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27.06.2015

15:30 Uhr

Nach Terror-Anschlag in Tunesien

Touristen flüchten aus dem Urlaubsparadies

Tausende Menschen machen derzeit in Tunesien Urlaub. Nach dem Terroranschlag vom Freitag fliegen die ersten Touristen nach Hause zurück. Einige wollen aber auch bleiben.

Tunesien

Dutzende Tote bei Anschlag auf Strandhotel

Tunesien: Dutzende Tote bei Anschlag auf Strandhotel

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Berlin/TunisNach dem blutigen Anschlag auf ein Strandhotel in Tunesien verlassen tausende Urlauber das Land. Die britischen Reiseanbieter Thomson und First Choice flogen am Samstag mit zehn Flugzeugen rund 2500 Urlauber heim. Auch der deutsche Reiseanbieter TUI brachte 80 Urlauber nach Hause. Die Mehrzahl der 38 Todesopfer stammte offenbar aus Großbritannien, doch waren auch Deutsche unter den Toten.

Noch in der Nacht zum Samstag waren hunderte Urlauber am Flughafen von Enfidha zwischen Sousse und Tunis eingetroffen, um das Land zu verlassen. Allein in der Nacht gingen 13 Flüge in Richtung Europa. Der Reisekonzern TUI erklärte, in der Nacht seien 80 Gäste nach Deutschland zurückgekehrt. Bis Sonntag würden 120 weitere Urlauber nach Deutschland heimfliegen. Über die Kundenhotline hätten mehr als 300 Urlauber gebeten, ihren Sommerurlaub in Tunesien auf ein anderes Reiseziel umzubuchen. In ganz Tunesien machen derzeit etwa 3800 Menschen Ferien mit TUI.

Der Reiseanbieter Thomas Cook erklärte, er biete allen Kunden die Möglichkeit, gebuchte Reisen vor dem 24. Juli umzubuchen. Der Britische Verband der Reiseanbieter wollte mit dem Außenministerium in London über das weitere Vorgehen beraten. Demnach waren zur Tatzeit rund 20.000 britische Urlauber im Rahmen organisierter Reisen in Tunesien. Dem Land droht nun der Einbruch des Tourismus, der direkt oder indirekt 400.000 Menschen beschäftigt.

TUI-Chef Fritz Joussen sagte den Angehörigen der Opfer die volle Hilfe des Unternehmens zu. Der Reisekonzern schickte ein Krisenteam aus 19 speziell geschulten Experten nach Sousse, darunter Psychologen.

IS-Anschlag in Tunesien: Touristen reisen ab

IS-Anschlag in Tunesien

Touristen reisen ab

Nach dem Terroranschlag in Tunesien droht dem Tourismussektor des Landes massiver Schaden. Die großen Reiseveranstalter bieten ihren Kunden an, geplante Urlaube nach Tunesien kostenlos umbuchen oder stornieren zu können.

Am Montag reist Bundesinnenminister Thomas de Maizière an den Ort der Terrorattacke. Damit wolle er „sein tiefempfundenes Mitleid mit den Angehörigen der Opfer des verachtenswerten Anschlags und seine Solidarität mit dem tunesischen Volk“ ausdrücken, teilte sein Ministerium am Samstag mit. De Maizière (CDU) erklärte: „Ich verachte die brutalen und ruchlosen Morde an unschuldigen Menschen.“

Aus den aktuellen Ereignissen ergebe sich „nach derzeitigen Erkenntnissen keine weitere Verschärfung der Sicherheitslage“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Gefährdung durch Dschihadisten und internationalen Terrorismus sei aber auch in Deutschland „unverändert hoch“. „Taten wie jüngst in Frankreich müssen in Betracht gezogen werden.“ Dort hatte am Freitag ein Attentäter bei einem Anschlag in einem Werk für Industriegase seinen Chef enthauptet.

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