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10.07.2017

07:20 Uhr

Nach Treffen mit Putin

Trumps Cyber-Kooperation hält 13 Stunden

Zwischen zwei Kursänderungen der US-Regierung liegen manchmal nur wenige Tage. Nun hat es Donald Trump geschafft, innerhalb von Stunden eine mögliche Sicherheits-Kooperation mit Russland wieder abzusagen.

WashingtonNachdem sich die Präsidenten der USA und Russlands, Donald Trump und Wladimir Putin, in Hamburg getroffen hatten, verkündete Trump ein aufsehenerregendes Ergebnis: „Putin und ich haben darüber diskutiert, eine undurchdringbare Cyber-Security-Einheit zu schaffen, damit wir vor Wahlmanipulation und vielen anderen negativen Dingen geschützt sind“, twitterte Trump um 7.50 Uhr Washingtoner Zeit.

US-Präsident und die Russland-Verbindungen

Welche Rolle spielte eine russische Anwältin für Trumps Sohn?

US-Präsident und die Russland-Verbindungen: Welche Rolle spielte eine russische Anwältin für Trumps Sohn?

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Die Debatte, die sich daran anschloss, war kurz und heftig. Immerhin gelten Hacker aus Russland als die größte Cyber-Bedrohung für das demokratische System der USA. Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass der Angriff auf die Dachorganisation der Demokratischen Partei DNC im Wahlkampf von Russland aus geführt wurde.

Der republikanische Senator Graham nannte das Treffen zwischen Trump und Putin „katastrophal“. Trump sei auf einem Auge blind, wenn es um Putin gehe, sagte Graham dem Sender NBC News. Man könne in diesem Fall nicht einfach „vergessen und vergeben“. Zu den Plänen für eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Cybersicherheit meinte Graham, es sei zwar nicht die dümmste Idee, die er bisher gehört habe, „aber sie kommt nahe daran“.

Treffen von Trump und Putin: Den Blick stur nach vorn gerichtet

Treffen von Trump und Putin

Den Blick stur nach vorn gerichtet

Mehr als zwei Stunden dauerte das erste Treffen zwischen Trump und Putin. Die beiden Präsidenten vereinbarten eine engere Zusammenarbeit in Syrien und eine partielle Waffenruhe, die am Sonntag beginnen soll.

Grahams Senatskollege Rubio twitterte zu dem Vorhaben, das wäre so, als würde man eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad über chemische Waffen bilden. Senator McCain sagte dem Sender CBS News, Russland müsse für die Wahleinmischung einen „Preis zahlen“.

Trump hatte Putin in Hamburg auf den Vorwurf der Wahleinmischung angesprochen und Putin hatte den Vorwurf vehement zurückgewiesen. Laut russischen Medien akzeptierte Trump Putins Darstellung. Trump widersprach dem bislang nicht.

Die Diskussion um eine „Cyber-Security-Einheit“ ist dagegen schon wieder beendet. Um 20.45 Uhr Washingtoner Zeit twitterte Trump: „Die Tatsache, dass Präsident Putin und ich über eine Cyber-Security-Einheit diskutiert haben, bedeutet nicht, dass ich glaube, dass sie kommen wird. Das kann sie nicht.“

Kommentare (10)

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Herr Hans Henseler

10.07.2017, 08:06 Uhr

Trump hatte vor den Wahlen eine durchaus konstruktive Haltung zu Moskau. Aber
das passte den Falken speziell dem Militaerapparat ueberhaupt nicht. So hat man
ihn mit der Vorwurf erpresst, er habe von dort Wahlhilfe bekommen. Und das zieht
immer noch. Man muss ein Feindbild aufbauen - Nordkorea reicht dazu nicht.

Herr Andreas Kertscher

10.07.2017, 09:06 Uhr

Sie haben über eine mögliche Zusammenarbeit gesprochen. Schön. Nach einigen Überlegungen hat man diese Idee wieder verworfen. Und wo genau liegt da die schockierende oder negative Schlagzeile? Etwa die Tatsache, dass er es "geschafft" hat, nach Gesprächen mit Beratern die Idee zu verwerfen? Obwohl er ja angeblich "lernunfähig" sein soll?

Frau Ursula Neumann

10.07.2017, 10:23 Uhr

Herr Kerscher, das Problem ist, dass der Typ den Hafen aufreißt, ohne zu wissen, wovon er überhaupt redet. Und da das auch Monate nach der Amtseinführung passiert, ist die Lernfähigkeit dieses Herrn wohl tatsächlich nur rudimentär vorhanden.

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