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28.01.2010

08:33 Uhr

Nach Stromengpässen

China gründet Energiekommission

Die Energieprobleme in China strapazieren die Volkswirtschaft zunehmend. Die Regierung versucht nun gegenzusteuern – mit einer Energiekommission.

Kohlekraftwerk in China. dpa

Kohlekraftwerk in China.

HB PEKING. China hat eine Nationale Energiekommission (NEC) gegründet, um die Energieversorgung stärker in den Mittelpunkt der zukünftigen Regierungsarbeit zu rücken. Die Gruppe aus führenden Ministern unter Leitung von Regierungschef Wen Jiabao soll einen langfristigen Plan für die Energieversorgung entwickeln sowie die internationale Kooperation vorantreiben, wie die Zeitung „China Daily“ am Donnerstag berichtete. Das bevölkerungsreichste Land der Erde ist heute schon der zweitgrößte Energieverbraucher.

„Die Errichtung der NEC zeigt, dass die Regierung der Energie eine noch nie dagewesene Wichtigkeit zumisst“, zitierte das Blatt Lin Boqiang, den Direktor des Forschungszentrums für Energiewirtschaft der Xiamen Universität. In der Kommission sind 21 Mitglieder, darunter der Minister der mächtigen Reform- und Entwicklungskommission (NDRC), der Finanzminister und ein Vertreter der Zentralbank und Vizepremier Li Keqiang.

China will bis 2020 den Energieverbrauch für jeden erwirtschafteten Yuan um 40 bis 45 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Wegen des erwarteten starken Wirtschaftswachstums wird der Energiebedarf der Volksrepublik in absoluten Zahlen dennoch drastisch steigen. Zwei Drittel ihrer Energie stammt aus Kohle. Die Hälfte des Öls muss heute aus dem Ausland importiert werden. Seit ein paar Jahren kommt es immer wieder zu Energieengpässen - so auch in diesem kalten Winter, wo die Stromversorgung teilweise rationiert werden muss.

„Viele Menschen in Peking sind sich darüber im Klaren, dass dringend etwas getan werden müsse, um Energie einzusparen, sie wissen aber nicht wie“, sagte Zhang Wenhua, Sprecherin der regierungsunabhängigen Organisation „Friends of Nature“. Zhang Wenhua setzt sich für eine Verringerung von Kohlenstoffdioxid (CO2) in der chinesischen Hauptstadt ein. Ihr Ziel ist es, mehr Pekingern Wege aufzuzeigen, wie man Geld und Energie gleichzeitig sparen kann. „Die Menschen wissen, dass der hohe Energieverbrauch ein Problem ist, sie wollen aber ihren Lebensstandard nicht aufgeben.

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