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16.06.2016

15:02 Uhr

Nach Türkei-EU-Abkommen

Zahl der Asylbewerber deutlich zurückgegangen

Kamen im ersten Quartal des letzten Jahres noch rund 426.000 Asylbewerber in die EU, sind es in diesem Jahr noch fast die Hälfte. Die mit Abstand meisten Antragssteller kamen aus Syrien. Viele wollen nach Deutschland.

Von den rund 287.000 Asylbewerbern, die zwischen Januar und März in die EU kamen, wollen mehr als ein Drittel nach Deutschland. dpa

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Von den rund 287.000 Asylbewerbern, die zwischen Januar und März in die EU kamen, wollen mehr als ein Drittel nach Deutschland.

LuxemburgDie Anzahl der Asylbewerber in den EU-Staaten ist Anfang des Jahres deutlich zurückgegangen. Von Januar bis März beantragten rund 287.000 Asylsuchende erstmals Schutz in Europa, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Im letzten Quartal 2015 waren es noch 426.000 Asylbewerber gewesen.

Die mit Abstand meisten Antragsteller – rund 102.000 – kamen aus dem Kriegsland Syrien. Sie bildeten in sieben EU-Staaten die größte Gruppe von Asylsuchenden. Allein in Deutschland stellten 88.500 Syrer einen Antrag. An zweiter und dritter Stelle standen EU-weit Asylbewerber aus dem Irak und Afghanistan.

Die meisten Anträge wurden in Deutschland gestellt (175.000). Darauf folgten Italien (22.300 Asylanträge), Frankreich (18.000) und Österreich (13.900). Bezogen auf die Einwohnerzahl lag Österreich mit 1619 erstmaligen Bewerbern je eine Million Einwohner auf dem zweiten Platz. Deutschland lag hier mit 2155 Anträgen je eine Million Einwohner ebenfalls vorn.

Flüchtlingspolitik: Der EU-Türkei-Aktionsplan

Vereinbarungen für weniger Flüchtlinge

Die Türkei soll der EU dabei helfen, dass weniger Flüchtlinge nach Westeuropa kommen. Das Land ist nämlich für viele Migranten ein wichtiges Transitland. Bereits im November wurden dafür die folgenden Punkte vereinbart.

Grenzschutz

Um die illegale Einreise von Flüchtlingen in die EU zu stoppen, soll die Türkei ihre Seegrenzen zu Griechenland besser sichern. Zudem soll das Land stärker gegen Schleuser vorgehen, die die Flüchtlinge über die Ägäis bringen.

Leben in der Türkei

Die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in der Türkei sollen verbessert werden, damit diese gar nicht erst nach Europa weiterreisen. Dabei geht es etwa um eine bessere Gesundheitsversorgung und Bildungschancen für Kinder. In einem ersten Schritt hat die Türkei bereits ein Arbeitsverbot für Flüchtlinge gekippt. Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) leben in der Türkei mittlerweile allein 2,7 Millionen syrische Flüchtlinge.

Geld

Für die Versorgung der Flüchtlinge haben die EU-Staaten der Türkei drei Milliarden Euro zugesagt.

Politische Zugeständnisse

Die EU hat der Türkei zugesagt, die Verhandlungen über Visa-Erleichterungen und einen möglichen EU-Beitritt zu beschleunigen. (Quelle: dpa)

Von

dpa

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