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05.07.2013

03:12 Uhr

Nach Snowden-Debakel

Bolivien will möglicherweise US-Botschaft schließen

Nach seiner Zwangslandung in Wien gibt sich der bolivianische Präsident Evo Morales weiterhin entrüstet. Die Panne sei unentschuldbar. Unterstützung bekommt er von mehreren lateinamerikanischen Nachbarländern.

Boliviens Präsident Evo Morales: „Entschuldigungen sind nicht genug, weil der Standpunkt ist, dass internationale Abkommen respektiert werden müssen.“ ap

Boliviens Präsident Evo Morales: „Entschuldigungen sind nicht genug, weil der Standpunkt ist, dass internationale Abkommen respektiert werden müssen.“

CochacambaNach seiner Odyssee im europäischen Luftraum erwägt der bolivianische Präsident Evo Morales die Schließung der US-Botschaft in seinem Land. Er warf am Rande eines Sondertreffens mit fünf anderen lateinamerikanischen Präsidenten über den Eklat am Donnerstag in Cochacamba den USA erneut vor, die Sperrung des Luftraums mehrerer europäischer Länder für seine Präsidentenmaschine veranlasst zu haben, die aus Moskau kam.

Der in Moskau im Transitbereich eines Flughafens festsitzende ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden wurde darin vermutet, nachdem Morales in der russischen Hauptstadt gesagt hätte, er würde einen Asylantrag Snowdens prüfen lassen.

Der unplanmäßige Zwischenstopp in Wien hat in Lateinamerika Empörung ausgelöst und belastet auch die Beziehungen zu Europa. Morales sagte, er habe sich mit der Spitze seiner Partei getroffen und über das künftige Vorgehen beraten.

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„Wenn notwendig, werden wir die Botschaft der Vereinigten Staaten schließen“, sagte er. „Wir brauchen die Botschaft der Vereinigten Staaten nicht.“ In Cochacamba versammelten sich die Präsidenten Argentiniens, Ecuadors, Uruguays und Venezuelas. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa sagte im Namen aller Teilnehmer, sie hätten Morales ihre „volle Unterstützung“ zugesagt.

Der venezolanische Präsident Nicolas Madira protestierte gegen Versuche spanischer Diplomaten, die bolivianische Präsidentenmaschine nach Snowden zu durchsuchen. Frankreich hat sich inzwischen offiziell bei Bolivien entschuldigt.

Morales sagte: „Entschuldigungen sind nicht genug, weil der Standpunkt ist, dass internationale Abkommen respektiert werden müssen.“ Bolivien will die Botschafter Frankreichs, Italiens und Portugals einbestellen, um Erklärungen zu verlangen, hieß es.

Von

ap

Kommentare (3)

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Schnappe

05.07.2013, 06:43 Uhr

Recht hat er! Diese Aktion war die einer despotischen Macht, die sich als Herr der Welt gerier. Morales kann zeigen, daß er die USA eben nicht als Herren anerkennt!

Ichbinsnoch

05.07.2013, 09:09 Uhr

Ich finde Morales hat vollkommen Recht! Die amerikanischen Kontakte scheinen mittlerweile weltweit zu bröckeln. Bolivien muss aber auch sein Energieproblem lösen, das schafft man am besten ohne die USA. Ich glaube, dass alternativ erzeugter Wasserstoff in Verbindung mit dem Erdgas hier eine Lösung vorgeben könnte.

Account gelöscht!

05.07.2013, 10:58 Uhr

Aller US-Botschaften sollten dicht gemacht werden ! Was glauben diese WELT-Polizisten, was sie sind...?

USA sind keine alleinige Weltmacht mehr......die Zeiten sind schon lange vorbei !

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