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16.12.2015

05:10 Uhr

Nach Terrorwarnung

Schulen in Los Angeles wieder geöffnet

Los Angeles hatte nach einer Drohung per E-Mail alle Schulen geschlossen. Für 640.000 Schüler fiel der Unterricht aus. Am heutigen Mittwoch müssen sie jedoch wieder ran. Die Behörden gehen von einem Scherz aus.

Böser Scherz?

Fehlalarm: US-Behörden geben Entwarnung nach Bombendrohung

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Mehr als 1500 nach einer Bombendrohung geschlossene Schulen im Großraum Los Angeles öffnen am (heutigen) Mittwoch wieder. Das FBI sei zum Schluss gekommen, dass keine konkrete Bedrohung vorliege, sagte Bürgermeister Eric Garcetti. Nach dem Eingang einer Droh-Email hatte die Schulbehörde am Dienstag 640 000 Schüler nach Hause geschickt.

Auch in New York ging eine Drohung ein, die von den Behörden aber als unbedenklich eingestuft wurde. Erst am Abend stellte sich dann auch die Mail-Drohung in Los Angeles als schlechter Scherz heraus. Die Mail wurde über eine IP-Adresse in Frankfurt abgeschickt. Garcetti sagte, das Motiv für die Email liege noch im Dunkeln.

Der für die Demokraten im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhaus sitzende Adam Schiff schrieb am Dienstag auf dem Onlinedienst Twitter, dass es sich nach ersten Erkenntnissen um einen "Scherz" gehandelt habe. Der Schulbetrieb in großen US-Städten habe gestört werden sollen. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Was wir über das Attentat von San Bernardino wissen

Die Tat

Das Ehepaar Syed Farook und Tashfeen Malik eröffnete am Mittwoch, 2. Dezember, in einer Sozialeinrichtung in San Bernadino, Kalifornien, das Feuer. Farook hatte in der Einrichtung gearbeitet. 14 Menschen starben, 21 weitere wurden schwer verletzt. Nach einer Verfolgungsjagd wurde das Paar von der Polizei in ihrem gemieteten SUV erschossen. Nach Darstellung der Behörden gaben Malik und Farook am Tatort bis zu 75 Schüsse ab, sie ließen außerdem drei Rohrbomben in einem ferngesteuerten Sprengsatz zurück, der allerdings nicht funktionierte. Bei den Leichen fanden sich weitere 1600 Schuss Munition. Zwei bei der Tat verwendete Handfeuerwaffen soll Farook legal besessen haben.

Die Täter

Tashfeen Malik stammte aus Pakistan, Syed Farook wurde in den USA geboren. Kennen lernte sich das Paar über eine Online-Dating Plattform und traf sich im Sommer 2014 in Saudi-Arabien, wo Malik vor der gemeinsamen Übersiedlung in die USA zuletzt gelebt hatte. Ende Juli 2014 reiste Malik in die USA ein, das Paar heiratete einen Monat später. Seit Juli 2015 besaß Malik offenbar eine Greencard, nach Angaben der Anwälte von Farooks Familie soll sie allerdings als „fürsorgliche Hausfrau“ sehr zurückgezogen gelebt und Burka getragen haben. Farook soll regelmäßig am Schießstand trainiert haben, allein in der Wiche vor dem Attentat zwei Mal. Das Paar scheint seine Tat lange geplant zu haben, der SUV mit dem Farook und Malik vor der Polizei flohen und in dem sie schließlich erschossen wurden war gemietet, beide hatten ihre Handys entsorgt und versucht, ihre digitalen Spuren zu verwischen. Im Haus und der Garage fand die Polizei zwölf Rohrbomben und mehr als 4500 Schuss Munition. „Die beiden waren möglicherweise auf dem Weg zu weiteren Angriffen“, erklärte Polizeichef Jarrod Burguan. „Wir haben sie vorher gestellt.“ Das Paar hatte eine sechs Monate alte Tochter.

Das sagen die Medien

Der Fernsehsender CNN zitierte am Freitag mehrere Ermittler, laut denen Tashfeen Malik im Internet Kontakt zu der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gesucht hatte. In einem Facebook-Eintrag soll Malik IS-Anführer Abu Omar al-Bagdadi ihre Gefolgschaft versprochen haben. Die „Los Angeles Times“ zitierte einen Facebook-Sprecher, laut dem das Profil mit dem entsprechenden Beitrag inzwischen gelöscht worden sei. Los Angeles' stellvertretender FBI-Direktor David Bowdich bestätigte den Facebook-Post indirekt. Er machte aber keine Angaben zu dessen Bedeutung für die Ermittlungen: „Wir haben das gesehen, was auch Sie gesehen haben.“

Das sagt die Polizei

Die US-Bundespolizei FBI untersucht die Tat inzwischen offiziell als Terrorakt. „Ab heute, auf Basis dessen was wir bis jetzt wissen, werden wir die Schießerei in San Bernardino, der 14 Menschen zum Opfer gefallen sind und 21 verwundet wurden, als einen Terrorakt behandeln“, erklärte der stellvertretende FBI-Direktor von Los Angeles, David Bowdich am Freitagnachmittag. Zunächst hatten die Ermittler vor „voreiligen Rückschlüssen“ gewarnt und auch einen persönlichen Hintergrund für die Tat nicht ausgeschlossen. Mittlerweile gehen die Ermittler davon aus, dass sich Farook und Malik im Internet radikalisierten. Angebliche Verbindungen zur Terrormiliz IS wollte das FBI, trotz Maliks Facebook-Post, hingegen nicht bestätigen. „Wir haben solche Hinweise derzeit nicht“, erklärte FBI-Direktor James Comey. Die genauen Umstände der Radikalisierung sind allerdings auch einige Tage nach der Tat nicht bekannt.

Polizei und Schulbehörde machten keine genauen Angaben zur Art der Bedrohung. Nach Medienberichten sollen Rucksäcke eine Rolle gespielt haben. Die Drohung habe sich gegen mehr als eine Schule gerichtet, sagte, Ramon Cortines, Leiter des nach New York zweitgrößten Schulbezirks in den USA. „Wir gehen kein Risiko ein“, betonte er. Alle rund 900 Schulen wurden deshalb nach möglichen Sprengsätzen oder Waffen durchsucht.

„Solche Drohungen sollen Angst verbreiten. Wir können nicht zulassen, dass das Maß an Angst steigt“, sagte New Yorks Polizeichef William Bratton. Wie in Europa stehen auch für die Schüler in den USA die Weihnachtsferien kurz bevor.

Im kalifornischen San Bernardino, nur eine gute Autostunde von Los Angeles entfernt, waren vor zwei Wochen bei einer Attacke auf eine öffentliche Einrichtung 14 Menschen sowie die beiden Angreifer getötet worden. Das FBI hatte den Angriff als Terrorakt gewertet.

Der Gebrauch von Schusswaffen auf dem Gelände von Schulen und Universitäten hat sich in den USA in der jüngeren Vergangenheit stark ausgebreitet. Präsident Barack Obama verlangte wiederholt, die umstrittenen Waffengesetze zu verschärfen.

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