zurücktreten. Es war bekannt geworden, dass Spitzer regelmäßig Kunde eines teuren Prostitutionsrings war. Der in den Akten als „Kunde Nummer neun“ aufgeführte Spitzer soll Zehntausende von Dollar für die Dienste von Frauen ausgegeben haben.

Aufgeflogen war der Skandal durch verdächtige Zahlungen von Spitzer an ein Unternehmen, das dem Prostitutionsring vorgeschaltet war. Die Ermittler hatten zunächst angenommen, Spitzer hätte Bestechungsgelder kassiert und wollte auf diese Weise versuchen, sie zu verschleiern.

Nach seinem Rücktritt war es lange Zeit ruhig geworden um Eliot Spitzer. Die Finanzkrise, die im Herbst 2008 mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers ihren Höhepunkt hatte, musste Spitzer – ohne Amt – von dem Büro seines Vaters aus verfolgen. Vor seiner Zeit als Gouverneur war Spitzer Generalstaatsanwalt von New York und hatte sich in seiner Funktion als oberster Strafverfolger einen Ruf als „Sheriff der Wall Street“ gemacht. Er hatte es sich zum Ziel gemacht, Betrügereien der Banken aufzudecken, und brachte mehrere hochkarätige Fälle gegen Finanzinstitute vor Gericht. Das verschaffte ihm jedoch auch viele Feinde in der New Yorker Finanzwelt.

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Das Büro seines Vaters ist noch heute Spitzers Arbeitsplatz. Spitzer senior ist ein bekannter Bauherr, der in New York mehrere Hochhäuser gebaut hat. Er hat ein Büro auf New Yorks nobler Einkaufsstraße Fifth Avenue. Zu den Nachbarn gehören die Vorzeigeläden von Louis Vuitton und Abercrombie and Fitch sowie das berühmte New Yorker Luxushotel „The Plaza“. Dort hat Eliot Spitzer ein Zimmer mit Blick auf den Central Park, das dominiert wird von Bildern seiner drei Töchter sowie von Skizzen der Hochhäuser seines Vaters. Und von dort aus arbeitet der gefallene Politiker vorsichtig an seinem Comeback.

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