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09.07.2017

15:31 Uhr

Nach überraschender Wende

Hendricks sieht finanzielle Motive hinter Erdogans Nein zu Klima-Abkommen

Der türkische Präsident Erdogan hat die Umsetzung des Klimaabkommens durch sein Land infrage gestellt. Bundesumweltministerin Hendricks hat dafür vor allem eine Erklärung.

Nach dem Treffen kündigte der türkische Staatschef überraschend an, dass sein Land das Klimaabkommen nicht ratifizieren wolle. dpa

G20-Gipfel · Pressekonferenz Erdogan

Nach dem Treffen kündigte der türkische Staatschef überraschend an, dass sein Land das Klimaabkommen nicht ratifizieren wolle.

BerlinBundesumweltministerin Barbara Hendricks sieht hinter der überraschenden Abkehr des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan von G20-Klimaschutz-Vereinbarungen finanzielle Motive. Es gehe im Fall der Türkei um die Frage der Einordnung als Industrie- oder Entwicklungsland, teilte die SPD-Politikerin am Sonntag mit. "Dahinter steckt auch der Zugang zu internationalen Finanzierungsmechanismen."

Erdogan hatte zum Ende des G20-Treffens am Samstagabend damit gedroht, das türkische Parlament werde den Vertrag nicht ratifizieren. Frankreich habe der Türkei bei der Unterzeichnung des Abkommens eine Entschädigung für die Kosten zur Umsetzung zugesagt. Sollte Ankara nach der angekündigten Abkehr der USA vom Klimaschutzvertrag nun keine finanziellen Mittel erhalten, werde der Vertrag nicht ratifiziert.

Der Grünen-Klimaexperte Oliver Krischer wertete die Ankündigungen Erdogans als "Absetzbewegung" beim Klimaschutz. Hendricks verwies darauf, dass der Status der Türkei und die damit verbundenen Kosten bereits vor dem Pariser Klimaschutz-Abkommen vom Dezember 2015 Thema waren. "Deutschland hat sich bei den Pariser Verhandlungen vermittelnd zu diesem Problem eingebracht und wird dies weiter tun", kündigte Hendricks an.

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