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23.03.2012

18:17 Uhr

Nach Toulouse-Anschlägen

Französischer Geheimdienst in der Kritik

Obwohl der Attentäter von Toulouse unter Beobachtung des französischen Inlandsgeheimdienstes stand, konnte Mohamed Merah seine Anschläge verüben. Jetzt gerät der Nachrichtendienst zunehmend ins Visier der Kritiker.

Trauer, Wut und offene Fragen in Toulouse

Video: Trauer, Wut und offene Fragen in Toulouse

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ParisDer französische Geheimdienst gerät nach den Anschlägen von Toulouse zunehmend in die Kritik. Der am Donnerstag getötete Islamist Mohamed Merah soll bei drei Anschlägen insgesamt sieben Menschen erschossen haben, obwohl er sich nach zwei Afghanistanbesuchen im Visier des Inlandsgeheimdienstes DCRI befand und zuletzt im November vernommen wurde.

Ungeachtet der Vorhaltungen der Opposition sprach Ministerpräsident Francois Fillon Polizei und Geheimdienst am Freitag seine Anerkennung aus. „Einen Kriminalfall dieses Umfangs in zehn Tagen zu lösen, ist in der Geschichte unseres Landes ohne Beispiel“, sagte er dem Radiosender RTL. Außenminister Alain Juppe äußerte sich am vorsichtiger und räumte ein, dass mögliche Fehler untersucht werden müssten. „Wir müssen etwas Licht ins Dunkel bringen.“ Merah - ein Franzose algerischer Herkunft - stand an der Spitze einer DCRI-Liste von 20 Personen, die in Südwestfrankreich besonders intensiv beobachtet werden sollten. Offenbar verlor der Geheimdienst dennoch seine Spur. Dem 23-Jährigen gelang es, ein Waffenarsenal anzulegen.

Mohamed Merah stand sowohl bei französischen sowie amerikanischen Behörden unter Beobachtung. dapd

Mohamed Merah stand sowohl bei französischen sowie amerikanischen Behörden unter Beobachtung.

Der sicherheitspolitische Sprecher der Sozialisten, Francois Rebsamen, sagte der Nachrichtenseite JDD.fr: „Wie kann es so lange dauern, Mohamed Merah zu finden, wenn die DCRI ihn ein Jahr lang beobachtet hatte?“ Andere Oppositionspolitiker wie die rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen werfen der Regierung vor, dass die Taten nur durch Fahrlässigkeit oder Fehler möglich gewesen seien.

Zuletzt wurde bekannt, dass der mutmaßliche Serienmörder auch bei den US-Behörden auf der „no-fly“-Liste für Terrorverdächtige stand. Auf der Liste stehen Personen, von denen die US-Behörden vermuten, dass sie ein Flugzeug zum Absturz bringen könnten. Die Behörden in den USA und Frankreich haben erklärt, Merah sei 2010 in Afghanistan gewesen, um an einem Training islamistischer Extremisten teilzunehmen.

Merah soll bei einem Anschlag auf eine jüdische Schule in Toulouse drei Kinder und einen Lehrer erschossen haben. Auch drei Fallschirmjäger soll er getötet haben. Der Islamist handelte nach eigenen Worten im Namen der Al-Kaida. Er wurde am Donnerstag nach einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden.

Von

rtr

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